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Zweiter Band (1833) F bis L
Entstehung
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290
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290 Gruber

nem Schriftwechsel zwischen G. und Geijer, der in der ZeitschriftIckuna" ein!«!Bemerkungen darüber gemacht hatte. G. zeichnet sich als Lehrer durch ungemein-Bestimmtheit und Deutlichkeit aus, und strebt mit glücklichem Erfolge, seine M-senschaft zu popularisi'ren. Sein System nähert sich Schelling's frühern Ansichtendoch nicht ohne kritisch-eklektische Vermittelung. In der Zeitschrist8veu" g^ ^zwei Aufsatze: eine Übersicht des gegenwartigen Zustandes der Philosophie, undBeitrage zur Erörterung der Lehre von der bürgerlichen Gesellschaft. Der letzteAufsatz wurde 1836 auch besonders gedruckt, und trug nicht wenig bei, mancheeinseitige Ansicht der Lehren über die Religion, die Ehe, den Staat und dasVer- >haltniß zwischen Herrscher und Volk zu berichtigen. Die schwedische Akademie gabihm für diese Schrift den von Lundblad gestifteten Preis. G. nahm 1834 als Ab-geordneter der Universität Upsala an der Revision der allgemeinen Elementarer;!?-hungsanstalten Antheil, und als 1837 ein großer Ausschuß zu Berathungen üb» !das Lehrwescn ernannt wurde, wählte der König ihn und Geijer zu Mitgliedern.Im Ausschuß traten sich zwei Hauptansichten entgegen, deren eine auf völlige Um-schaffung des Alten drang, während die andere an den Universitäten nur wenig, anden Schulen fast nichts ändern wollte; G. aber trat vermittelnd ein, und die Mehr- !zahl der Mitglieder schloß sich ihm an. In dem Berichte des Ausschusses bearbeitete !er den Abschnitt über die Universitäten, und entwickelte in einer Beilage seine Gedan-ken über die Schulen. Er wurde 1830 Mitglied der schwedischen Akademie und feiertein der herkömmlichen, in den Verhandlungen der Akademie für 1830 abgedruckten !Eintrittsrede das Andenken seines Vorgängers, des Dichters Leopold. (6)

Gruber (Johann Gottfried), Professor zu Halle, geboren am 29. Nov.1774 zu Naumburg, erhielt den ersten Unterricht in der Stadtschule seiner Vater-stadt, wo besonders durch den damaligen Rcctor Ilgen seine Neigung zu dem Stu-dium der alten Literatur geweckt und seine geistige Richtung bestimmt wurde, undbezog dann 1793 die Universität Leipzig, um sich dem Studium der Philosophie,Philologie und Geschichte, und später auch der Mathematik und der Naturwissen-schaften zu widmen. Er nahm 1797 eine Hofmeisterstelle in Rußland an, wardaber bald durch Pauls I. Verordnungen gegen die Fremden zur Rückkehr genöthigtund kam nach einem kurzen Aufenthalte in Göttingen nach Leipzig zurück, wo ersich einer sehr verschiedenartigen schriftstellerischen Thätigkeit hingab. SeineSchrift:Über die Bestimmung des Menschen" (Leipzig 1800 und 1809), fandauch nach Fichte's Behandlung desselben Themas Anerkennung und seinVersucheiner pragmatischen Anthropologie" (Leipzig 1803) wurde 1810 ins Schwedischeübersetzt. Das Studium der Ästhetik, durch Kant'sKritik der Urteilskraft" ange-regt, deren Princip er jedoch endlich als unhaltbar aufgab, beschäftigte ihn nebenKunstgeschichte und Archäologie angelegentlich. Er trat 1803 in Jena als Pri-vatdocent auf und wurde bald nachher Theilnehmer an der Redaktion der von Eich-städt begonnenen Literaturzeitung, in welcher er mit einer Vergleichung der Philo-sophie mehrer Nationen auftrat, die Göthe's Aufmerksamkeit erregte. - Nachdemer das Redactionsgeschäft wieder aufgegeben hatte, benutzte er die gewonnene freie ^Muße zur Ausarbeitung derCharakteristikHerder's"(Leipzig 1805), die er gemein-schaftlich mit Danz herausgab. SeineRevision der Ästhetik" in der hallischenAll-gemeinen Literaturzeitung" (1805 6) verbürgte seinen Beruf zur AusarbeitungdesWörterbuchs der Ästhetik und Archäologie", von welchem jedoch nur der ersteBand (Weimar 1810) erschien. Bald nachher unternahm er dasWörterbuch deraltclassisch.n Mythologie" (3 Bdc, Weimar 181018). Sein Aufsatz überRomanenliteratur in derAllgemeinen Literaturzeitung" erwarb ihm WielandsWohlwollen, der ihn zu seinem Biographen bestimmte und ihn dazu vorbereitete.Er lebte 1810 einige Zeit in Dresden, um die dortigen literarischen und artistischenSchätze zu benutzen und wurde 1811 durch Reinhard's Verwendung als Professor