Handelsschulen
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Schwerin angetragen wurde. Der Großherzog von Weimar aber gab ihm 1817eine außerordentliche Professur in Jena und die Aussicht über die damals dort stu-direnden Griechen In demselben Jahre ward ihm eine ordentliche Professur mitSitz und Stimme im Senat ertheilt und die Mitdirection am philologischen Se-minarium übertragen. Wie in Weimar, so war in Jena der Lehrerberuf ihm daSWichtigste, daher er, außer einem thätigen Antheil an den Literaturzeitungen zuHalle, Jena und Leipzig, nur Gronov's „Diatride in Lwtium" (2 Bde., Leipzig1812) und den ersten Theil einer Ausgabe des Statius (Leipzig 1817) zum Druckbeförderte. Er übernahm 1818 den Unterricht der Prinzessinnen Maria und Au-gusta von Weimar und führte denselben bis zu deren Verheirathung fort. Er be-gleitete sie auf einer Reise nach Petersburg, wo er ein Jahr verweilte. Die dortgesammelten Beobachtungen über Kunstschätze und Anstalten legte er in seinemBuche „Kunst und Alterthum in Petersburg" (Weimar 1827) nieder. Außerkleinern Aussätzen, z. B. „Uber Charakterdarstellung" in der „Urania" für 1817,nennen wir noch von seinen übrigen Schriften zwei Abhandlungen „De Partien-Iis Araecis", und ,/lurseIIinus seu de partieulis latinis commentarü" (Leipzig1829 — 32). Vorbereitet hat er Ausgaben des Catullus und Statius.
Handelsschulen. Bei den erhöhten Anfoderungen, welche unsereZeit an alle Stande der bürgerlichen Gesellschaft um so dringender macht, je ver-änderter und bedrängter die Verhältnisse sich gestaltet haben, und je schwerer esjetzt in jedem Stande ist, ohne gründliche Ausbildung in seinem Fache und imVerstehen Dessen, worauf es besonders ankommt, sein Glück zu machen, oderauch nur seine Stelle befriedigend auszufüllen, war es Bedürfniß, daß Institutemannichfaltiger Art zum leichtern und schnellern Fortschreiten in Wissenschaft undKunst sich bildeten, da man mit Recht nur dadurch diesen Anfoderungen und sichselbst zu genügen glaubte. War aber auch in dieser Hinsicht in allen cultivirtenStaaten in den letzten Jahrzehnten viel geschehen, boten verbesserte Schulen undAnstalten verschiedener Art vielen Classen der heranwachsenden Staatsbürger Ge-legenheit, sich für ihren künftigen Beruf ebenso wissenschaftlich als praktisch aus-zubilden, so mußte man doch fast überall noch Anstalten vermissen, in welchenJünglinge, die sich dem Handelsstande oder einem ihm verwandten höhern bür-gerlichen Gewerbe widmen, einen der vorgeschrittenen Zeit und denverändertenVerhaltnissen angemessenen, zu höherer Intelligenz als bisher führenden Unter-richt empfingen. Daß weder Bürger- und Gelehrtenschulen diesem Mangel ab-helfen können, noch der alte Gewohnheitsgang, eine bloß praktische Lehre, inkeinem Zweige des Handels mehr ausreicht, und den angehenden Kaufmann beiden Schwierigkeiten, die jetzt überhäufte Concurrenz und viele andere Bedräng-nisse kaufmännischer Unternehmungen in den Weg legen, für sein Fach zu befähi-gen und ihm eine sichere Stütze bei seinem Thun zu verleihen im Stande ist, lehrtdie Erfahrung täglich mehr. Wer wollte in Abrede stellen, daß gerade der Han-dclsstand für die Wohlfahrt eines Staats von hoher Wichtigkeit ist, indem er beiseinen vielfachen Verzweigungen so wohlthätig auf Landwirthschaft, Gewerbfleiß,Fabrik-und Manufacturwesen, Erfindungen, auf innern und äußern Verkehr,also auf die Masse des circulirenden Geldes einen besonders wohlthätigen Einflußäußert, und daher mit Recht in der neucrn Zeit die Aufmerksamkeit umsichtigerRegierungen auf sich zog.
Es war daher wol ein schöner und glücklicher Gedanke, Handelsschulen zu er-richten, um dem längst gefühlten dringenden Bedürfnisse unserer Zeit abzuhel-fen, und dem jungen Kaufmanne in einem mehr oder minder reichen Schatz vonKenntnissen ein Capital zu geben, das, weniger als Geld dem Verlust ausgesetzt,auch dem Unbemittelten reiche Zinsen für das ganze Leben darzubieten vermöchte.Die erste umfassende Anstalt dieser Art in Deutschland sah Hamburg in seiner