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Zweiter Band (1833) F bis L
Entstehung
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Gruithuisen

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erwarten konnte. G. strebte, bis zur Aufopferung fleißig, allenthalben nach Gründ-lichkeit, er arbeitete nicht schnell, aber was aus seiner Feder kam, war muster-Haft. Bei einem kraftigen Wuchs hatte er häusig mit großen körperlichen Be-schwerden zu kämpfen, obschon mit Bestimmtheit behauptet werden kann, daßweniger die Masse der Arbeit als der Gegenstand derselben seine Gesundheit un-tergraben habe. Die Untersuchungen, die er leitete, ergriffen sein edles Herz tiefund um so tiefer, je weniger er, eingedenk der Pflicht, die allgemeine Menschen-liebe, von der er durchdrungen war, konnte vorwalten lassen. (57)

Gruithuisen (Franz von Paula), anerkannt als Naturforscher, beson-ders im Fache der Physiologie und Astronomie, wurde am 19. März 1774 ausdem alten Ritterschlosse Haltenberg am Lech geboren. Sein Vater, PeterG., einvon Maximilian III. nach Baiern berufener Falconier aus Herzogenbusch, konntenicht viel auf die geistige Erziehung seines Sohns verwenden, und dieser mußtenach dem Studium der gelehrten Sprachen die Chirurgie erlernen. Begierig Er-fahrungen zu sammeln und die Welt zu sehen, nahm er als Feldchirurg Dienstin der östreichischen Armee, als 1788 der Türkenkrieg ausbrach. Seines Vaterssteter Wunsch, seinen Sohn nach dessen Rückkehr unter den Dienern des KurfürstenKarl Theodor versorgt zu sehen, ging erst nach seinem Tode in Erfüllung. G. ge-wann Zeit, sich den philosophischen Studien zuzuwenden, wobei ersich durch seine Ex-perimente und selbst gebauten Fernröhre das Zutrauen und die Aufmunterungeiner hohen Person erwarb, die ihn zur Entwickelung seiner Anlagen auf eineUniversität gehen und ihm ein reichliches Iahrgeld zufließen ließ. Im Genußfreier Muße, studirte er in Landshut seit 1801 Philosophie und Medicin. Er er-hielt nach seiner Promotion 1808 einen Ruf als Professorder Physik nachHof-wyl, gleich darauf aber bei der Schule für Landärzte zu München die Lehrstelle derPhysik, Chemie, Naturgeschichte, Zoonomie und Anthropologie, die er auchbis 1824 versah, während ihn die Universität Freiburg für Chemie, Physik undAstronomie und Breslau für Physiologie zu gewinnen wünschten. Er nahm aberdiese Berufungen nicht an, da er im Vaterlande besser gestellt wurde. Nach derVersetzung der landshuter Universität nach München erhielt er wegen seiner Ent-deckungen am Himmel das Lehramt der Astronomie, das er noch jetzt mit Bei-fall verwaltet. Er ist Herausgeber einer geschätzten Zeitschrift:Analekten fürErd- und Himmelskunde". Das Institut ro)a1 zu Paris verlieh ihm wegen derersten Erfindung der Zermalmung des Steins in der Harnblase den Preis von1000 Francs. Auf seinen Reisen durch Deutschland 1825 und 1826 erhielt er vonGelehrten aus allen naturwissenschaftlichen Fächern Beweise ehrender Anerken-nung. Wir nennen von seinen Schriften:Uber Existenz der Empfindung inden Köpfen und Rümpfen der Geköpften" (Augsburg 1808);NaturhistorischeUntersuchung über den Unterschied zweier Eiter und Schleim durch das Mikroskop"(München 1809);Physik, historisch bearbeitet" (München 1810, 4.);Anthro-pologie" (München 1810);Organozoonomie" (München 1811);Uber dieNatur der Kometen" (München 1811);Beiträge zur Physiognosie undHeauto-gnosie" (München 1812);Lieblingsobjecte im Felde der Naturforschung" (Mün-chen 1817);Propädeutik der Medicin" (Nürnberg 1823);Uber die Ursachender Erdbeben" (Nürnberg 1825). Mehre Aufsätze lieferte er für Bode'sAstro-nomisches Jahrbuch", Nasse'sZeitschrift", Kastner'sArcyiv", und in dem letzten(Bd. 1 und 2) namentlich:Entdeckung vieler deutlicher Spuren der Mondbe-wohner, besonders eines kolossalen Kunstgebäudes derselben". Eine ausführlicheAbhandlung über diesen Gegenstand mit mehren Steintafeln, und G.'s übrigezahlreiche Mondbeobachtungen sind noch nicht in den Druck gegeben worden.Er glaubt die von Marschall von Bieberstein 1802 bekannt gemachtenUnter-suchungen über Ursprung und Ausbildung des Weltgebäudes" durch seine Bcob-