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Zweiter Band (1833) F bis L
Entstehung
Seite
318
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318 Hahn

in. dieser Hinsicht kein Eingeborener übertraf, obgleich er das Schwedische nur ge,krochen sprach. Gustav III. ernannte ihn 1787 zum Kapellmeister, mit dem Be-fehl, sich dem Unterricht in dem Gesänge und der Deklamation zu widmen. Erward 1793 erster Kapellmeister, ging aber 1808 nach Upsala als Musikdirektor andie Universität und ist seit 1820 auch als Organist an der dortigen Domkirche an-gestellt. Niemand hat in Schweden für die Tonkunst mehr geleistet als H., der außerdrei Opern (Elektra",Alcides" undRenaud") gegen 30 Prologe für mehreakademische Feierlichkeiten gesetzt hat, die aber noch nicht gedruckt sind. Erschienensind von ihm in Upsala:Zehn lyrische Versuche mit musikalischer Begleitung"(1819) undSchwedische Lieder mit Begleitung des Pianoforte" (1822). Inden Zeitschriften:Utwspdorvs",?0t»tisk Kalender" und andern, hat er theilsMusikbeilagen, z. B. tressliche Melodien zu Liedern von Atterbom, theils Ab-handlungen, besonders über Chorläe und Kirchengesang, mitgetheilt. Zu dmvon Geijer und Afzelius gesammelten altschwedischen Volksliedern hat er die Me-lodien überarbeitet. Viel verdankt ihm die schwedische Kirchenmusik. Nachdemman sich schon lange mit der Bearbeitung eines neuen Gesangbuches beschäftigthatte, gab H. 1808 ein Choralbuch und 1817 die schwedische Messe heraus.Seine Ansichten waren jedoch von den damals herrschenden Meinungen ganz ver-schieden. Man wollte die Psalmen und die Chorale ganz in dem modernen Ge-schmack bearbeiten, H. aber widersetzte sich diesem Plane mit der ganzen Kraft undHeftigkeit seines Charakters. Die meisten Melodien in dem schwedischen Gefang-buche sind theils uralt, aus der katholischen Kirche stammend, theils von Luther,feinen Zeitgenossen und nächsten Nachfolgern. Bei der 1697 veranstalteten Über-arbeitung, die Rudbeck leitete, der von der Musik wenig verstand, wurden dieChoräle theils aus Unwissenheit entstellt, theils absichtlich modernisirt; seitdemaber verwilderten sie immer mehr, sowol durch die Unkunde der Organisten, alsdurch den Einfluß des Zeitgeschmacks. H. wollte die Kirchenlieder zu ihrer ur-sprünglichen Reinheit zurückführen, alle neuern Zusätze und Abänderungen entfer-nen und jede Annäherung an weltliche Musik vermeiden. Nach langem Streitesiegte er endlich, da der Bischof Wallin, der Urheber des trefflichen schwedischenGesangbuchs, ihn kräftig unterstützte. Sein Choralbuch erschien 1819 und er-hielt die königliche Bestätigung, worauf 1821 ein zweiter Theil und 1822 diePräludien zu den Choralmelodien folgten. Als Lehrer hat H. in Upsala sehr vielgewirkt, und als Componist besitzt er ungewöhnliche Kenntnisse, ist aber in derspätem Hälfte seines Lebens mit den meisten Tonkünstlern der Hauptstadt in Op-position gewesen. Die alten Volkslieder, die alten Kirchenmelodien, die altitalie-nischen Meister, nebst Händel, Bach, Gluck, sind ihm das Höchste, Mozart'sSymphonien und Quartette stellt er hoch, aber schon von dessen Opern an rech-net er den Versall der Tonkunst und bewundert in Beethoven nur Einzelnes. Erhat sich durch die Heftigkeit, mit welcher er seine Ansichten aussprach und verthei-digte, viel Haß zugezogen, und auch noch jetzt, da der Kampf ausgefochten ist,hält er an dem Glauben fest, daß die musikalische Welt, von der jetzigen Üeber-bildung und sinnlich kitzelnden Tändelei übersättigt, früher oder später zu der altenZucht und den hohen Meistern der Vorzeit zurückkehren werde. Er beschäftigt sichjetzt mit der Herausgabe altschwedischer Melodien für den vierstimmigen Gesang.Als er die von Geijer und Afzelius gesammelten Melodien bearbeitete, hatte er nochnicht entdeckt, daß der Norden, wieder alte Volksgesang in Deutschland, seineeigne Tonleiter, besonders in den Schlußfällen, hatte. Das erste Heft erschien1832. (6)

Hahn (August), Professor der Theologie zu Leipzig, nächst Tholuck inHalle einer der gelehrtesten unter den Theologen, welche in der neuesten Zeit vomStandpunkte des Supernaturalismus die Andersdenkenden bekämpften, wurde