Häring
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Jahre lang von 1796 — 1805 in glücklicher Vereinigung mit diesem verehrungs-würdigen Manne lebte und an seinen astronomischen Beobachtungen Theil nahm.Die wahrend dieser Zeit erfolgte Entdeckung der Eeres durch Piazzi in Palermound der Pallas durch Olbers in Bremen veranlaßte H. zur leichtern Aufsindungdieser kleinen Planeten vollständige Himmelskarten zu entwerfen. Er wurde durchdiese Arbeit mit den teleskopischen Sternen bekannt und entdeckte 1804 am 1. Sept.Abends nach 10 Uhr im Sternbilde der Fische den kleinen Planeren Juno, welchen erals Stern achter Größe in seine Sternkarten eingetragen hatte und dessen Forlbewe-gung er bei nochmaliger Durchmusterung am 4. und 5. desselben Monats erkannte.Wegen dieser wichtigen Erweiterung der Kenntniß unsers Planetensystems erhielt er1805 die von dem berühmten französischen Astronomen Lalande ausgesetzte Preisme-daille. H. setzte seine speciellen Untersuchungen des gestirnten Himmels auch in Göt-tingen eifrig fort, wohin er 1805 als Professor berufen wurde, und vollendete nachzwanzigjähriger mühsamer Arbeit die Sammlung von 2? Himmelskarten, welche1822 unter dem Titel: „Xttas nvvus coelestis", erschienen sind. Durch diese trefflichgearbeiteten Karten, auf welchen nur die Grenzen der Sternbilder angedeutet, nichtaber die Figuren selbst dargestellt sich finden, ist die Kenntniß des Sternhimmels imAllgemeinen wesentlich befördert worden. In dieselben sind alle bis dahin mit Zu-verlässigkeit beobachteten Sterne eingetragen und von H. ohne Ausnahme selbstnachgesehen worden. Seit 18Z0 gibt H. in Verbindung mit seinem Freunde, demAmtmann Wiesen zu Rehburg, die „Kleinen astronomischen Ephemeriden" her-aus, welche zum Gebrauch für Freunde der Astronomie bestimmt sind, um diesenihre Beobachtungen und Rechnungen zu erleichtern und sie mit den neuesten Ent-deckungen bekannt zu machen. Bei diesem sehr verdienstlichen Unternehmen wird erdurch mehre ausgezeichnete Astronomen thalig unterstützt. (54)
Häring (Wilhelm), wurde im Jun. 1798 in Breslau geboren, wo seinVater bei der dortigen Kriegs- und Domainenkammer Kanzleidirector war, ab-stammend aus einer Refugie-Familie aus der Bretagne, welche nach Aufhebung desEdicts von Nantes in der Neumark Aufnahme gefunden und dort ihren französischenMimen in den entsprechenden deutschen übersetzt hatte. Der Letzte, welcher den fran-zösischen oder bretagnischen Namen IlarenA (oder Härene) geführt, war Advokat inReimes gewesen. Die ersten poetischen Eindrücke, deren sich H aus der Kindheiterinnert, knüpfen sich an die Belagerung Breslaus 1805, welche er in einem Non-nenkloster miterlebte. Nach dem Tode seines Vaters zog er mit der Mutter nachBerlin, wo er auf dem dortigen werderschen Gymnasium erste die wissenschaftlicheAusbildung erhielt. Diese Anstalt blühte damals unter der Leitung Bernhardi's,Spilleke's u. A., und vornehmlich scheinen die beiden genannten Manner, welchesich in ihrer Richtung und Gesinnung dem aus der Tieck-Schlegel'schen Literatur-periode hervorgegangenen Princip der sogenannten Lebensironie angeschlossenhatten, durch ihr Einwirken seinem Geist schon früh eine eigenthümliche An-schauungsweise mitgetheilt und ihm den Keim zur Jronisirung der Lebensverhält-nisse eingepflanzt zu haben, die sich in manchen seiner Novellendarstellungen alscharakteristischer Zug hervordrängt. Er machre 1815 als Freiwilliger im Regi-ment Kolberg den Feldzug mit. Sein Antheil an demselben beschränkte sich auf dieBelagerungen der Ardennenfestungen, und manche romantische Eindrücke aus die-ser Zeit finden sich in seiner Novelle „Jblou" niedergelegt. Er bezog 1817 zuerstdie Universität Berlin, dann Breslau, wo er außer der juristischen Berufswissen-schaft sich mit mancherlei historischen Nebenstudien beschäftigte und besonders Sa-vigny und Raumer zu Lehrern hatte. Wahrend seiner akademischen Jahre undnachher machte er vielfach Ausflüge auf Fußreisen, auf denen er nicht selten Gele-genheit gehabt, das Volksleben in seiner unmittelbaren Wirklichkeit zu belauschentmd jeme Phantasie mit Scenen und Gestalten dieser Art zu bereichern, was später
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