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Gross:
Großmann
Ehrenstetten überhäuft, daß ihm nichts mehr hinzuzugeben übrig war. Seit duIuliusrevolution hat sein Genius bis jetzt wenig Gelegenheit zu gleich großen L.i-stungen erhalten. Sein Talent hat sich so vielfach bewahrt, daß ein bedeuten^Platz ihm nicht streitig gemacht werden kann; doch mochte sein Ruf von der Nach-welt zwar als ein französischer, nicht aber als ein europaischer anerkannt werden, dgdas Grelle seines Colorits, das Streben nach Wirkung in seinen Bildern oft an dasAuffallende grenzt. Seine vielen Verdienste erhöht ein liebenswürdiger Charakterder sich in schöner Natürlichkeit an Girodet's Grabe aussprach. s 14)
Grossi (Ernst von), geheimer Medicinalrath und Professor der Klinik inMünchen, wurde am 1. Jul. 1782 zu Passau geboren. Schon im fünfzehntenJahre begann er zu Wien unter Frank und Störk das medicinische Studium, wel-ches er später zu Hatte und Berlin als Schüler Loder's, Reisis, Meckel's, Mursin-na's fortsetzte. Nach erhaltener Doctorwürde ließ er sich zu Passau als praktischerArzt nieder, ging jedoch 1808 nach München, wo er als Professor bei der chirur-gischen Schule bis 1814 angestellt war. Er wurde 1817 Medicinalrath daselbstund wirkte viel für einen medicinifchen Studienplan der dänischen Universitätenund für die ?barmacopc>ea bavarica. Darauf ward er 1824 Professor der Klinikan der Ludwigsuniversität zu München, wo er leider zu früh für die Kunst undWissenschaft am 31. Dec. 1829 starb. G. war einer der ausgezeichnetsten Ärzteund klinischen Lehrer Deutschlands. Er wurde von keinem seiner College« in derDiagnose übertroffen, und nur wenige waren so gute und einfache Therapeutenals er. Seine Klinik war höchst lehrreich; G. hatte großes Lehrertalent und einenunendlichen Schatz von Gelehrsamkeit; nur zu viel von letzterer, um als glücklicherReformator der deutschen Medicin aufzutreten, ein Urtheil, welches wir aus seinenhintcrlassenen Werken („Opera meckica postkuma", 2 Bde., Tübingen 1831)nehmen, deren Herausgabe G.'s sonst so verdienten großen Ruf gewiß nicht erhö-hen dürfte. In seinem klinischen Unterrichte bediente sich G. des Lateini-schen, das er tresslich sprach. Sein Eifer für die Medicin, deren Grenzen ersehr weit steckte, war so groß, daß er in den letzten Jahren seines Lebens eine großewissenschaftliche Reise nach Frankreich, Spanien, Portugal und England unter-nahm, deren Resultate er, wie überhaupt die Früchte seiner tiefem Studien, leidernur dem engern Kreise seiner Schüler mittheilte. Die Zahl seiner Schriften istsehr klein; außer einigen Aufsätzen in der „Medicinisch-chirurgischen Zeitung" er-schien nur fein „Versuch einer allgemeinen Krankhcitslehre, entworfen vom Stand-punkte der Naturgeschichte" (2 Bde., München 1811). Die Dankbarkeit seimrvielen, vorzüglich in Baiern lebenden und ihm innigst ergebenen Schüler setzte ihmin der Nahe des Münchner Krankenhauses eine Statue mit der Inschrift: „lmsgoviri nobilis, meclici salmileri, prolessoris egi-CFÜ, «iocti naturae scrutatori« po-sita ab smicis et Uiscipulis ci. XXI. 1>,I. X. 1831." (2)
Groß mann (Christian Gottlob Leberecht), geboren zu Prießnitz imHerzogthum Altcnburg am 9. Nov. 1783, erhielt seine erste Bildung von sei-nem Vater, der dort Prediger war, und von seinem Oheim Börner, nach-herigem Pfarrer in Jssersheilingen, der in den alten Sprachen ihn trefflich unter-richtete. Seit 1796 Zögling der Schulpforte, bezog er Ostern 1802 die Univer-sität Jena, um Theologie zu studiren, und bereitete sich hier, durch den mehrjäh-rigen nähern Umgang mit Griesbach vielfach gebildet und unterstützt vom Histori-ker Heinrich, zu dem wichtigen Beruf eines akademischen Lehrers vor, als ihndas Einrücken der französischen Armeen im Oct. 1806 und mehre Ereignisse, diean dasselbe für ihn sich knüpften, diesen Plan aufzugeben nöthigtcn. Die Ein-wohner seines Geburtsortes, der an der Landstraße liegt, die aus dem Voigtlandenach Naumburg und Jena führt, wurden nach vielen erlittenen Drangsalen umjene Zeit durch ein Misverständniß beschuldigt, durchpassirende Franzosen ermorde