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Zweiter Band (1833) F bis L
Entstehung
Seite
321
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Hallenberg 321

stand des Vereins zu Murcia, bis er, durch einen falschen Genossen verralhen, 1817wieder verhaftet ward. Er kam in das Gefängniß der Inquisition zu Madrid,wo er wahrend der gegen ihn eingeleiteten Untersuchung viel zu leiden hatte, bis esihm gelang, sich durch die Flucht zu retten. Er kam glücklich über die Pyrenäenund landete in England. Im Sept. 1818 verließ er London, um in russi-sche Kriegsdienste zu treten. Er mußte lange in Petersburg auf die Erfüllung sei-nes Wunsches warten, da Kaiser Alexander anfanglich nicht geneigt war, ihm eineAnstellung zu geben. H. knüpfte hier Verbindungen mit verschiedenen Personenan, deren Namen er mittheilt und die spater in der Verschwörung eine Rolle spiel-ten. Endlich ward er als Major in einem Dragonerregiment angestellt, das zu demkaukasischen Heere gehörte. Er ging nach Tiflis, nahm an einigen Kriegszügengegen die Gebirgsvölker Theil und erwarb sich die Gunst des Befehlshabers, desGenerals Permoloff. Als der König von Spanien die Constitution der Cortes an-genommen hatte, verlangte H. seinen Abschied. Er reiste durch Galizien, wardaber von der Polizei bis über die Grenze geleitet. Nach seiner Ankunft in Spa-nien (1821) begab er sich zu Mina's Heer in Catalonien, wo er als Chef des Ge-neralstabs angestellt ward, und kämpfte bis zum unglücklichen Ausgang fürdie Sache, der er sich angeschlossen hatte. Nach der Ubergabe von Barcelona be-gab er sich nach der Havana und endlich nach den Vereinigten Staaten, bis Fa-milienverhältnisse 1826 ihn nach Europa zurückriefen. Er wurde gastfrei in Bel-gien aufgenommen, wo er bis zum Ausbruch der Revolution zurückgezogen, wie-wol nicht ohne Verbindungen mit der Oppositionspartei, lebte Am 26. Aug.1836 war er einer der Ersten, welche die Bürgerbewaffnung in Brüssel anordne-ten, und am 25. Sept. wurde er von der provisorischen Regierung zum Befehls-haber der Bürgermacht ernannt. Nach dem Rückzüge der Holländer pries manihn als den Retter Belgiens, obgleich Andere den Sieg mehr der Treue und Be-harrung der Bürger als seinem Talente zuschreiben wollen. Er erließ einen Auf-ruf, worin er alle Unzufriedenen auffoderte, sich zu versammeln, um die Freiheitvon ganz Europa zu bewirken. Die provisorische Regierung übergab ihm zwarnach den Septembcrtagen den Oberbefehl in Südbrabant, er zerfiel aber bald mitihr, und, um ihn zu entfernen, bewilligte sie ihm ein Jahrgeld von 16,666Francs, wovon die Halste nach seinem Tode auf seine Witwe übergehen sollte.H. begab sich nun nach Brügge und Möns, und man wollte die Pöbelaufstande,welche überall, wo er sich zeigte, ausbrachen, einer von ihm ausgegangenen Auf-reizung zuschreiben. Daß er mit der belgischen Deputation zu Paris und nament-lich mit Pontecoulant in Verbindung stand, scheint gewiß zu sein, aber das Ge-rücht beschuldigte ihn auch eines geheimen Verständnisses mit dem Prinzen vonOranien oder gar des Plans sich der höchsten Gewalt zu bemächtigen, und wolltein jenen Volksbewegungen nur die Mittel zur Erreichung verrätherischer Absichtensehen. Er ward am 26. Oct. in Möns verhaftet und eine Untersuchung gegenihn eingeleitet, die jedoch um so weniger ein genügendes Ergebniß haben konnte,da die unmittelbaren AufHetzer des Pöbels in Brügge und Möns verschwundenwaren. Während er verhaftet war, vertheidigte er sich in den Zeitungen gegen dieBeschuldigung eines Einverständnisses mit van Maanen und der oranischen Fa-milie, deren Gunst er, nach seiner Versicherung, nie gesucht hatte, seit er nachBelgien gekommen. Im Nov. ward er in Freiheit gesetzt und das Gerichtzu Möns that den Ausspruch, es habe sich kein Grund zu der Anklage ergeben,als ob er und seine Mitgefangenen an den Unruhen in Möns und andern Gemein-den Antheil genommen. H. kam nach Brüssel zurück und machte den günstigenUrteilsspruch bekannt.

Hallenberg (Jonas), geboren 1748 in der Provinz Smaland, wosein Vater als ein armer Bauer lebte. Ein Verwandter in Wexiö nahm den lern-Conv.-Lex. der neuesten Zeit und Literatur. II. 21