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Zweiter Band (1833) F bis L
Entstehung
Seite
288
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286 Grouchy. .- ' . .

dringen im Begriffe waren, bot er dem Kaiser seine Dienste wieder an und übie.nahm, weil dies Napoleon ausdrücklich wünschte, den Heerbefehl über dielerie. G. vereinigte sich, nachdem er Colmar hatte räumen müssen, mit demMarschall Victor am Fuße der Vogesen, dann nahm er an der Schlacht vonRochiere (12. Febr. 1814) Theil und deckte den Rückzug der Armee gegen dieSeine. Er trug zur Wiedereinnahme von Troyes bei und entschied den Rückmdes Generals Kleist in dem Treffen bei Vauchamps (oder Joinvillers, 14. Febr.sIn Napoleons letzter glorreichen Schlacht bei Craüne (7. Marz) wurde G. schwerverwundet und mußte die Armee verlassen.

Unter Ludwig XVIll. verlor G. die Stelle eines Generalobersten der Jäger,welche der Herzog von Vsrri erhielt; weil jedoch derKönig den Offizieren ihre bishstrigen Titel und Rechte zu lassen versprochen hatte, so beschwerte sich G. darüber beidem Kriegsminister Dupont. Sein Schreiben misfiel und er wurde exilirt. Im Im.1815 rief ihn der König zurück und ernannte ihn zum Commandeur des Ludwigs-ordens; indeß erhielt G. keine Anstellung. Als daher Napoleon wieder vomThrone Besitz genommen hatte, trat G. in die Dienste des Kaisers zurück. Erhemmte bei Valence den Fortschritt der königlichen Truppen unter dem Herzogevon Angouleme, welcher bei Pont St.-Esprit, wo General Gilly stand, capitu-liren und sich in Cette einschiffen mußte. Hierauf zerstreute G. die königlichenTruppen unter Ernouf und Loverdo bei Aix und Marseille, wodurch der Südenohne Blutvergießen unter Napoleons Herrschaft zurückkehrte. Der Kaiser ernannteihn jetzt zum Oberbefehlshaber der Alpenarmee. Nachdem er hier für den Schutzder Grenze gegen Savoyen die nöthigen Anstalten getroffen hatte, riefihn Napo-leon zur großen Armee und übergab ihm den Oberbefehl über die gesammte Cava-lerie. Nach der Schlacht bei Ligny (16. Inn. 1815) sollte er am 17. mit 34MVMann und 100 Kanonen den Rückzug des preußischen Heeres (unter Blücher)verfolgen; auf diesem Marsche griff er am 18. den General Thielmann bei Wavrean. Wahrend dieses Gefechts lieferte Napoleon die Schlacht bei Waterloo. Hiersoll G., wie seine Gegner behaupten, den Verlust der Schlacht verschuldet haben,indem er nicht bemerkte, daß drei preußische Armcecorps gegen die Linie von Wa-terloo hin marschirten, um dem Heere Napoleons in die Flanke und den Rückenzu fallen, wahrend Thielmann allein mit 15,000 Mann bei Wavre stehen blieb,um das zwei Mal stärkere Heer unter G. aufzuhalten. Allerdings hörte man mG.'s Lager sehr deutlich die Kanonade des nur vier Stunden von Wavre entfern-ten Waterloo, und General Ge'rard, der unter G. befehligte, rieth ihm wieder-holt,cke mnrcüer snr le cnnau cke I'Lmpereur". Allein G. hielt sich an die be-stimmten Befehle des Kaisers vom 17.; der von Napoleon am 18. ausgefertigteBefehl, daß G. sich an den rechten Flügel des kaiserlichen Heeres hinanziehen sollte,kam erst Abends um 7 Uhr in G.'s Hände. (S. Waterloo Bd. 12, und den hierangeführten Schriftenwechsel zwischen G. und Ge'rard.) G. erwiderte daher demGeneral Gerard, daß er, ohne Befehl von Napoleon, keineguerre ck 'in?j»r^tian" führen wolle. Er blieb daher, statt dem Kaiser zu Hülfe zu eilen, zu Sart-ü-Valain stehen, wo er das Gefecht mit Thielmann noch am 19. fortsetzte. Erstaw diesem Tage Nachmittags 4 Uhr erhielt er von Napoleon den Befehl umzukeh-ren. G. konnte jetzt nur über Namur den Rückmarsch antreten. Er bewerkstel-ligte ihn ohne Verlust, blieb aber ohne alle Nachricht und Befehle vom Kaiser,der seinerseits G.'s Heer für verloren hielt. Erst in Nethel erfuhr G., daß derKaiser abgedankt habe. Nun riß Desertion in seinem Heere ein; er ließ daher Na-poleon II. ausrufen und die Cavalerie, auf der Flanke der Alliirten, in daRichtung von Laon und Soissons vorrücken, wo er glaubte, daß die Trümmades kaiserlichen Heeres sich Härten sammeln können; mit der Infanterie zog ergen Rheims. Der Marschall Soult meldete ihm nun, daß er seine