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wurde von da nach Vincennes gebracht. Am 15. Dec. erschien er vor sein-»Richtern, widersetzte sich dem Vertheidigungssysteme seines Advokaten Cremieux >welches für G. nützlicher war als für dessen Collegen, und wurde zu lebensläng-licher Verhaftung, dem Jnterdicte und den Prozeßkosten verurtheilt. Er ist ^dem mit den übrigen Ministern in Ham. G. schrieb: „Recllerciies llistoriguex !5nr le jur^" (Caen 1819), ein gelehrtes und sogar freisinniges Werk. (15)
Guilford (Frederick North, fünfter Graf von), Stifter und Kanzler der iUniversität der ionischen Inseln, geboren 1761, war der dritte Sohn des Lords ^North, welcher als Minister Georgs III. sich sehr bekanntgemacht hat undam 17Aug. 1792 gestorben ist. Nachdem G. die gewöhnliche Erziehung eines britischeEdelmanns erhalten und in Oxford studirt hatte, verschaffte ihm sein Vater eineStelle bei der Schatzkammer. Nun erat er seine Stelle im Parlamente seinem äl- !kern Bruder ab. Spaterhin zum Gouverneur der Insel Ceylon ernannt, unternahm ^er eine Reise in das Innere der Insel. Sein Begleiter war der Geistliche James >Cordiner, dem wir eine gute Beschreibung der Insel verdanken. Bald nach seinerRückkehr erbte North den Titel seines verstorbenen Bruders, des Grafen von G,, >und wurde dadurch Pair des Reichs. Spater sandte ihn die Regierung mit Aufträ-gen nach den ionischen Inseln. Hier wandte sich sein Herz ganz zu dem Schicksaledes unglücklichen Griechenlands. Bildung und Neigung hatten ihn schon längst andiese^von Barbaren verhöhnten Trümmer eines edeln Ruhmes gefesset. Ohne Frauund Kinder stand Lord G. nicht einsam, Hellas Söhne wurden seine Familie.Mit einer Philanthropie, für welche, wie ein Dichter sagt, es keinen Wintergibt, verwandte er Vermögen und Talente auf das Bemühen, den Nalional-charakter der ionischen Inselbewohner wieder zu erheben und in diese schonen Ei-lande die frühern Tage der Blüte zurückzuführen. Es gelang ihm, auf einigenderselben, die nahe an Wcsthellas Küsten liegen, mehre Schulen (überhaupt 29mit mehr als 1700 Zöglingen) zu gründen. Endlich sah er sich durch die Bei-hülfe der britischen Regierung und des ionischen Parlaments in den Stand ge-setzt, seinen Lieblingsentwurf auszuführen, und Korfu wurde vorzüglich durch ihnder Sitz einer griechischen Universität. Man hat keine Vorstellung von den Hin-dernissen und Ränken, welche sich den Bemühungen dieses edelsi Philhellenen ent-gegenstellten. Nur des Lords fester Charakter, sein beharrlicher Wille in allemWesentlichen, mit Nachgeben in Nebendingen, seine erhabene Gesinnung, mit derKunst die Gemüther zu gewinnen verbunden, sein großer Reichthum und seinhoher Rang vermochten alle Schwierigkeiten zu beseitigen. Ungeachtet einer mitUnrecht freisinnig genannten Constitution, welche die britische Regierung den io-nischen Inseln gegeben hatte, ist die Gewalt des Lord-Obercommissairs sehr aus-gedehnt, und Sir Thomas Maitland, welcher damals diese hohe Würde beklei-dete, war bei seinem herrschsüchtigen und harten Charakter jedem edeln und groß-artigen Vorschlage abgeneigt. Endlich gab das ionische Parlament 1819 zur Er-richtung einer Universität auf Korfu seine Einwilligung. Nun erst zeigte LordG. den ganzen- Umfang seiner rastlosen Thätigkeit. Unter den Ioniern gab eskeine hinlänglich unterrichteten Männer zu den Lehrerstellen, und die wenigengebildeten Fremden, welche auf dem Boden der Siebeninseln verweilten, redetendie Nationalsprache nicht so geläufig, um darin Vorlesungen zu halten. Esmußten also vor allen Dingen Professoren gebildet werden; aber oft, wenn G.glaubte das Ziel seiner Mühen erreicht zu haben, kam ein Todesfall, eine Hei-rath, ein Aufflug von kriegerischer Begeisterung oder sonst etwas dazwischen,und nöthigte ihn neue Nachforschungen zu machen und neue Wahlen zu treffen.Nach jahrelanger Geduld und Bemühung, nachdem er, hierbei auch von demGrafen Kapodistrias unterstützt, mit großen Kosten Studirende auf berühmteUniversitäten und in die größern Städte Europas geschickt hatte, vereinigte G.