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und einen Transport angehalten und geplündert zu haben. Nach dem Beispielevon Carmagnola sollten sie daher sämmtlich mit dem Tode bestraft und ihre Hau-ser in Brand gesteckt werden. G.'s Unerschrockenheit und die dringenden Vorstel-lungen, die man an den zur Exemtion beorderten franzosischen Befehlshaber rich-tete, retteten Allen das Leben; der Verlust ihrer Wohnungen und sonstigen Hab-seligkeiten war aber nicht abzuwenden. G., der glückliche Retter der Einwohner seinesGeburtsortes, wurde bald darauf nach rühmlich bestandener Prüfung Substitutseines Vaters (1808), dessen Gesundheit namentlich durch jenes furchtbare Er-eigniß wankender geworden war, und beschrieb die Schreckensscenen in der Schrift:„Ausführlicher Bericht der Einäscherung von Prießnitz am 16. Oct. 1806, nebstdrei Gedächtnisreden, am Jahrestage derselben auf dem Angstplatze vor dem Dorfegehalten" (Jena 1810). Er folgte 1811 dem Ruf als Pfarrer nach Gröbitz beiWeißenfels, wurde 1822 Diakonus und Professor in Schulpforte und schon imfolgenden Jahre nach Demme's Tode Generalsuperintendent, Oberhofpredigerund Consistorialrath in Altenburg. Die Tiefe und Gründlichkeit seiner Kenntnisseund seine Unbefangenheit in wissenschaftlichen Forschungen hatte er kurz vorher inder Schrift: „De procurutore purabola 1. (7 ex re provinciali Romauorum il-lusti-uta" (Leipzig 1823, 4.), beurkundet. Später gab er außer einigen einzeln ge-druckten Predigten in einer Gratulationsschrift: „Observation«« aü Dlatonemet Iloratium" (Altenburg 1825), und „Dexici Dlatonic! specimea I" (Alten-burg 1828) heraus, welches letztere besonders die baldige Erscheinung des dadurchangekündigten größern Werkes höchst wünschenswerth macht. Dem wiederholtenehrenvollen Antrage, an Tzschirner's Stelle nach Leipzig zu gehen, folgte G.1829, wo er Dr. und ordentlicher Professor der Theologie, Pastor an der Tho-maskirche und Superintendent der leipziger Diöces wurde. Mit der gehaltreichenStreitschrift: „Ouuestiones ?biloneae" (?. 1, II, Leipzig 1829, 4.), erwarber sich die Lehrfreiheit auf der leipziger Hochschule und wirkt seitdem in seinem aus-gedehnten Beruf als akademischer Lehrer, als Geistlicher, als Ephorus und alsMitglied der kirchlichen Oberbehörde bei der Gründlichkeit seines Wissens und sel-tener Gewandtheit im Geschäftsleben, auf eine höchst ausgezeichnete, segensreicheWeise. G. rückte 1832 in die dritte ordentliche Professur der Theologie auf undwurde Domherr im Hochstift Zeitz, nachdem ihn kurz vorher die Bestimmungender Verfassungsurkunde, in seiner Eigenschaft als Superintendent zu Leipzig, zumMitglied der ersten Kammer der Ständeversammlung gemacht hatten. (57)
Grotefend (Georg Friedrich), Director des Gymnasiums zu Hanover,ward zu Münden am 9. Jun. 1775 geboren. Er besuchte das Pädagogium zu Ilfeldund später seit 1795 die Universität Göttingen, wo Heyne, Fiorillo und Tychsen dieGelehrsamkeit des Jünglings erkannten, der mit Heeren in freundschaftliche Ver-bindung trat. Er ward 1803 von Göttingen, wo er als Cottaborator am Gym-nasium und als Privatdocent gelebt hatte, als Conrector und Professor nach Frank-furt a. M. berufen, wo er bis 1821 lebte und dann das Directorat des Gymna-siums zu Hanover übernahm. Als Schulmann hat sich G. durch eine tiefe Ein-sicht in das Wesen des höhern Unterrichts ausgezeichnet, auch das Gymnasium zuHanover neu organisirt und namentlich für zweckmäßigen philologischen Unterrichtgesorgt. Seine schriftstellerische Thätigkeit ist sehr ausgebreitet. Zuvörderst sind seineArbeiten über die Deutung der Keilschriften zu nennen, als deren glücklichsten Ent-zifferer ihn Silvestre de Sacy und Hammer bezeichnen. Die dahin einschlagendenAufsätze in Hceren's „Ideen", in den „Fundgruben des Orients", in Böltiger's„Amalthea" stehen dem größtenTheile nach verzeichnet inHartmann's „OlufGer-hard Tychsen". Ferner hat er die allgemeine Sprachwissenschaft (Pasigraphie) in vie-len zerstreuten Abhandlungen bearbeitet, die lateinische Sprache aber ist durch seineUmarbeitung und neue Gestaltung von Wenck's Grammatik (vierte Aufl. Frank-