Gymnasialwesen 309
am 21. Aug., 1831, begab er sich wieder in den Canton, suchte besonders dieVorsteher von Lieftall zu ermuthigen und von einer Unterwerfung zurückzuhal»Gtte ^ ten. Er berief dann in einer sehr kritischen Lage eine Landesgemeinde, von welchersogleich wieder eine neue provisorische Negierung ernannt wurde. Auch hier standChatte er an der Spitze und wurde nebst drei Andern durch eidgenössische Truppen nachihreU^ .. Bremgarten in eidgenössische Hast abgeführt. Seit seiner Rückkehr nach fünf-wöchiger Gefangenschaft arbeitete er besonders gegen die Ranke, welche der eidge-nössische Repräsentant Tscharner zu Gunsten Basels anwandte. Nach erfolgterTrennung von Seiten Bafels prasidirte er im Verfassungsrathe der Landschaft undch - ^ ^ Spitze der Regierung. Im Verfassungsrathe bestritt er beharrlich das^ ultrademokraUsche Princip, besonders die Landesgemeinden als gesetzgebende Behör-Avitiem Seinen Grundsätzen nach ist er sehr gemäßigt, jedoch ein entschiedener Feind allerOrts- und Familienprivilegien. Jetzt wirkt er hauptsächlich für Hebung desVolksschulwesens. Er zeichnete sich von jeher sowol im schriftlichen als mündlichen. .. "lA Vortrage durch eine bewunderungswürdige Leichtigkeit und Gewandtheit aus' ^ es ruhte während der ganzen Zeit des Kampfes fast alle Last der GeschäfteWM auf ihm. ^ (29)» M Gymnasialwesen. Die Griechen gaben der gesammtcn ErziehungMmlH heranwachsenden Jugend zwei Theile; sie nannten sie Gymnastik und MusikMchlW (Trankt« und Trttttje/« Jene bezog sich auf die Aus-»chW aij bildung und Übung der Körperkräfte; diese, im weitern Sinne des Worts, um-chiMuim, faßte alles geistige Streben, das im Dienste der Musen stand; gründliche Kennt-li mNii« «iß der Sprache, Dichtkunst, Beredtsamkeit, Philosophie, Mathematik, Geschichte,Ert> - und Naturkunde gehörte in dieses Gebiet. Wenn auch der spatere GebrauchMHi« die Namen Gymnasium, Lyceum, Akademie, welche früher einzelnen PlatzenAthens und den Schulen, die dort ihre Stätte aufgeschlagen hatten, eigen-thümlich waren, auf besondere Classen von Lehranstalten beschrankt hat, so istDtDii doch der erste Charakter der Erziehung, wie man sie bei gebildeten Völkern verlangt,und der Kreis des Unterrichts, durch welchen diese Bildung der Jugend gewährtMWil wird, derselbe geblieben. Gymnasium nennt man jetzt die Lehranstalt, welchetliD ff den vorbereitenden Unterricht in den ersten Elementen schon voraussetzt und dieMz W schon reifere Jugend durch ihre Ausbildung zu dem Studium der WissenschaftMsB und zu der Anwendung der Wissenschaft im Leben überführt; es steht über dervckiM Elementarschule und der sogenannten lateinischen Schule, die man besser dasjn den^ Progymnasium nennt, und unter der Universität oder Akademie. Als Gelehrten-MA ' schule hat das Gymnasium eine bestimmte Augabe der Erziehung und Bildung;ArDD denn ihm sind die Knaben und Jünglinge anvertraut, welche entweder die Wis-senschaft zu der Beschäftigung ihres ganzen Lebens wählen, oder durch wissen-schafcliche Vorbildung sich zur Führung öffenlicher Ämter, welche diese Bildungvoraussetzen, tüchtig machen wollen. So unerscheidet es sich von den Anstalten,welche zur Ausübung eines bürgerlichen Gewerbes, sei es Handwerk oder Handeloder irgend eine Thätigkeit, die nur Fertigkeit und Kenntniß der Sachen, Stoffe,Hülfsmittel verlangt, vorzubereiten bestimmt sind. Durch diese besondere Rich-tung und durch die derselben eigenthümlichen Mittel verschieden, hat es dennochW" den Zweck rein-menschlicher Ausbildung mit jeder andern Form der Erziehunggemein; Frömmigkeit, Fleiß, Frohsinn sind auch hier die Tugenden, welche indie jungen Gemüther gepflanzt und in ihnen genährt und erhalten werden müssen.^ ' ^ Die Frömmigkeit ist die Verbindung alles geistigen Strebens mit einer hohem, . Weltordnung, das Gottesbewußtsein, das sich in christlichem Glauben, Liebe undHoffnung verklärt und jeder andern Thätigkeit und Auszeichnung die wahre' . Weihe und die ewige Bestimmung gibt; ohne mönchischen Zwang und Formcn-^ dienst und ohne äußere Frömmelei wird sie durch fortgefetzten Unterricht in der ^^ .