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Zweiter Band (1833) F bis L
Entstehung
Seite
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Häffnev

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Schon damals wollte er Beethoven's Symphonien in den (5oneerts spiriwelsaufführen, diefe Werke aber waren den Kr'mstlern der Hauptstadt so fremd, daßer seinen Plan aufgeben mußte. Wahrend seiner dreijährigen Verwaltung desOperntheaterS verbesserte er die theatralische und musikalische Darstellung und ob-gleich es ihm nicht gelang, Karl Maria von Weber zur Aufführung einer neuen Operzu gewinnen, so folgte dagegen Rossini dem an ihn ergangnen Rufe. Als Sosthenede Larochefoucauld 1824 die Oberleitung der Kunstangelegenheiten erhielt, verlor H.die Direction der Oper und wurde, nachdem Kreutzer in Ruhestand versetzt war, ersterKapellmeister. Von Geschäften freier, nahm er nun den Plan wieder auf, Beetho-ven's Musik aufzuführen, aber erst nachdem er eine kleine Gesellschaft aus tressli-chen Künstlern gebildet und eingeübt hatte und immer mehr Wetteifer erwacht war,gelang die Ausführung. Aus jenem Verein von Musikfreunden entstand die 80-ciätä 6e5 coucerts, die bloß aus ehemaligen Zöglingen des (Konservatoriums be-steht. Die unter H.'s Leitung aufgeführten Symphonien Beethoven's wurdenbald ein Gegenstand der lautesten Bewunderung der Pariser, die früher nur Mo-zart's und Haydn's Symphonien gekannt hatten. Die Herzogin von Berri nahmden Verein unter ihren besonder» Schutz. Endlich gelang es H. auch, Beethoven'sQuartette mit dem glänzendsten Erfolg aufzuführen. Er erhielt 1831 die Ober-aufsicht über sämmtliche Studien des Conservatoriums, während er zugleich alsProfessor der Violine angestellt blieb. Au den Verdiensten, die H. sich erworbenhat, gehört auch eine von ihm angegebene einfache mechanische Vorrichtung, mittelszweier Pedale rechts und links, gleichzeitig sowol als abgesondert, den Takt indie Coulissen herauf anzugeben, sodaß die entferntesten Chöre genau ausgeführtwerden können, da diesen der Takt zu derselben Zeit gegeben wird, wo der Kapell-meister ihn dem Orchester mit dem Bogen schlägt. Diese neue Einrichtung wurdezuerst bei der Aufführung der OperRodert le ckiable" mit dem besten Erfolgeangewendet. Auch führte H. den Gebrauch der vierfaitigen Contrabässe im Con-servatorium ein, wo man früher nur die dreisaitigen kannte. Er behauptet nochimmer einen Ehrenplatz unter den ausgezeichnetsten Violinspielern Frankreichs',obgleich er sich jetzt selten öffentlich hören läßt und hat unter andern trefflichen Zög-lingen auch Cuvillon und Alard gebildet. In der Composition war Reicha, Pro-fessor am Conservatorium, sein Lehrer. Er hat jedoch nur wenig geschrieben, na-mentlich für die Violine zwei Concerte, einige andere Stücke und eine große Polo-naise für den Musikverein zu Lille 1829, die sich sämmtlich durch Originalitätund Eleganz auszeichnen. In Gemeinschaft mit dem berühmten ClavierspielerSchuncke in Paris schrieb er eine große Phantasie für Pianoforte und Violine unt»mehre Stücke in der Oper ,,1.a lampe merveilleuse" sind von ihm.

Häffner (Johann Christian Friedrich) wurde am 2. März 1759 zuOberschönau bei Suhl in Henneberg geboren, wo sein Vater zu jener Zeit Schul-meister war, bei welchem Göthe, so oft er in jene Waldgegend kam, um sich aufder Jagd oder bei Kirmesfesten zu belustigen, eine Dachstube bewohnte. Wäh-rend H. die Schule zu Schmalkalden besuchte, nahm er bei dem berühmten Wier-ling, der dort Organist war, Unterricht im Orgelspiel und im Generalbaß. Erbezog 1776 die Universität Leipzig, wo er besondern Unterricht in der Aesthetikund Deklamation bei Clodius und Zollikofer nahm, und sich seinen Unterhaltdurch das Lesen musikalischer Corcecturen für Breitkopfs Verlag erwarb. Daraufbegleitete er als Musikdirektor einige wandernde Schaufpielergesellfchaften, die iuFrankfurt a. M., Hamburg und andern Städten spielten. Auf die Empfehlungeines deutschen Kaufmanns kam er 1780 nach Stockholm, wo er als Organist beider deutschen Gemeinde angestellt ward und bald nachher auch eine Stelle bei derköniglichen Oper erhielt. Der Dichter Thorild wurde sein Lehrer in der schwedi-schen Deklamation und Prosodie, und allmälig brachte es H. soweit, daß ihn