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Zweiter Band (1833) F bis L
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Guernon de Ranville

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UW

achtungen der Mondgebirge, die er nicht für Vulkane gelten lassen will, völligbewahrt, und gefunden zu haben, daß die meisten Ringflachen der Mondringge-birge sich noch als die obern Segmente der in den Mond versenkten Weltkörperankündigen, daß die Ringgebirge selbst concentrisch geschichtete Ringe sind, die sichvon den versunkenen Kugeln abgestreift haben, und im Großen und theilweise, undzwar wie aus der Erde, sich als Urgebirge zeigen, woraus er den Schluß zieht,daß Biebersteins Ansicht, nach welcher man sich die größern Weltkörper aus klei-nern zusammengesetzt denkt, wahr und allgemein gültig sein muß. (54)

Guernon de Ranville (Martial Come Perpetue Magloire, Graf),Exminister Karls X., geboren 1787 zu Caen, wo sein Vater Bataillonschef war.Er nahm 1806 bei der kaiserlichen Garde Dienste, wurde aber bald wegen Kurz-sichtigkeit außer Thätigkeit gesetzt. Nachdem er 1813 zu Paris promovirt, arbei-tete er mit Erfolg in Caen als Advokat. Er trat 1815 unter die königlichen Freiwil-ligen im Departement Calvados, ward einer ihrer Capitains und legte erst am

24. Marz, als das ganze Departement die kaiserliche Herrschaft anerkannt hatte,die Waffen nieder. Als Advokat zum Unterzeichnen der Zusatzacte berufen, pro-testirte er kräftig, begab sich dann nach Gent, begleitete kurz darauf den Herzogvon Aumont nach der Normandie und kehrte nach der zweiten Restaurationzu seiner Advokatur zurück. Im Dec. 1820 zum Präsidenten des Gerichts-hofs von Caen ernannt, 1822 Generaladvokat zu Colmar, zwei Jahre spaterGeneralprocurator zu Limoges, 1826 zu Grenoble, sprach er nicht immer imSinne der öffentlichen Meinung und erhielt daher am 26. Aug. 1829 eine wich-tigere Stelle als Generalprocurator zu Lyon, in welcher er den zum Justizmini-sterium berufenen Courvoisier ersetzte. In seiner Einführungsrede am 26. Oct.erklarte G., er sei ein unversöhnlicher Feind der revolutionnairen Ideen. Am 19.Nov. desselben Jahrs wurde er Minister des Unterrichts und Cultus. DieJournale warfen ihm nun vielerlei vor, was ihm in der That fremd war, undlegten ihm u. A. sehr einfaltige Verse über den Herzog von Aumont zur Last. DecHerausgeber des?ilote, jouroal du Calvados", war Erfinder dieser Persönlich-keiten, wurde als Verleumder zu Gefängnißstrafe und Geldbuße verurtheilt, aberauf den Antrag G.'s begnadigt. Der Herausgeber des setzte die An-griffe fort, änderte aber seine Taktik und warf dem Minister vor, er sei äußerst libe-ral und stelle sich nur an, als sei er ein Ultra. G. vertheidigte sich dagegen im,Mo-uiteur". Ehe er seine Ministerstelle annahm, hatte er am 15. Dec. 1829 eine Denk-schrift an Polignac gesendet, worin er versicherte, daß er nie an einem StaatsstreicheTheil nehmen würde; Polignac erwiderte, er selbst würde es ebenso wenig thun.Auch bei der Erörterung der Adresse, gegen welche er sich eifrig erhob, betheuerteer seine Anhänglichkeit an die Verfassung, und bemerkte, wenn die Minister jeeinen Rath gegen die Charte gäben, so hätten sie sich selbst die daraus entste-henden Folgen zuzuschreiben. Es ergibt sich endlich aus der Procedur gegen dieExminister, daß G. zu Denen gehörte, welche im Ministerrath gegen das Erlassenverfassungswidriger Ordonnanzen sprachen; allein er unterließ mit Chabrol undCourvoisier seine Stelle niederzulegen; und unterzeichnete die Ordonnanzen vom

25. Jul. Er habe, äußerte er vor dem Gerichtshose der PairS, im Angesichteder Gefahr nicht fliehen wollen. Am 29. Jul. wohnte er dem letzten Minister-rath in Saint-Cloud bei, und da hier die Rede davon war, unter der Präsident-schaft Mortemart's ein neues Ministerium zu bilden, so rief G. aus:Laßtuns den Augenblick die Portefeuilles niederlegen". Es war zu spät. In demBriefe, welchen er an demselben Tage an Courvoisier schrieb, beklagte er, daßihn nicht beim pariser Kampfe eine Kugel durchbohrt habe. Er verließ den Königin St.-Cloud, nahm zu Fuße den Weg nach Tours, wurde am 5. Aug. verhaftet,blieb bis zum 27. mit Peyronnet und Chantelauze im dortigen Gefangnisse und