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Zweiter Band (1833) F bis L
Entstehung
Seite
337
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Hanke

Hanover

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Professor Swoboda's deutscher Übersetzung, zuerst 1818, dann 1829 (bei Calvein Prag) heraus. Außerdem beförderte er seit 1817 eine große Zahl der ältestenDenkmaler böhmischer Sprache und Literatur, bisher in 10 Banden, zum Drucke,und übersetzte mehre historische und philologische Werke ins Böhmische. Von sei-nen Originalwerken ist nur eine Sammlung von Liedern (dritte Auflage, Prag1831) bekannt geworden. Bei dem böhmischen Nationalmuseum wurde er gleichnach dessen Gründung als Bibliothekar angestellt, welche Stelle er noch bekleidet.Kaiser Nikolaus belohnte seine Verdienste um die altslawische Literatur mit derVerleihung des Wladimirordens. (32)

Hanke (Henriette Wilhelmine) ward am 24. Inn. 1785 zu Jauer ge-boren, wo ihr Vater, Johann Jakob Arndt, als Kaufmann lebte. Im einfachenFamilienkreise sorgfaltig erzogen, zeigte sie viel Lernbegier und entwickelte früh einErzählungstalent, das zur Unterhaltung ihrer jungen Gespielinnen oft in Anspruchgenommen wurde. Die Vereitelung einer glücklichen Hoffnung legte ihrem ju-gendlichen Herzen schmerzliche Prüfungen auf und trübte ihren fröhlichen Sinn.Sie hatte schon lange in stiller Ergebenheit Ruhe gefunden, als 1814 der PfarrerHanke zu Dyherrnfurth an der Oder, ein vielseitig gebildeter Mann, ihre Hand be-gehrte, um seinen verwaisten Kindern eine sorgsame Mutter zu geben. Sie erfülltedie Pflichten, die sie erst nach einem schweren Kampfe übernahm, mit gewissenhaf-ter Treue, und geliebt und geachtet, fand sie ihr Glück in dem häuslichen und gesell-schaftlichen Kreise, in welchen sie trat. Die Schwägerin ihres Gatten, CharlotteHaselich, als Schriftstellerin bekannt, die oft in dem anmuthigen Dorfe verweilteund die Arbeiten ihr vorlas, welche in der Stille des Landlebens gereift waren,weckte zuerst in ihr die schlummernde Neigung, ähnliche Versuche zu wagen. Siewidmete die wenigen Mußestunden, welche die Sorge für ihr Hauswesen ihr übrigließ, ihrer ersten schriftstellerischen Arbeit, mit welcher sie ihren Gatten an seinemGeburtstage überraschen wollte. Eine schwere Krankheit unterbrach sie, ehe sieihre Erzählung vollendet hatte, und kaum war sie genesen, als ihr Gatte im März1819 ihr durch den Tod entrissen wurde. Sie kehrte in demselben Jahre zu ihrerMutter nach Jauer zurück, und nachdem ihr Gemüth ruhiger geworden war, fandsie eine wohlthätige Zerstreuung in der Vollendung ihres Romans, der unter demTitel:Die Pflegetöchter" (Liegnitz 1821), anonym erschien. Der Beifall, denihr Erstling fand, ermunterte sie und bald folgten mehre Erzählungen, bis sie miteinem größern RomanClaudia" (3 Bde., Liegnitz 1825) unter ihrem Namenauftrat. Von ihren spätem Schriften erwähnen wir besonders:Der letzte Wille"(Liegnitz 1830);Vergeltungen" (2 Thle., Berlin 1830);Die Schwiegermut-ter" (2 Bde., Hanover 1830);Die Schwester" (2 Bde., Hanover 1831). DieDarstellung des Familienlebens zur Lehre und Warnung für die Jüngern ihres Ge-schlechts gelingt dieser Schriftstellerin mit entschiedenem Glück, und durch einfacheErfindung, treffende Charakteristik, besonders weiblicher Gestalten, und frommenSinn zeichnet sie sich vor vielen 'Andern rühmlich aus.

Hanover. Nicht leicht hat irgend ein anderes Land so wenig als Ha-nover von dem Experimentiren der Legislation und Theorie gelitten, es kann dasLand des Herkommens genannt werden. Ein daraus gezogener Schluß aufeinen lockern Zusammenhang der einzelnen nach und nach in den hanöverischen^taatsverband gekommenen Provinzen, auf ein recht lebendiges Volksleben,auf recht freisinnige Institutionen in diesem Staate, würde indeß sehr irrig sein.In den einzelnen Theilen hatten sich zwar Provinziallandstände erhalten, beste-hend aus den Deputirten der Ritterschaft, der Städte und der geistlichen Stifter;diese Landstände bildeten aber längst nicht mehr die Repräsentanten des Volks,sondern einer, zwar ehrenwerthen, aber nichtsdestoweniger nachtheiligen Aristo-kratie, welche nur zu Gunsten ihrer eignen Feudal- und Bannalrechte die sürst-Eonv.-Lex. der neuesten Zeit und Literatur II.