Hamaker
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Italien gesandt. Die Geschäfte der östreichischen Kanzleibeamten sind nichtso niederdrückender Art wie anderwärts, um nicht den Beamten Muße zur Erho-lung, oder, wer sie vorzieht, zu ästhetischen und künstlerischen Beschäftigungenzu gestatten. Auch herrscht dort nicht dasselbe Vorurtheil, wie in norddeut-schen Ländern, gegen Beamte, die neben dem Staat auch der Muse dienen.Bei der mehr patriarchalischen Regierung wird grade auch das Menschliche imStaatsdienec berücksichtigt. Jm»Verein mit mehren Jünglingen auf der wienerUniversität (1819), die ein gleiches wissenschaftliches Streben zusammenführte,von denen I. G. Seidl, v. Bauernfeld, v. Hermannsthal, Graf Auersperg(Anastasius Grün) sich seither einen Namen gemacht, schritt er zur Herausgabeeiner Zeitschrift, von welcher der erste Vierteljahrband unter Zacharias Werner'sMitwirkung, unter dem Titel „Eichenblätter" erschienen ist. Die vollendetenStudien, der Beruf und andere Gesinnungen und Richtungen trennten inzwischenjene Freunde und das Unternehmen hatte ein schnelles Ende. H. trat hierauf mitseiner ersten größern, selbständigen Dichtung „Petrarca" (Leipzig 1823) her-vor, die auch außer Ostreich günstig aufgenommen wurde, dann folgte das Trauer-spiel „Die Demetrier" (Leipzig 1825) und „Der Morgen auf Capri", dramati-sches Gedicht (Leipzig 1829), im wiener Burgtheater und auf vielen deutschenBühnen aufgeführt. Ein Band „ Novellen" war schon früher (1827) erschienen;an diese reihten sich die gesammelten „Balladen und lyrischen Gedichte" sowiezwei Bände „Dramaturgischer Skizzen" (Leipzig 1829), eine revidirte Sammlungder von ihm für deutsche Zeitschriften gelieferten kritischen Aufsatze. H., im Ge-fühl der Jsolirtheit, in welcher Ostreich ästhetisch bisher von dem übrigen Deutsch-land gestanden, setzte sein Bestreben darein, mit den namhaftesten Literaten desAuslandes in Verbindung zu treten, und der fortdauernde schriftliche Verkehr mitdenselben erhöhte seine Thätigkeit und sein eifriges Bestreben, einen ernsten Sinnfür die Literatur in seinem Vaterlande zu erwecken und zu pflegen. Diese ehren-werthe Gesinnung zeigt sich in seinen kritischen Arbeiten, die eine nicht unge-wandte sichere Feder verrathen. Von dem Theater scheint er sich, nach eini-gem Verdruß, den, unvermeidlich im Verkehr mit der heutigen Bühne, nurein leichtes Gemüth leicht abschüttelt, abgewandt zu haben. Als Dichter ist eram lebendigsten in seinen Balladen; in seinen „Erinnerungen an den Schnee-berg", vierzig Reisebildern, spricht sich der östreichische Patriot auf eine erfreulicheWeise aus. H.'s mehrjähriger Aufenthalt in Italien hatte dem Dichter neueStoffe, neue Anschauungen, neue Lebenserfahrungen gegeben; aber die Hoff-nung, von ihm eine deutsch wahrhaftige Würdigung des noch im italienischenVolke vorhandenen Lebenskeimes zu erhalten , vernichtete sein am 19. März 1832in Verona unerwartet erfolgter Tod. H.'s Vater hat die Absicht den literarischenNachlaß seines Sohnes herauszugeben. (9)
Hamaker (Heinrich Arens), Professor der orientalischen Literatur zuLeyden, hat sich mit Hülfe der dort befindlichen äußerst schätzbaren Sammlungarabischer Handschriften besonders um die arabische Literatur verdient gemacht.Er begann mit einer Probe seiner Verbesserung des sehr mangelhaften Katalogsjener Handschristen: „Lpeeimou tllutaloFi coüicum manuscrPt. orientaliumbidliotliecns 1.uFtIrum - k-rtavue" (Leyden 1820), worin er zugleich die Lebens-beschreibungen der Verfasser der von ihm geschilderten Handschriften mitthrilt,nebst äußerst reichhaltigen Anmerkungen, grammatischen, kritischen und vorzüg-lich literarhistorischen Inhalts. Diese Methode, umfassende Anmerkungen beizu-fügen, welche mir Citaten aus Handschriften gefüllt sind, hat er auch in allenseinen spätem Werken beibehalten. Einen Beitrag zur Geschichte der Kreuzzügelieferte er in seiner Schrift: „luk^ecktlini ^.1 mukriziü nurratio cle ex-
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