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Zweiter Band (1833) F bis L
Entstehung
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Hansard

der Ministerialpartei entschieden; nur bei der Entscheidung von unbedeutendenNebenpunkten gelang es vielleicht noch zuweilen der Opposition, den Sieg davomu-tragen. Wie sehr der Einfluß der Opposition gesunken war, das zeigte sich vor-nehmlich in der Leichtigkeit, mit welcher die Verantwortlichkeit der Minister dieeine förmliche Anklage zur Folge haben sollte, nur allein auf absichtliche Verletzun-gen der Verfassung, nach der Bestimmung des Regierungsentwurfs beschränkt diegrobe Fahrlässigkeit aber, auf welche die Opposition ebenfalls eine Anklage begrün-den wollte, mit einer ziemlichen Majorität abgelehnt wurde; daß aber eine Anklagewegen absichtlicher Verletzung der Verfassung nie zur Anwendung kommen werdeließ sich leicht voraussehen. In gleichem Maße aber, als die Opposition immerschwacher ward, als es ihr immer weniger gelang, wesentliche Verbesserungendurchzusetzen, verringerte sich auch das Interesse des Volks an den ständischen Ver-handlungen und der Ständeversammlung überhaupt, und dies um so mehr, je we-niger zugleich die gehossten materiellen Erleichterungen, namentlich die allgemeinund zuversichtlich erwartete Reduction des übermäßig starken und kostbaren Mili-tairetats, erfolgten. So sind denn am 29. Oct. die Verhandlungen über dasStaatsgrundgesetz bis auf die Resultate der Conferenzen über die zwischen beidenKammern streitigen Punkte vollendet. *)

Obgleich man nicht in Abrede stellen kann, daß allerdings das Staats-grundgesetz, sowie es, aus den Verhandlungen der beiden Kammern, vorzüglichder zweiten, hervorgegangen ist, manche tüchtige Bestimmungen enthalte, so kannman dennoch ebenso wenig leugnen, daß der Erfolg der Bcrathungen, daß über-haupt die ganze Wirksamkeit der Stände keineswegs den Erwartungen ent-sprochen, welche man im In- und Auslande davon gefaßt hatte. Freilich mageinigermaßen zur Entschuldigung der hanöverischen Ständeversammlung odervielmehr der zweiten Kammer gereichen, daß allerdings bald die äußern Verhält-nisse die ungünstigsten wurden, unter welcher möglicherweise eine Ständever-sammlung eine neue Verfassung berathen konnte. Die Bundestagsbeschlüstevom 28. Zun., die in manchen andern Anzeichen sich kundgebenden Reactivntraten hemmend und lähmend ein, und lösten bald das lockere Band, welches dieliberale Partei anfangs noch zusammenhielt. Je größer aber zum Theil beimZusammentritt den Kammern die Besorgniß der Gegenpartei gewesen war, umso eifriger benutzte sie bald ihren leichten Sieg zu den unwürdigsten Neckereimund Angrissen auf die Gegner. Wie sich namentlich einzelne öffentliche Blät-ter unter den Augen und der Censur der Regierung es erlaubt, ihre Gegner an-zugreifen und zu beschimpfen, würde unglaublich erscheinen, wären nicht dieBlätter vorhanden, welche von einem solchen Verfahren den Beweis geben. Soist denn die dermalige Lage des hanöverischen Landes keineswegs eine sehr erfreu-liche; an die Stelle der zuversichtlichen Hoffnung ist Muthlosigkeit und Niederge-schlagenheit, an die Stelle des Vertrauens dumpfe Unzufriedenheit getreten. Sehrwürde man sich irren, wollte man diese Gleichgültigkeit und Theilnahmlosigkeit an

dem Allgemeinen, welche mit der noch vor kurzem überall herrschenden regen Teil-nahme und dem lebhaftesten Interesse an öffentlichen Angelegenheiten einen trau-rigen Contrast bildet, für Zufriedenheit halten. Freilich scheint die hanöverischeAristokratie dieses Glaubens zu sein; möchte sie nicht zu spät ihren Irrthum er-kennen !

Hansard (Luke), geboren 1748 zu Norwich, lernte die Buchdruckerkunstin seiner Vaterstadt bei einem Manne, der seine Geschäfte aus Zerstreuungssucht

. Der durch Stimmenmehrheit in der zweiten Kammer entschiedene Antrag aufÖffentlichkeit der Verhandlungen ist zwar neuerlich noch als erfreuliches Ereignishervorgetreten, dagegen aber auch bei der Frage über die Ablösung der Grundeigen-thumsbelastungen der Kastengeist in der ersten Kammer desto schroffer erschienen.

D. Red-