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Zweiter Band (1833) F bis L
Entstehung
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Handelsschulen

Handelsakademie 1767 schon in seinen Mauern entstehen und zur vorzüglichsteihrer Art in Europa gedeihen. Der rühmlichst bekannte Professor der Mathema-tik Johann Georg Büsch erwarb sich das Verdienst ihrer Stiftung, das Ham-burg durch ein öffentliches Denkmal ehrte. Er wirkte unermüdet und mit Glückdurch Wort und Schrift als Director für die Heraufbildung derselben bis zu seinemTode 1806, und zeigte, was Handelsschulen leisten können, wenn sie zweckmäßigeingerichtet sind; denn es bildeten sich unter ihm Kaufleute, die heute noch demHandelsstande Hamburgs Ehre machen. Nach dem Muster der Hamburger Han-delsakademie wurde eine andere zu Lübeck gegründet, welche mit dem theoretischeUnterricht zugleich und hauptsachlich auch die praktische Ausbildung junger Leutein einem singirten Handelscomptoir mit ausgebreitetem Geschäftsgänge verbindetEbenso bestehen noch zu Bremen, Magdeburg, Nürnberg, Erfurt und Gothaähnliche Anstalten, welche den gleichen Zweck zu fördern sich zur Aufgabe machten.Auch Frankreich folgte dem Beispiele Deutschlands, und stiftete 1820 eine öffent-liche Special-, Handels-und Industrieschule (Lcale speciale de commerce ettl'iackustrie) zu Paris, die, nach einem umfassenden Plane eingerichtet, und un-ter der Aufsicht und dem Schutze von Mannern, die entweder in der gelehrten oderin der Handelswelt einen ausgebreiteten Ruf erworben haben, gleich bei ihremEntstehen die Aufmerksamkeit auf sich zog, und jetzt vor allen andern Institutendieser Art mit Auszeichnung genannt zu werden verdient. Was Frankreich in sei-ner Lcole cle commerce besitzt, das erhielt endlich Deutschland in der neuestenZeit durch seine 1831 ins Dasein gerufene und nach einem das ganze Gebiet deskaufmannischen Wissens umschließenden Plane gestaltete öffentliche Handelslehr-anstalt zu Leipzig, die, von der dasi'gen Kramerinnung begründet, als ein demBedürfniß der Zeit ganz entsprechendes und wahrhaft weltbürgerliches Institut inihrer innern Einrichtung ihre festeste Stütze findet. Sie sucht nach den ihr zumGrunde gelegten Statuten den doppelten Zweck zu erreichen: 1) allen HandlungS-lehrlingen Gelegenheit zu geben, die nothwendigste wissenschaftliche Ausbildungzu erwerben, die dem Kaufmanne nöthig ist (niederer Curs), und 2) Jünglingen,die sich spater erst dem Kausmannsstande, dem Fabrikwesen oder einem andernverwandten höhern Gewerbe des bürgerlichen Lebens widmen wollen, theoretischund praktisch zugleich die nöthige Vorbildung in den dazu erfoderlichm Wissen-schaften, Kenntnissen und Künsten zu geben (höherer Eurs). Beide Hauptab-theilungen , von welchen die erste aus einen vierjährigen, die zweite auf einen drei-jährigen Cursus berechnet ist, zerfallen in verschiedene Classen, ohne daß jedochdadurch allzu enge Schranken gezogen würden, da Jünglinge, die in einem Fachehöhere Kenntnisse mitbringen, oder schnellere Fortschritte machen als in andern,für dieses Fach in verschiedenen Abtheilungen einer höhern Classe sitzen können, undnur die Leistungen in mehren Fächern über die allgemeine Rangordnung entschei-den. Die erste Hauptabtheilung zerfallt in zwei Unterabtheilungen, deren jedevier Classen hat: a) in die mit wöchentlich 8 Lectionen, für Kalligraphie,deutsche und französische Sprache, kaufmännische Arithmetik, die Elemente derEomptoirwissenschaft, Handelsgeographie und Waarenkunde; 2) in die mitwöchentlich 16 Lectionen, wo zu dem Obigen noch englische Sprache, höhereEomptoirwissenschaft, die Elemente der Algebra und Geometrie, Geschichte undGewerbskunde kommen. In der zweiten Hauptabtheilung, bestehend aus dreiClassen, mit wöchentlich 30 Lectionen, verbreitet sich der Unterricht äußertengenannten noch über folgende Lehrgegenstände: Zeichnen, italienische Sprache,praktische Sprachübungen und Theorie des Styls, freien Vortrag in deutscher undfranzösischer Sprache, Geschichte des Handels und des Gewerbwcsens, Mathe-matik, Encyklopadie der Naturwissenschaften, Physik und Chemie, angewendetauf Gewerbe und Gewerbkunde, Handelswissenschaft mit Inbegriff des prakci-