Hammarsköld
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und die junge Frciheitsaat zu zertreten. Mit Recht hat man es beklagt, daß, alsmanche Erscheinungen den Geist des Festes ankündigten, Manner sich entfernthielten, die schon lange als rühmliche Kämpfer für gesetzliche Freiheit gesprochenund gewirkt, und der Feier jene würdige Haltung hatten geben können, die spaterdas Volksfest in den Psingsttagen zu Badenweiler auszeichnete, wo DeutschlandsEinheit in cdlerm Sinne verkündet ward — als Gemeinschaft der Erstrebung undAbwehr auf gesetzlichem Wege, als Einheit der Gesinnung und Richtung.
Wenige Wochen nachher fuhr jener blendende Blitzstrahl aus der schwerenGewitterwolke, die auf Deutschland lag, und wenn auch der Donnerkeil lange vordem „Nationalfest der Deutschen" geschmiedet und gegen andere Titanen gerichtetwar, so gab doch die stürmische Aufregung, die sich gleich nach der hambacher Phi-lippika in vielen Gegenden des Rheinlandes zeigte, bequeme Gründe, die bundes-gesetzlichen Abwehrmaßregeln zu vertheidigen. (Vergl. Siebenpfeiffer undWirth.) (52)
Hammarsköld (Lorenz), geboren am 7. April 1785 zu Tuna, ei-nem Landgute in Smaland, das seinem Vater gehörte, welcher Kammerherrund Ritter war. In seiner Elementarbildung vernachlässigt, ging er, erst 16Jahre alt, auf die Universität zu Upsala, und wurde, nach Beendigung seinerStudien, als Gehülfe in der königlichen Bibliothek und als Secretair der Buch-druckersocietät zu Stockholm angestellt. Von seiner Besoldung und dem Ertragseines nicht unbedeutenden Vermögens lebte er mehre Jahre unabhängig undglücklich, biserauf den Einfall gerieth, eine eigne Buchdruckerei anzulegen, dieihn bei seiner Unbekanntschaft mit Geldgeschäften und seiner Unheholfenheit in al-len mercantilischen Verhältnissen, in Verlegenheiten verwickelte, aus welchener sich nur mit Aufopferung eines beträchtlichen Theils seines Vermögens ziehenkonnte. Dieser Unfall nöthigte ihn, den schriftstellerischen Erwerb als Lebensun-terhalt zu ergreifen, er lernte aber nie die Kunst, sein Talent mit Vortheil zu ver-kaufen. Seitdem zeigte er eine in Schweden seltene literarische Fruchtbarkeit, diesich auf alle Gebiete des Wissens erstreckte. Anfanglich widmete er sich haupt-sächlich der Dichtkunst, der Ästhetik und der Bibliographie, in seinen spätemIahren aber mehr der Spekulation. Seine erste Leistung war ein 1804 in einerZeitschrift abgedruckter Aufsatz über die neuesten bedeutenden Dichter Deutschlands,merkwürdig als die erste schwedische Druckschrift, welche die Namen Novalis undTieck nannte. Ein Band Gedichte, der 1806 und in einer neuen Auflage 1813erschien, enthielt nur einige kleinere Dichtungen, die sich auszeichneten, und bewiesim Ganzen, daß H., so viel Sinn für Poesie er besaß, der schöpferischen Kraft er-mangelte. Bedeutender waren seine kritischen Arbeiten, die er theils in den, vonihm herausgegebenen, theils in andern Zeitschriften, theils einzeln drucken ließ.Besondere Erwähnung verdienen seine 1808 erschienene ausführliche Beurthei-lung der Werke Schiller's und seine scharfe Kritik des schwedischen Dichters Leo-pold, der 1810, wo sie gedruckt wurde, noch aufder Höhe seines Ruhmes standund nur an bewundernde Huldigungen gewöhnt war. H. beurtheilte ihn mit ei-ner nur zu sichtbaren Leidenschaftlichkeit, ohne auf die Bildungszeit des Dichtersdie geringste Rücksicht zu nehmen, und ergoß sich in den bittersten Tadel. An derschwedischen Literaturzeitung, die 1812 begann und, wöchentlich in einem Bogenerscheinend, 15 Jahre dauerte, nahm er so thätigen Antheil, daß beinahe dervierte Theil des Ganzen seine Arbeit war, während er in derselben Zeit noch vieleandere Beweise seiner schriftstellerischen Fruch'barkcit gab. Er beurtheilte fast Al-les, was ihm vorgelegt wurde, und selbst in Fächern, die ihm fremd waren, trater mit einer Gewandtheit auf, die oft selbst Kenner täuschte. Er hatte sich einenaußerordentlichen Vorrath von Kenntnissen erworben; er kannte fast in jedemFache die geringsten Einzelnheiten, überhaupt Vieles was Wenige wissen, aber