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Zweiter Band (1833) F bis L
Entstehung
Seite
291
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Grün

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in Wittenberg angestellt. Wahrend der Krkegsbedrangnisse mußte er manche seltenerfreuliche Verhandlungen mit den einziehenden Heerführern und dem Stadt-befeblshaber übernehmen, und mit den von Wittenberg verdrängten Studirendennach Leipzig versetzt, erhielt er nach dem Siege der Verbündeten den Auftrag, inBlücher's Hauptquartier zu reisen, um die in Beschlag genommene Bibliothek derUniversität zu retten, was ihm auch vollkommen gelang. Nach der Abtretung ei-nes Theils des Königreichs Sachsen an Preußen schickte der akademische Senat ihnnach Berlin, um wegen der Vereinigung der Universität Wittenberg mit der Hoch-schule zu Halle zu unterhandeln, und nach der Erledigung dieser Angelegenheit trater 1815 sein Lehramt in Halle an. Wahrend seines Aufenthalts in Leipzig hatteerWieland's Leben" (Leipzig 1814) bearbeitet, das später in einer ausführlichemund vollkommenem Darstellung (4 Bde., 1827 fg.) als Zugabe zu der Sammlungder Werke des Dichters erschien. Mit Ersch verband er sich nach Hufeland's Todezur Herausgabe derAllgemeinen Encyklopadie der Wissenschaften und Künste",und entwickelte in der Einleitung zu dem zweiten Theile dieses Werkes seine An-sicht über das encyklopädische Studium. Er hat zur Förderung und Ausbildungdieses Nationalwerkes rühmlich mitgewirkt und es in Verbindung mit Ersch biszum siebzehnten Bande fortgeführt. Seit Ersch's Tode gibt er die erste Section(A G) allein heraus, während den andern zwei Sectionen, in welchen das Un-ternehmen gleichzeitig fortschreitet, Andere vorstehen. Er besorgte von 1818 20eine neue Ausgabe der Werke Wieland's, und man hat seine Bemühungen beider Anordnung und Erläuterung derselben nach Verdienst anerkannt. Eine ähn-liche Ausgabe von Klopftock's Oden erschien 1831. Er vollendete die von A.Jacobs begonnene Schrift:August Hermann Niemeper. Zur Erinnerung andessen Leben und Wirken" (Halle 1831), und setzte seinem Freunde Lafontaine einbiographisches Denkmal. Die von ihm besorgte dritte Ausgabe derSynonymikder deutschen Sprache" von Eberhard und Maaß (6 Bde., Halle 1826 30)verdankt ihm gehaltvolle Bereicherungen. Seine in Zeitschriften zerstreuten Dich-tungen, von welchen einige in das Französische übersetzt wurden, erschienen unterdem Titel:Sophiens Lieblingsstunden"(Leipzig 1811). Seit Ersch's Todeister Mitherausgeber derAllgemeinen Literaturzeitung".

Grün (Anastasius), ein Pseudonyme, für den man mit ziemlicher Gewißheitden Grafen Anton Alexander v on Auersperg angibt, der, am 11. April1806 geboren, von seinem frühverftorbenm Vater die Grafschaft Thum am Hartin Ostreich erbte. Der Name Anastasius Grün hat einen schönen Klang in derdeutschen Dichterwelt gewonnen durch das Epos:Der letzte Ritter" (München1831), in Balladenform und im Metrum des Nibelungenliedes, behandelndLeben und Tod des Kaisers Maximilian I. Mit echter poetischer Lust, Jugend-frische und freiem Geiste schildert der östreichische Patriot den Kaiser, in dessen ro-mantischem Leben die Sonnenwende des alten Ritterthums zur neuen Zeit sich amanschaulichsten darthut. Eine besonders geschickte Behandlung des Nibelungen-verses zeichnet dieses Gedicht aus, dem schon mehre Nachahmungen gefolgt sind.Minder originell sind G.'s früher herausgegebene Lieder (Blätter der Liebe",Stuttgart 1830), in denen sich eine Nachahmung Heine'scher Art und Weise kundgibt. Dagegen werden ihm ebenfalls mit ziemlicher Bestimmtheit zugeschriebendieSpaziergänge eines wiener Poeten" (Hamburg 1831, zweite Aufl. 1832),patriotische Herzensergüsse, in denen der Dichter mit ebenso viel poetischem Feuerals jugendlichem Freisinn für sein geliebtes Ostreich freisinnigere Institutionenfodert. Diese Gedichte, abgesehen von ihrem politischen Charakter, gehören zuden bessern poetischen Erzeugnissen der letzten Jahre. Sein Bildniß findet manin dem Musenalmanach für 1833 von Küntzel, Motz und Zimmermann (Darm-stadt 1832). (9)