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Zweiter Band (1833) F bis L
Entstehung
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343
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Hanover

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sammengezogenen Truppen rückten in die Stadt, wo sie auf das Beste von denBürgern empfangen wurden, und nachdem der vermeintliche Verfasser der obenerwähnten Schmähschrift, vr. König, und zugleich vr. Freitag, beide ausOsterode und als die angeblichen Urheber der stattgefundenen Bewegungen,gefänglich nach Hanover abgeführt waren, endete hier die Sache mit dem Ver-sprechen der Bürger, sich ruhig zu betragen, und mit der dagegen ertheiltcn Versiche-rung, daß der Herzog von Cambridge die Beschwerden der Stadt dem Königeselbst empfehlen und vorlegen werde. *)

Aber nicht bloß in Osterode, sondern auch in der Umgegend, hatten lebhafte,jedoch bald erstickte, Bewegungen stattgefunden, und ganz gewiß ist es, daß,wenn nicht ein Observationscorps in diesen Gegenden sich befunden, oder nur einentschlossener umsichtiger Mann sich an die Spitze des Aufstandes gestellt hätte,der größte Theil jener Gegend und dann freilich sehr bald das ganze Land im of-fenen Aufstande sich befunden haben würde. Die nach den osteroder Unruhenfolgenden göttinger Austritte bewiesen, was in dieser Rücksicht zu befürchten war.In Göttingen hatten alte Gebrechen der städtischen Verfassung und neuere Mis-griffe und Ausschreitungen der örtlichen Behörden die Bürger höchst unzufriedengemacht. Wie am 8. Jan. 1831 der Aufstand ausgebrochen, als Einige an dieSpitze der Bewegung traten, um welche Bürger und Studenten sich sammelten,wie man die bestehende örtliche Behörde zur Auflösung genöthigt, eine Stadt-wehr gebildet und einen gewählten Gemeinderath eingesetzt, wie aber durch Un-entschlossenheit und Schwäche das Unternehmen bald in sich selbst zerfallen und am16. Jan. die Stadt der herbeigezogenen Kriegsmacht die Thore geöffnet und sichunterworfen, ist in dem Art. Göttingen im Jahre 1831 ausführlich er-zählt worden.

Mit der aufgeregtesten Erwartung folgte das ganze Land jenen Bewegun-gen, und nur die bei der Unterdrückung derselben bewiesene Kraft vermochte dieLust der Menge, zu gleichen Gewaltthätigkeiten Auflucht zu nehmen, im Aaumezuhalten. Aber es war noch ein Grund hinzugekommen, welcher dazu beitrug,den Kampf der Gewalt zu verhindern. Schon vor dem Ausbruche der Bewe-gung in Osterode und Göttingen war I)r. von der Horst in Rothenburg mit ei-ner Flugschrift aufgetreten, worin mit edelm Freimuthe einige der wichtigstenLandesbeschwerden erörtert wurden. Ihm folgte der Advokat Gans in Celle miteiner noch freimüthkgern und schärfern Darstellung der Gründe des öffentlichenVerfalls **), ohne daß die Regierung dagegen eingeschritten wäre. Diese Schrif-ten verbreiteten sich mit ungemeiner Schnelligkeit und wurden mit dem größtenInteresse gelesen, und da von Seiten der Regierung diesen Versuchen ebenfalls nurdie Presse entgegengesetzt wurde, so sah das ganze Land einen würdigern Kampfplatzals den der rohen Faustgewalt, den Kampfplatz der Wahrheit geöffnet, in welchem eszwar langsamer aber desto sicherer und ohne Verbrechen zu dem gewünschten Aielegelangen konnte. Die muthmaßlichen Urheber der stattgehabten Unruhen wurden,so weit man ihrer habhaft werden konnte, gefänglich eingezogen, nach Celle ge-führt und einer dort niedergesetzten Commissi'on zur Untersuchung und Bestrafungübergeben. Jndeß ist von dem Erfolge der, noch immer nicht geschlossenen Unter-suchung im Publicum nichts bekannt geworden, da die Heimlichkeit des hanöveri-schen Criminalverfahrens nur dem Inhaber der Acten Aufschlüsse ertheilt.

*) Vergl.Der Aufstand im Königreich Hanovcr im Januar 1831" (Leipzig1831). Der Verfasser hat auch die Vorfalle in Osterode, nach der Versicherungvon Augenzeugen, der Wahrheit gemäß dargestellt. D. Red.

")Über die Verarmung der Städte und des Landmanns, und den Verfall derstädtischen Gewerbe im nördlichen Deutschland, besonders im Königreich Hanovcr"(dritte Austage, Braunschweig 1831).

st