Harleß
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niger Feuer als Warme, weniger ursprüngliche Begeisterung als dauernde Liebe inseinen Darstellungen besitzt und gezeigt hat. Aber er ist Meister in der Beschrei-bung, die nur, wenigstens in seinen frühern Arbeiten, zuweilen etwas zu detaillirtausfällt, und die glanzende Lebhaftigkeit seiner Darstellung, die Alles sehen, hören,fühlen laßt, geräth vielleicht mitunter nur in den einzigen Fehler, zu theatralischund dramatisch angespannt zu sein. Seine lyrische Ader schlagt schwacher undreißt nicht hin durch Fülle der Empfindung; dagegen ist die humoristisch-ironischedie stärkste und eigenthümlichste an ihm. Gedankenreichthum ist kein hervorragen-des Element in seinen Novellen; wo er Gedanken auftreten laßt, erscheinen siefast immer plastisch gestaltet und hier nicht selten scharf und tief eingehend, dagegensie sich in seinen Raisonnements, wo er besonders das Streben blicken laßt, populairzu sein, leicht verflachen. Sein Styl ist lebendig, elegant, und ermangelt nur zu-weilen der Gedrängtheit. Das Talent scharfer Wahrnehmung und anschaulicher Auf-fassung hat er an verschiedenartigen Gegenstanden in sciner„Herbstreise durch Skan-dinavien" (2 Bde.,Berlin 1828), welche er in Gesellschaft mit dem FranzosenAmpere1827 unternahm, nicht minder bewahrt. Zu gleicher Zeit mit derselben erschienendie von ihm herausgegebenen „Wanderungen im Süden" (Berlin 1828), Schil-derungen des französischen Lebens in den letzten Jahren unter Villele, besondersdurch ein darin mitgetheiltes Reisebild: „Der stumme Bettler", beliebt. Seinneuestes Werk: „Cabanis", ein aufFamilientraditionen beruhen, er vaterlandischerRoman (6 Bde., Berlin 1832), der in Preußen und Sachsen zur Zeit des sieben-jährigen Kriegs spielt, ist die Frucht einer vieljährigen Arbeitsamkeit und eines be-geisterten Patriotismus. Es scheint immer H.'s Lieblingsgedanke gewesen zu sein,einmal Preußens Walter Scott zu werden, und wie weit ihm das gelungen odergelingen wird, darüber muß die Stimme des Publicums entscheiden, die über die-sen neuen Roman bis jetzt noch nicht geurtheilt hat. (47)
Harleß (Johann Christian Friedrich), Professor der Medicin auf derHochschule zu Bonn, Adjunct des Präsidiums der leopoldinisch-carolinischenAkademie der Naturforscher, wurde geboren zu Erlangen den 11. Inn. 1773,Sohn des Philologen Gottlieb Christoph H. Nachdem er durch tüchtigeLehrer vorbereitet war, bezog er die Universität seiner Vaterstadt, wo er sehr balddie medicinische Doctorwürde erhielt und 1796 außerordentlicher Professor derMedicin ward. Von 1801 — 3 bereiste er Italien und bildete sich vorzüglich un-ter dem berühmten Frank mehr aus. Nach seiner Rückkehr widmete er sich inErlangen mit großem Eifer der Klinik und der Therapie, und hielt, nachdem er1808 anhalt-bernburgischer geheimer Hofrath geworden war, bis 1818 Vorlesun-gen über Pathologie, Therapie und Geschichte der Medicin. Er folgte 1818 ei-nem Rufe nach Bonn, wo er als Zierde der berühmten medicinischen Facultät lebt.H. war als Schriftsteller sehr fruchtbar und hat nach Hufeland die meisten ärztlichenSchriften verfaßt, von denen keine werthlos ist, viele für werthvoll und mehre füroriginell mit Recht gehalten werden. Außer seinem „Handbuch der ärztlichen Kli-nik" (3 Bde., Leipzig und Koblenz 1817 — 24), seinen Schriften über das gelbeFieber und mehren geschätzten Monographien, unter welchen sich die Schrift: „DieVerdienste der Frauen um Naturwissenschaft, Gesundheits- und Heilkunde, sowieum Länder-, Völker- und Menschenkunde von ältester Zeit bis auf die neueste"(Göttingen 1830) auszeichnet, war er besonders auch durch die Herausgabe vonZeitschriften thätig, indem er allein die „Annalen der französischen, englischen, ita-lienischen und holländischen Medicin und Chirurgie" (Nürnberg 1809 —14), die„Rheinischen Jahrbücher der Medicin und Chirurgie" (Bonn und Elberfeld 181924), die „Rheinisch-westfälischen Jahrbücher der deutschen Medicin und Chi-rurgie" (Hamm 1824 fg.), mit Hufeland und Schreger das „Journal der aus-landischen medicinischen Literatur" (1802 — 3) und dessen Fortsetzung mit Hufe-
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