Griechenland 279
laufen in den Hasen verwehrte, den Ausbruch offener Feindseligkeiten zur Folge.Nach einigen gegenseitigen Demonstrationen, kam es zu einem lebhaften Ge-fechte zwischen der russischen Brigg Telemach und dem hydriotischen Fahrzeuge,welches durch die Batterien des Fort Heidegger und die unter denselben liegendeCorvette Spozzia unterstützt wurde. Der Verlust war auf beiden Seiten gleichbedeutend, ohne daß die Resultate des Gefechts in der Lage der Dinge eine we-sentliche Veränderung hervorgebracht hätten. Auch die gleich darauf zwischen denBefehlshabern der vermittelnden Geschwader, dem Fürsten Maurokordatos und demAdmiral Miaulis angeknüpften Unterhandlungen, welche den Zweck hatten, die Hy-drioten für so lange zur Übergabe der griechischen Escadre an die Marinecomman-danten zu bewegen, bis ihre Streitigkeiten mit der Regierung entschieden seinwürden, führten zu weiter nichts, als daß sich Admiral Ricord, welcher seine Sta-tion bei Poros nicht verließ, verpflichtet haben soll, zwischen den streitenden Par-teien fortan eine vollkommene Neutralität zu beobachten. Gleichwol soll er spä-ter mehre hydriotische Transportschiffe angegriffen, und selbst den Truppen derRegierung bei dem Übergange auf die Insel behülslich gewesen sein. Von diesenzu Lande bedrangt und in bestandiger Besorgniß, daß sich die Russen mit Gewaltder griechischen Flottille bemächtigen würden, faßte Admiral Miaulis am 13.Aug. den furchtbaren Entschluß, sämmtliche Schisse der Gewalt seiner Feinde durchZerstörung zu entziehen. Achtundzwanzig Fahrzeuge, unter ihnen die FregatteHellas, deren Gesammtwerth auf 50 Millionen Francs angeschlagen wird, wur-den in kurzer Zeit ein Raub der Flammen, während eine furchtbare Explosion dasFort Heidegger in einen Steinhaufen verwandelte. Nur die beiden Dampfschissewurden gerettet. Poros, der wilden Wuth der Truppen des Präsidenten preis-gegeben, war mehre Stunden der Schauplatz des Schreckens und Entsetzens. *)Hydra, wohin sich Miaulis zurückgezogen hatte, ward unverzüglich durch die dreivermittelnden Geschwader und die schwachen Reste der griechischen Marine in Blo-kadezustand versetzt und die Urheber des dem Staate bei Poros zugefügten Scha-dens, Miaulis, Konduriottis, Maurokordatos und einige Andere durch dasObergericht zu Nauplia des Hochverraths für schuldig erklart. Nichtsdestowenigerunterhielten die Hydrioten mit den Feinden der Regierung in Morea fortwahrendfreundschaftliche Verbindungen, und suchten ihren Einfluß immer weiter auszu-dehnen, was ihnen um so leichter gelang, da sich die allgemeine Stimmung,nachdem der gerechte Unwille über den Verlust der Flotte etwas überwunden war,doch wieder für die Sache der Hydrioten erklärte. Denn wenn auch die Regierungdurch die am Tage des Untergangs der Flotte endlich erlassene Erklärung, daß sieden 20. Sept. zu Argos die gewünschte Nationalversammlung eröffnen werde, ei-nigermaßen die Gemüther wieder gewonnen hatte, so verscherzte sie dagegen allesVertrauen durch die empörendste Willkür, womit sie sich bei den Wahlen der Ab-geordneten im Voraus die Majorität zu erzwingen hoffte. Es war daher nur na-türlich, daß am 20. Sept. noch nicht ein Abgeordneter in Argos eingetroffen war,wahrend sich deren bereits 00 freiwillig in Hydra eingefunden hatten, wo maneine Gegenversammlung zu eröffnen drohte, wenn jener nicht ein von Militairfreier und dem Einflüsse der Regierung entzogener Ort bestimmt würde. Also wa-ren die Geister gespannt, die Leidenschaften angeregt, als am9. Oct. Konstantinund Georg Mauromichalis durch die Ermordung des Präsidenten, die Schmachrächten, welche er nur vor wenig Tagen ihrem vom Jammer tiefgebeugten Bru-
*) Die Berichte über diese Ereignisse sind in Einzelnheiten natürlich sehr unbe«stimmt und widersprechend. Mit den ossicicllen Angaben des Präsidenten in den„ lettre» et üoeumens", S 9Z — I8l, ist vorzüglich ein Bericht des londonerzu vergleichen, welcher die absichtlichen Entstellungen in jenen nachweist^