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Gymnasium seiner Vaterstadt, das damals an Nambach, Stroth, Meinecke undHergt tüchtige Lehrer hatte. Günstige Verhaltnisse bereiteten ihn schon damalszu der rühmlich zurückgelegten Laufbahn vor, als der Leibarzt Ritter zu Quedlin-burg ihm den Unterricht seiner Kinder übergab, und diese Verbindung wurde fürseinen ganzen Lebensberuf, wie für feinen Charakter und feine Geistesbildung ent-scheidend. Er studirte seit 1779 in Halle Theologie, ohne jedoch andere wissen-schaftliche Gebiete zu vernachlässigen, und kehrte nach drei Jahren in seine Vater-stadt zurück, wo er seine Verbindung mit der Familie Ritter, früherer Verabre-dung gemäß, wieder anknüpfte, um den Unterricht ihrer Kinder fortzusetzen. DerTod des Familienvaters trennte dieses Verhältniß, ward aber auch Veranlassung,G. mit Salzmann zu befreunden, in dessen neu gegründete Anstalt zu Schnepfen-thal Ritter's dritter Sohn, der Geograph Karl Ritter, kam. Salzmann erkannteG.'s ausgezeichnete pädagogische Talente und gewann ihn für seine Anstalt. Gleichbei seinem Eintritt in diese Laufbahn faßte G. die physische Erziehung genauer insAuge, und Salzmann, der in dieserHinsicht ganz mit ihm einig war, überließ ihmseit 1786 ausschließend die Leitung der Leibesübungen. Seitdem wurde die Gymna-stik ein sorgfältig gepflegter Gegenstand des Unterrichts in Schnepfenthal, und gingvon hier, durch G. theoretisch und praktisch bearbeitet, in andere deutsche Lehranstal-ten über. Die erste Ausgabe feiner „Gymnastik für die Jugend" (Schnepfenthal1793) gab nicht nur in Deutschland, sondern auch im Auslande, namentlich inDa-nemärk, Anlaß zur Anlegung gymnastischer Übungsplätze für die Zöglinge der Schu-len. G. bildete die Übungen in den folgenden Jahrm weiter aus, prüfte alle genauerordnete sie nach naturgemäßen Abstufungen, und nach solchen Vorbereitungenwurde die zweite Auflage seiner „Gymnastik" (1804) ein classisches Hülssmittelder Erziehung und die Grundlage aller später erschienenen ähnlichen Werke. Hatteer früher diesen Gegenstand nur aus rein pädagogischem Standpunkt bearbeitet, sowurde er in den Jahren 1814— 16 zu einem andern, dem vaterländischen undvolkthümlichen, hingedrängt, und von vielen Seiten aufgefodert, schrieb er sein„Turnbuch" (Frankfurt a. M. 1817), das selbst bei hochgestellten Staatsmän-nern Beifall fand, in einer Zeit, wo mehre Regierungen, besonders die preußische,die Sache begünstigten. G. blieb den Richtungen fremd, die seitdem mit diesenÜbungen verbunden wurden und sie in einer Zeit des ängstlichen Argwohns undder Verdächtigung in schlimmen Ruf brachten, bis später die gute Sache ei-nen erfreulichen Sieg gewann. Seine Beschäftigung mit dem Studium der phy-sischen Erziehung, das feine Aufmerksamkeit auf Alles lenkte, was als physischesÜbungs - und Stärkungsmittel betrachtet werden kann, führte ihn auch zur Bear-beitung der Schrift: „Spiele zur Übung und Erholung des Körpers und Geistesfür die Jugend" (Schnepfenthal 1796, dritte Aufl. 1802). Als eine Zugabe zuseiner Bearbeitung der Gymnastik gab er sein „Lehrbuch der Schwimmkunst"(Weimar 1798) heraus. Sein von Andern vielbenutztes Buch: „MechanischeNe-benbefchäftigungen für Jünglinge und Männer" (Altenburg 1801, zweite Aust.Leipzig 1816) machte den Beschluß seines gymnastischen Cursus. Er war fort-während in Verbindung mit der Anstalt zu Schnepfenthal geblieben, nachdem erin dem nahen Dorfe Ibenhain ein kleines Landgut gekauft hatte, wo er, seit1797 verheirathet, der Erziehung seiner Kinder, literarischen Beschäftigungenund der Aufsicht über seine Besitzung seine Zeit widmete. Von 1800 —19gab er die Zeitschrift: „Bibliothek für Pädagogik, Schulwesen und die gesammtepädagogische Literatur Dcusschlands", heraus, die ihm einen ausgedehnten Wir-kungskreis verschaffte. Die freiere Muße, die er nach dem Schlüsse derselben ge-wann, führte ihn zu dem Studium der Geographie zurück, der er schon früherseine Thatigkeit gewidmet hatte, um einer gründlichem und naturgemäßem Me-thode, als er in den gewöhnlichen Lehrbüchern fand, Eingang zu verschassen. Sein