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auch als eigenthümlicher Bestandtheil in seine Novellen überging, in denen geradeaus allen diesem Kreise ungehörigen Partien die lebendigste Frische spricht. Seinejuristische Laufbahn scheint jedoch keine geborene Wahlverwandtschaft für ihn gewe- Isen zu sein, denn nachdem er in Berlin Auscultator und Kammergerichtsreferendargeworden, verließ er sie wieder, als er die bestimmte Überzeugung gewonnen, daßsie sich für ihn mit dem literarischen Beruf, der ihn zu entschieden drängte, nichtvereinigen lasse. Dem letztern lebt er seitdem ausschließend in Berlin, seit 183Yzugleich mit der Redaktion des „Freimüthigen" beschäftigt, welches Journal, ver- !bunden mit dem ehemaligen „Berliner Conversationsblatt", unter seiner Leitungunstreitig einen geistigern Charakter erhalten, nachdem er früher das ältere „BerlinerConversationsblatt" in Gemeinschaft mit Fr. Förster drei Jahre hindurch redigirthatte. Von der philosophischen Facultat der Universität Halle wurde ihm 1828das Doctordiplom als öffentliche Anerkennung seiner literarischen Leistungen zuge-sandt. Als Schriftsteller machte sich H. zuerst bekannt durch einige kritische Abhand-lungen in den wiener „Jahrbüchern der Literatur" und im „Hermes", indem erals literarische Firma den »am lle Auerre W. Alexis beibehielt, mit dem ihn seineUniversitätsfreunde zu nennen pflegten. Als seinen ersten produktiven Versuch ließ !er ein idyllisches Epos in Hexametern: „Die Treibjagd" (Berlin 1820), erschei-nen, das, obwol von geringerer Bedeutung, doch Gnade fand vor Jean Paul und vonMüllner gelobt wurde. Frucht längerer Studien über England und hervorgegangenaus einer scherzhaften Wette war der Walter-Scott'sche Roman „Walladmor" (3Bde., Berlin 1823—24), eine flüchtige und rasch hingestellteArbeit, die der Verfasserkaum durchgesehen haben mochte, ehe er sie in den Druck gab. Dieser Roman er-regte allgemeines Aufsehen, und man kann wol sagen, daß er von den Walter-Scott-Lesern begieriger verschlungen wurde als die eignen in ausgedehnterer Breitegehaltenen Darstellungen desselben. Mit der Jronisirung Walter Scott's, wovonwol die Rede gewesen, hatte es H., der eigentlich für das Talent des Briten sehreingenommen ist, nicht so ernstlich dabei gemeint; er wollte nur beweisen, daß maneben in Deutschland auch einen Scott'schen Roman schreiben könne, und der Er-folg rechtfertigte die in guter Laune unternommene Spekulation. „Walladmor"istfast in alle lebende Sprachen übersetzt und jüngst erst ins Polnische; in der englischenÜbersetzung erschien er sehr umgearbeitet. Ein englischer Kritiker, wahrscheinlich Wal-ter Scott selbst, nannte ihn die kühnste Mystifikation unsers Jahrhunderts. Ernstergemeint war der darauf unter gleicher Maske erschienene Roman „Schloß Avalon"(3 Bde., Leipzig 1827), in dem der Verfasser gründliche geschichtliche Studien überdie Floriaus revolutian niederlegte; doch ließ diese Arbeit, bei ihrem zu streng histo-risch gehaltenen Charakter, die größere deutsche Lesewelt kälter, obwol sie in den wie-ner Nachdrücken getrost als Scott'sche Roman wieder abgedruckt wurde. UnterH/sNovellen, die theils einzeln, theils in Taschenbüchern zerstreut erschienen, sind dieerste und die letzte: „Die Schlacht bei Torgau" (Berlin 1823) und „Das Dampf-schiff" (in der „Urania" für 1832) ohne Zweifel die originellem; „Die Geächte-ten", „Venus in Rom" und „Acerbi" die bedeutendem, und letztere wol nicht mitUnrecht vom Verfasser selbst als seine gelungenste Arbeit in Anspruch genommen.In der begonnenen Sammlung derselben, von der bis jetzt vier Bände herausge-kommen (Berlin 1830 fg.), erscheinen sie streng durchgearbeitet und in sorgsamerFeile wieder; mehre davon sind in die nordischen Sprachen übersetzt. WenigerGlück machte H. mit theatralischen Arbeiten, von denen sich nur ein Lustspiel:„Der Prinz von Pisa", und ein Fastnachtsschwank: „Der verwunschene Schnei-dergeselle", einige Zeit auf der Bühne hielten. Dagegen richtete sich die Theilnahmedes Publikums mit allgemeiner Anerkennung auf sein Talent als Novellist, undhier möchten wir sagen, daß er weniger originelle Schöpfungskraft der Phantasieals lebendig eigenthümliche Auffassung und Wiedergeburt des Empfangenen, we-