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Zweiter Band (1833) F bis L
Entstehung
Seite
312
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312 Gymnasialwesen

edler Erziehung" (Winterthur 1824); Rauchenstein'sBemerkungen über denWerth der Altcrthumsstudien auf Gymnasien und höhern Schulanftalten" (Aarau1825); Gerlach'sVerhältniß des Sprachunterrichts zu den übrigen Lehrgegen-ständen" (Basel 1825); Thierfch,Über gelehrte Schulen, mit besondererRücksicht auf Baiern" (Stuttgart 1826 fg.); Friedemann'sDeutsche Schul,reden" (Gießen 1829), und DesselbenParänesen für studirende Jünglinge ausdeutschen Gymnasien und Universitäten" (Braunschweig 1827); Baumgarten«Crusius,Briefe über Bildung und Kunst in Gelehrtenschulen" (Leipzig 1824);Böhme'sSchule und Zeitgeist, ein Beitrag zur Pädagogik für Gelehrtenschulen"(Neustadt a. d. O. 1824). Einen Schatz von Erfahrungen und Erinnerungenenthalten Harm.nn'sKleine Schulschriften" (Königsberg 1814), und die9oi>.süiu sckolusticu" von F. A. Wolf (Wertheim 1829 und 1839). Die Schul-programme, die besonders in dem preußischen Staat regelmäßig geschrieben undmit Nachrichten über die einzelnen Schulen ausgestattet werden, und unter denZeitschriften besonders die in Darmstadt erscheinendeSchulzcitung", und dieJahrbücher für Philologie und Pädagogik", früher von Jahn allein, seit 1831in Verbindung mit Seebode herausgegeben, tragen vorzüglich dazu bei, Alles,was Gelehrsamkeit, Unterricht, Erziehung, Einrichtung, Ordnung und Ausstat-tung der Schulen anbetrifft, in kurzer Zeit zu allgemeiner Kenntniß und dieSchulmänner unter einander in innigere Verbindung und zu wetteifernder Teil-nahme an der wichtigen Angelegenheit zu bringen. Gegen so einstimmige Erklä-rungen hat sich aber seit einiger Zeit der alte Krieg des Realismus aufs Neue ent-zündet. Die Klagen desselben gehen dahin, daß mit dem Erlernen der lateini-schen Sprache zu früh angefangen, daß mit derselben, und noch mehr, daß mitder sehr Wenigen nöthigen griechischen auch Diejenigen geplagt werden, die demGewerbe, Handel und andern Beschäftigungen des bürgerlichen Lebens sich bestimmthaben, daß man überhaupt alles Heil, alle Bildung allein in dem Alterthumsuche, und darüber die Kenntnisse, ohne welche Niemand sich im Leben finden undnützlich machen kann, vernachlässige, daß man eine schmähliche Unbekanntschaftmit der Muttersprache dulde und selbst befördere, anstatt ihr besondere Aufmerk-samkeit zu widmen, daß man allein das Gedächtniß und den Verstand der Ju-gend beschäftige und wol gar die christliche Frömmigkeit der heidnischen Ver-ständigkeit und Kunstgewandtheit nachfetze. Diese Vorwürfe, die vielleicht ein-zelne Lehrer und Anstalten treffen mögen, sind im Ganzen zu wenig begründet,als daß öffentliche Anklagen unserer Gelehrtenschulen gerechtfertigt wären. UeberReligion und Muttersprache denn die<e findet auch ein sächsischer Ankläger,Otto, in einer Schrift:Zwei Gebrechen der meisten Gelehrtenfchulen in Deutsch-land" (Leipzig 1839), so vernachlässigt, daß er in einer zweiten auf eine völligeReform der Gymnasien nach seinem Plane angetragen hat haben wir obengesprochen; und der Ernst, mit welchem alles Religiöse von Lehrern und Ler-nenden behan-delt wird, seit es nicht mehr Zwang und Gewohnheit und geistli-ches Formelwesen ist, sowie der Einfluß einer gründlichen Bekanntschaft mit denalten Sprachen auf die Kenntniß der Muttersprache, der sich durch die Geschichteunserer Literatur und ihrer ausgezeichnetsten Meister bewährt hat und bewährt,geben die beste W-iderlegung. Was die sogenannten Realien anbetrifft, so schei-det man immer mehr Realschulen und Gelehrtenschulen, und wie man jenenicht mit Studien belästigt, die für sie keinen Zweck haben, so hüten sich diese,durch das Vielerlei der wissenschaftlichen Gründlichkeit Eintrag zu thun, und an-statt formeller Bildung der Jugend eine Masse von Dingen und Fertigkeiten dar-zubieten, deren genaue Kenntniß und Übung in den gegebenen Verhältnissen undin der gc-statteten Zeit unmöglich ist. Welche Früchte die Vielwisserei und Viel-rederei ohne gediegene Geistesbildung zu tragen pflegt, welche allgemeine Erschlaff