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Zweiter Band (1833) F bis L
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Hambacher Fest

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Staatsangehörigen der Zutritt gestattet und nur diejenigen Auslander zugelassenwerden sollten, welche unaufschiebliche Geschäfte nachweisen könnten. Mögen nunwirklich amtliche Eröffnungen von der Regierung ausgegangen sein oder nicht, eswurden wenigstens in den meisten Nachbarstaaten den Reiselustigen die Passe nachRheinbaiern nicht verweigert, worauf nur in Nassau strenge gehalten wurde. InMainz, wo einige hundert Bürger sich zum Auge nach Hambach rüsteten, machteder Festungsbefehlshaber der Ortsbehörde bekannt, daß die Kokarden vonSchwarz, Roth und Gold im Bezirke der Bundesfestung nicht geduldet werdenkönnten, und als die Ausziehenden sich nahten, wurden sie von den Offizieren derBesatzung aufgefodert, innerhalb der Feftungsgrenzen die Farben abzulegen, dievon keiner bestehenden Regierung anerkannt waren. Man fügte sich willig underst außerhalb des Festungsgebiets erschienen wieder die Kokarden und die gleich-farbigen Fahnen, die an der Spitze des Augs wehten. Man erfuhr, daß die Be-hörden in Rheinbaiern die Weisung erhalten hatten, die frühern Verfügungen ge-gen die Fremden nicht strenge zu vollziehen. Aus Allem schien hervorzugehen,daß die bairische Regierung dem Feste keine Schwierigkeit in den Weg legenwollte, und so endigte man damit, wie die Nachbarn treffend bemerkten,womit man, um alles Aufsehen zu vermeiden, hatte anfangen sollen. DieRegierung zu Speier sprach sogar in einem Umlaufschreiben an die Ortsbe-hörden den Wunsch aus, daß dem, auf seinen ursprünglichen Zweck zurück-geführten Feste viele achtbare Bürger und Beamre beiwohnen möchten, um dem-selben Würde zu geben. Auch die bairische Staatszeitung sprach kurz vor demFeste in gleichem Sinne, und äußerte die Hoffnung, daß die Rheinbaiern allen ge-selligen Zusammenkünften an dem festlichen Tage jenen volksthümlichen CharakterMich geben würden, den jeder Biedermann dem Jahresseste der Verfassung beizulegenffichr? schuldig sei.

m M Als nun der Tag des Festes herannahte, verrieth sich immer mehr die leb-

M/F haste Wirkung, welche dieses Ereigniß auf die Gemüther machte, und es konnte, dem Beobachter nicht entgehen, daß es die höhere Theilnahme am öffentlichen Le-

den und nicht bloß Schaulust und Neugier war, was diese bunten Züge in Bewe-msllch gung setzte, die auf allen Straßen zum Haardtgebirge eilten. Überall sah man Rei-sende auf offenen, mit Eichenlaub bekränzten Wagen, auf welchen die dreifarbigeFahne wehte. Die Festordner in Neustadt hatten indeß vielfache Vorbereitungenzum Empfange der Gäste getroffen. Die Zugänge zu dem Berge, auf dessenSpitze das Auge die herrlichen Gauen des Rheins übersieht, wurden gebahnt,Rednerbühnen und Zelte aufgeschlagen, und Frauengruppen wanden Kränze, dieBurgtrümmer zu zieren. Am Vorabend wurde das Fest durch Geläute und Ge-schützdonner angekündigt und Freudenfeuer brannten auf den höchsten Punkten desHaardtgebirgS. Gegen 30,000 Menschen aus allen Gegenden des Rheinlandcsund andern deutschen Ländern waren versammelt, und unter ihnen Franzosen, meistaus dem Elsaß, mehre Polen, viele Studenten, zum Theil in altdeutscher Tracht.Der Zug zur Burg begann um 9 Uhr. Voran eine Adtheilung der Bürgergardeder Stadt; darauf Frauen und Jungfrauen mit schwarz-roth-goldenen Gürteln, diepolnische Fahne in ihrer Mitte, deren Träger mit einer weiß-rothen Schärpe geziertwar. Dann die Festordner, in deren Mitte die dreifarbige deutsche Fahne mit derInschrift:Deutschlands Wiedergeburt" wehte. Ihr folgte der Landrath des Rhcin-kreijes; darauf Abgeordnete aus vielen deutschen Ländern und die andern Festbe-sucher, nach Stämmen geordnet, mit deutschen Fahnen. Das Lied:Was istdes Deutschen Vaterland?" wurde zuerst angestimmt, und zu andern deutschenKlängen gesellten sich auch dasEltons entuns de tu putrie" der französi-schen Nachbarn und polnische Lieder. Für 300 Handwerksbursche hatte Sie-

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