Gutzwiller
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„Handbuch der Geographie" (2 Bde., Leipzig 1810^ vierte Aufl. 1826) hat dazuvielfach beigetragen und andern ahnlichen Werken die Bahn gebrochen. Er ver-band sich mit Gaspari, Hassel und Andern zur Besorgung des „VollständigenHandbuchs der neuesten Erdbeschreibung", für welches er die Beschreibung dersüdamerikanischen Staaten lieferte, die im 19. und 20. Bd. dieses Werkes(Weimar 1827 — 30) enthalten sind. Zu dem von ihm und I. A. Iacobi her-ausgegebenen Werke: „Deutsches Land und deutsches Volk", lieferte er den erstenund zweiten Band unter dem besondern Titel. „Deutsches Land" (Gotha 1820).
Gutzwiller (Stephan), Regierungspräsident des neuen schweizerischenCantons Basel-Landschaft zu Liestall, wurde am 18. Nov. 1802 zu Therwyl, ei-nem ansehnlichen katholischen Dorfe unweit Basel, geboren. Sein Vater, Jo-se p h G., ist ein schlichter Bürger, ein Hufschmied. Da G. von seiner Geburt animmer von sehr schwächlichem Körperbaue war, aber schon in der Dorfschule vielLust und Fähigkeit zum Lernen zeigte, und ohne alle fremde Anregung den in einemkatholischen Dorfe auffallenden Wunsch äußerte, studiren zu dürfen, gaben endlichseine Altern feinem Wunsche ihre Zustimmung, in der Erwartung, daß er sich demgeistlichen Stande widmen werde. Von 1814 — 18 wurde er nun, wie in denDörfern der katholischen Schweiz noch immer gebrauchlich ist, zu dem Orts-geistlichen in die Schule geschickt, lernte aber aus Mangel einer strengen Aufsichtund eines fähigen Lehrers wenig, außer Lateinisch und etwas Französisch. ImHerbst 1818 bezog er das jesuitisch eingerichtete und zum Theil selbst von Exjefuitengeleitete, wegen feines finstern Geistes bekannte Gymnasium zu Solothurn, woer sich bald durch Talent und Eifer vor seinen Mitschülern vortheilhaft auszeich-nete. Im Sommer 1823 besuchte er die Akademie zu Genf, wo er vorzüglichPictet's und Decandolle's Vorlesungen hörte und Gelegenheit fand, sich im geselli-gen Leben aufs vortheilhasteste auszubilden. Im Frühling 1824 ging er nachAarau, wo der von Aschokke und Troxler errichtete Lehrverein im Mai seine Vorle-sungen begann, benutzte vorzüglich Zschokke's Vorträge über schriftlichen, undmündlichen Vortrag, und Troxler's Vorlesungen über Naturrecht und Geschichte,die ihn bestimmten, sich dem Studium der Rechtswissenschaft zu widmen. Mitdieser veränderten Standeswahl waren seine Altern nicht zufrieden und sie dran-gen so sehr in ihn, daß er versprach, auf der Hochschule zu Würzburg es mit demStudium der Theologie zu versuchen. Er hörte auch wirklich in Würzburg ei-nige Stunden Dogmatik, aber der Lehrer und dessen Vortrag machten einen sol-chen abschreckenden Eindruck auf ihn, daß er für immer der katholischen Theo-logie Lebewohl sagte und zur Fahne der Jurisprudenz schwur. Nachdem er inWürzburg und Heidelberg seine Studien vollendet, sich mit seinen Altern wegenveränderter Standeswahl versöhnt und die Staatsprüfung wohl bestanden hatte,wurde er schon im Sommer 1827 von seiner heimathlichen Gemeinde zum Mit-glied des Bezirksgerichts gewählt und im Oct. desselben Jahrs nahm ihn der großeRath von Basel in seine Mitte auf und wählte ihn im Frühling des folgendenJahrs zum Mitglieds des Criminalgerichts. G. verlegte seinen Wohnsitz nunnach der Stadt Basel und fand als Advokat und Notar bald eine eintraglichePraxis. Als Mitglied des großen Rathes widmete er seine Thätigkeit vorzüg-lich den Verhältnissen des katholischen Bezirks Birseck zum alten Canten Ba-sel, indem dieser Landestheil, welcher zum ehemaligen Fürftenthum Pruntrut undvon 1793 —1814 zu Frankreich gehört hatte, erst 1816 mit der Schwei; warvereinigt und dem Canton Basel einverleibt worden, dessen staats-, kirchen- undprivatrechtliche Verhaltnisse zu den alten Theilen des Cantons Basel aber nochimmer größtentheils unerörtert geblieben waren. Im großen Rathe widerfetzteer sich lebhaft dem Beitritte des Cantons zu dem römischen Concordat über dieErrichtung des neuen Bisthums Basel; er zeigte, wie nachtheilig dasselbe für
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