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Zweiter Band (1833) F bis L
Entstehung
Seite
266
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266 Griechenland

lcm an der Centralschule auf Agina, welche eben erst eine bedeutende raumliche Er:Weiterung erhalten hatte, und in mancher Hinsicht den Mangel einer Universumersetzen sollte. Die altgriechische Sprache, die Anfangsgründe des Lateinischen undFranzösischen, in einigen Geographie und griechische Geschichte, in den meistenArithmetik und die Elemente der Geometrie schloffen hier den Kreis des Unter-richts. Es wurden dem Präsidenten gleich anfangs große Vorwürfe darüber ge-macht, daß er einigen dieser Fächer, z. B. der Geographie und Geschichte, nament-lich in der Centralschule, nicht eine weitere Ausdehnung gegeben habe, und daß an-dere höchst wesentliche Theile des höhern Unterrichts, wie die Naturwissenschaftenund ein Cursus über das Rechtswesen, zu deren Erlernung den jungen Hellenen inihrem eignen Vaterlande nicht die geringste Gelegenheit geboten werde, davongänzlich ausgeschlossen worden seien. Man blieb hierbei nicht stehen; auch derGeist des ganzen Unterrichts, welcher unter Mustoxidis' Leitung eine dem Geisteund den Zwecken der Regierung angemessene, höchst despotische Form erhaltenhatte, namentlich aber die beschränkte Art und Weise, wie man die Schüler mitden Schriftstellern des klassischen Alterthums bekannt machen wollte, wurde ausdas Heftigste angegriffen. Es war offenkundig, daß mehre der ausgezeichnetstenWerke des althellenischen Geistes, worunter die Schriften des Platon (gleichwolnennt Mustoxidis in seinem Berichte über die Centralschule Platon's Apolo-gie des Sokrates mit unter den, den Schülern im I. 1830 erklärten Autoren)und einige Dichter namentlich erwähnt werden, den Zöglingen der Centralschulegeradezu entzogen worden seien, angeblich, weil sie ihren Fähigkeiten nicht ange-messen wären, in Wahrheit aber wol nur deshalb, weil es der Präsident nicht er-tragen mochte, wenn Jünglinge aus den Schriften der Alten über Einrichtungen )und Verwaltung von Freistaaten Ideen geschöpft hätten, welche mit den Grund-sätzen der Regierung schwerlich in Einklang zu bringen gewesen wären. Ja es bra-chen darüber zu Anfange des Jahres in der Centralschule selbst bedenkliche Unruhenaus. Ein Theil der Schüler, meist schon in reifern Jahren, erklärten ohne Weite-res, daß, da sie keineswegs gesonnen seien, sich den despotischen Anordnungen derRegierung länger zu fügen, sie sich um so eher berechtigt hielten, die Anstalt zu ver-lassen, je mehr sie sich in den bei ihrem Eintritte gehegten Erwartungen getäuschtsähen, und je weniger die Regierung es sich angelegen sein lasse, die Versprechun-gen zu erfüllen, welche sie öffentlich gegeben habe. So unerwartet und frevel-haft eine solche Freimüthigkeit dem Präsidenten und dem ihm treu ergebenen Di-rektor der Centralschule Mustoxidis erscheinen mußte, so sehr bemühten sie sich,den üblen Folgen derselben nach Kräften vorzubeugen. Die Schuldigen, welcheMustoxidis selbst kein Bedenken trug als Aufwiegler mit den Zöglingen der poly-technischen Schule zu Paris zu vergleichen, wurden theils entlassen, theils gezwun-gen, in einer Adresse, welche dem Publicum den ganzen Vorfall als ein Discipli-narvergehen gegen einige der Lehrer, denen jedoch dabei die meiste Schuld zur Lastgelegt wurde, darstellen sollte, ihre Reue durch die unterthänigste Versicherung derAnhänglichkeit an den Präsidenten an den Tag zu legen. Um dieser Darstel-lung noch mehr Glauben zu verschassen, aber zugleich auch die Schüler wiederetwas für sich zu gewinnen, ward kurz darauf von der Regierung ein neues Regle-ment für die Schulen bekannt gemacht, bei welchem eine ungewöhnliche Strengegegen die Lehrer mit der Nachsicht gegen die Schüler im auffallendsten Eontrastestand. Gab sich die Regierung schon durch solche Schritte, welche ihren Zweckvöllig verfehlten, die nachtheiligsten Blößen, so wird man leicht begreifen, wie sehrdas dem Präsidenten noch geschenkte Vertrauen auf das Spiel gesetzt wurde, alsman einige Wochen später im „(^'nurrier <!e 8m)-rne" vom 27. Marz eine förm-liche Protestation der Zöglinge der Centralschule gegen jene Adresse las, zu derenUn-terzeichnung man sie theils durch Bestechungen verlockt, theils aber auch durch