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was jeder Schüler weiß wußte er oft nicht, so mangelhaft Mr seine erste Bildunggewesen. Er, der den dunkeln Plotin in das Schwedische übersetzte, den Virgilerläuterte, verirrte sich oft in den leichtesten Stellen eines lateinischen Schriftste-llers, und schrieb das Lateinische ebenso schlecht, als er in seiner Muttersprache sichholperig und nachlassig ausdrückte. Je mehr er sich auf sein außerordentliches Gr-dächtniß verließ, oft ohne ein Buch anzusehen oder seine Erinnerungen zu prüfendesto leichter ward er ungenau in der Angabe von Thatsachen. Bei seinem Stre-ben, eine ganzliche Parteilosi'gkeit zu zeigen, beurtheilte er selbst seine Freundenicht nur strenge, sondern zuweilen bitter, und beobachtete überhaupt in seinen Ur-theilen, mochte er loben oder tadeln, weder Maß noch Schicklichkeit. Trotz seinerpolemischen Bitterkeit und Leidenschaftlichkeit, war er im Leben milde, bescheidenfern von Dünkel und Selbstsucht, ein trefflicher Hausvater, ein dienstfertig^treuer Freund. Von seinen zahlreichen Schriften, welche die Gebiete der Poesie,Kritik, Geschichte, Philosophie, Literaturgeschichte, Bibliographie und Päda-gogik berühren, nennen wir als die vorzüglichsten: „Historisch-kritische Bemerkun-gen über die schöne Literatur Schwedens " (2 Bde., Stockholm 1818 —19), viel-leicht seine beste Leistung; „Entwurf einer Geschichte der bildenden Künste"(Stockholm 1817); „Briefe über das philosophische System Plotin's" (Stock-holm 1814); „Geschichte der Fortschritte und der Entwickelung des philosophi-schen Studiums in Schweden" (Stockholm 1821); „Gcundzüge der Geschichteder Philosophie" (4 Bde., Stockholm 1825 — 27), sein letztes Werk. All dieseSchriften haben die'Vorzüge und Gebrechen seiner literarischen Leistungen; sie sindgroßartig angelegten Gebäuden zu vergleichen, die im Innern mit seltenen Kost-barkeiten ausgestattet sind, aber auf einem unsichern, eilig gelegten Grunde ruhen.Während seiner zwanzigjährigen Schriftstellerlaufbahn hat er vier Zeitschriften,allein oder in Verbindung mit Andern, herausgegeben und zu 18 — 20 andernBeiträge geliefert. Erwähnung verdient auch seine Übersicht der schwedischen Lite-ratur im „Hermes", Nr. 17 und 2V. Ein bedeutendes Verdienst erwarb er sich durchdie Herausgabe hinterlassener Schriften berühmter Manner, z. B. die neue voll-ständige Ausgabe der Werke Stjernhjelm's, des Patriarchen der schwedischen Dicht-kunst (1818), und der Dichtungen des tresslichen Stagnelius (3 Bde., Stock-holm 1824 — 26), die H. mit großem Fleiße sammelte. Er starb am 15. Ott.1827. (6)
Hand (Ferdinand Gotthold), Professor der griechischen Literatur in Jena,geboren den 15. Febr. 1786 zu Plauen im Voigtlande, wo sein Vater Superin-tendent und Pastor war. Den ersten Unterricht erhielt er durch Hauslehrer, undbesuchte, nachdem sein Vater nach Sorau als Superintendent und Consistorial-assessor versetzt worden war, das dortige Lyceum. Bei seinem Abgange von derSchule schrieb und vertheidigte er eine Dissertation „De mntre ma^na lleorum".Er bezog 1803 die Universität zu Leipzig und widmete sich den philologischen Stu-dien unter Hermann's Leitung. Eine anhaltende Krankheit seines Vaters rief ihnab, und er verweilte anderthalb Jahre in der Hcimath zur Pflege des Kranken.Bei einer von der oberlausitzer gelehrten Gesellschaft über den psychologischenSchatz in den Werken des Tacitus aufgestellten Preisaufgabe erhielt er 1805 denausgesetzten Preis, zwei Jahre später auch den Preis für eine Abhandlung über diepsychologische Kunst des Plautus. Zurückgekehrt nach Leipzig, übernahm er dieHerausgabe von Carus' „Nachgelassenen Schriften" (5 Bde., Leipzig 1808^10)und habilitirte sich als akademischer Docent durch die Dissertation: „Dllservatwnesin OntuIIum" (Leipzig 1809). Unter zwei von Danzig und von Weimar an ihngelangten Rufen wählte er den letztern, und ging an Passow's Stelle als Profepsor an das Gymnasium zu Weimar Michaelis 1810 ab. In diesem Amtehatte er sieben Jahre gearbeitet, als ihm die Dircctorstelle des Gymnasiums zu