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begierigen Knaben zu sich, der darauf im dortigen Gymnasium seine erste Bildungerhielt. Er ging 1771 nach Upsala, wo er 1776 Lehrer der Geschichte wurdeund schon durch seine ersten akademischen Schriften Aufmerksamkeit erregte. Baldnachher begab er sich nach Stockholm und wurde bei dem Reichsarchiv, späterauch an der königlichen Bibliothek angestellt. Er wußte die Schatze dieser Samm-lungen trefflich zu benutzen, und begann 1782 eine allgemeine Geschichte derneuern Zeit, die von fleißigem Quellenstudium zeugte, aber 1785 mit dem drit- !ten Band aufhörte. H. gab dieses Unternehmen wahrscheinlich darum aus, weil ^er, bereits 1784 zum Neichshistoriographen ernannt, es für seine Pflicht halten >mochte, seine Kräfte hauptsachlich der vaterlandischen Geschichte zu widmen. Nachlangen und umfassenden Vorbereitungen unternahm er 1790 die Geschichte derRegierung Gustav Adolfs, von welcher bis 1796 vier Bände erschienen waren,als er sein Werk liegen ließ, ehe er den glänzendsten Lebensabschnitt des großenKönigs erreicht hatte, sei es, daß, wie Einige glauben, ein Wink der damaligenlichtscheuen Regierung ihn dazu bestimmt, oder daß seine Unbeständigkeit ihn ver-leitet habe, auf halbem Wege stehen zu bleiben. Das Werk fand bei den Zeitge-nossen allerdings nur eine kalte Aufnahme, da die gelehrten Forschungen, welchedarin niedergelegt waren, die gewissenhafte Quellenbenutzung, die sich auch durchMittheilung ausführlicher höchst interessanter Auszüge aus den Urkunden desReichsarchivs bewahrte, dem Zeitgeschmack nicht zusagten. H. trat 1800 mit ei-nem Werke auf, welches das Ergebniß einer ganz andern Richtung seiner For-schungen war: „Historische Bemerkungen über die Apokalypse", worin er den Haupt-gedanken auszuführen suchte, daß der Evangelist nach talmudisch-kabbalistischenUeberlieferungen den Untergang der heidnischen Welt und die Annäherung einerchristlich-messianischen Weltherrschaft, deren Mittelpunkt Jerusalem sein werde,dem jüdischen Volke verkündet habe. So viel Widerspruch seine Ansicht erfuhr,so zeigte er doch auch hier seine Gelehrsamkeit und die vertrauteste Bekanntschaftmit den Schriften der Talmudisten. Seine Ernennung zum Secretair derAkademie der Geschichte und der Alterthümer und zum Aufseher des königlichenMünzcabinets veranlaßte ihn, Untersuchungen über kusische und orientalischeMünzen herauszugeben, die ihn mit Tychsen, Münter und Frahn in nähereVerbindung brachten. Er verfolgte frühere Forschungen in seiner „Ili-sguisitio denvlmnibus in linFUÄ sveo-gotbica lucis et visus" (2 Bde., Stockholm 1816),worin er den großen Umfang seiner Kenntniß der morgenlandischen und euro-päischen Sprachstämme darlegte. Er ging von dem Grundsatze einer allgemeinenSprachverwandtschaft aus, aber so viele einzelne tressliche Bemerkungen in jenemWerke zerstreut sind, so ist doch die Etymologie oft zu willkürlich und mehr auseinzelne Lautähnlichkeiten als auf eine streng kritische Auffassung desHauptcha-raktcrs jedes Idioms, auf tieferes Eindringen in den innern Bau der Sprache ge-stützt. H. hat überdies verschiedene, die Alterthümer Schwedens erklärende Ab-handlungen herausgegeben und gegen Lagerbring's „Geschichte des schwedischenReichs" eine scharfe Polemik in zwei Banden (1819 — 22) erhoben. Er ist nochrüstig im hohen Alter und jetzt damit beschäftigt, die Briefe berühmter Männeran ihn zur Vertheilung an Freunde abdrucken zu lassen. (6)
Halirsch (Friedrich Ludwig), geboren im März 1802 zu Wien, wo seinVater, der noch lebende vr. Thomas H., als Advokat prakticirt, auch sonstals juristischer Schriftsteller und Mitredacteur der von ihm und Schuttes gegrün-deten „Annalen der östreichischen Literatur" bekannt ist. Das Leben eines östrei-chischen Gelehrten ist nicht vieler Abweichung von der durch den Staat gege-benen Norm unterworfen. H.'s Erziehung fand schon im vaterlichen Hause wis-senschaftlichen Grund und Boden; er vollendete seine Studien in Wien, trat1823 in Staatsdienste, und ward als Beamter des Hofkriegsraths nach