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Griechenland
Volkes in Griechenland kurz vor dem Ausbruche der Unruhen des Jahres 1831ein klares und befriedigendes Bild geben zu wollen. Es fehlt dazu an hervorleuch-tenden Momenten, welche eine charakteristische Ausführung des Ganzen gestattenund überhaupt die Anschauung der damaligen Austande erleichtern würden. Auf-merksame Beobachter erkannten wol in der allgemeinen Unzufriedenheit die Vorbo-ten einer unvermeidlichen Katastrophe; allein die Quellen dieser Unzufriedenheitwaren bei den verschiedenen Elasten des Volkes so verschieden, die Ansprüche, dieman erhob, so getheilt, die Zwecke, die man vor Augen haben mochte, so mannich-fach, daß man damals fowol Gang als Resultate der zu erwartenden Umwälzungenkaum zu ahnen gewagt hatte. Selbst die Beschwerden über System und Handlungender Regierung bekamen nur nach und nach, um uns so auszudrücken, eine nationaleBedeutung und wurden erst dann wirklich gefahrlich, als der Präsident, außerStand oder unfähig, ihnen auf andere Weise zu begegnen, jene unglückselige Re-aktion versuchte, welche ihn selbst auf unbegreifliche Irrwege führte und die ein-mal aufgereizten Geister bis zum Widerstande der Verzweiflung trieb. Wir wür-den jedoch den geschichtlichen Standpunkt der Sache ganz aus den Augen verlieren,wenn wir der Ungeschicklichkeit oder Böswilligkeit eines Mannes das allein zu-schreiben wollten, was ebensosehr, vielleicht noch mehr, in der Ungunst der Ver-hältniste seinen Grund hatte, welche wir zum Theil schon berührten, und über dienoch einige Bemerkungen zum Verftändniß des Folgenden nöthig sind.
Aus dem Obigen ging hervor, daß die vermittelnden Mächte bei den Unter-handlungen mit dem Prinzen Leopold sich anheischig gemacht hatten, der griechi-schen Regierung zur Bestreitung des Staatshaushalts die Garantie einer Anleihevon 60 Millionen Francs zu gewähren. Prinz Leopold erinnerte selbst in seinenersten Entsagungsschreiben die Bevollmächtigten nochmals daran, daß sie, der einge-gangenen Verpflichtung nicht uneingedenk, den Bedürfnissen der griechischen Re-gierung unverzüglich ihre Aufmerksamkeit schenken möchten. Hierauskam man amt<>0. Jun. überein, sogleich eine Summe von 1,500,000 Fr., wozu jede derverbündeten Mächte ein Drittel beizusteuern versprach, als Vorschuß auf die zu lei-stende Anleihe nach Griechenland abzuschicken. Diese Summe, in Verein mit350,000 Fr., welche abermals Eynard wahrend der Verhandlungen über jeneSubsidien dem Präsidenten überschickt hatte, deckten nothdürstig den Aufwand fürdas Heer und den öffentlichen Unterricht bis gegen das Ende des 1.1830. Die lau-fenden Ausgaben in den übrigen Zweigen der Verwaltung sollten aus dem Staats-schatze bestritten werden, dessen Einnahme sich in diesem Jahre etwa auf 4^ Mill.Fr. beließ. Allein schon um die Mitte des Jahres zeigte sich ein offenbares Mis-verhältniß der Einnahme zu den Ausgaben, welches natürlich mit jedem Monategrößer werden mußte, da der Ertrag der dem Staate zu Gebote stehenden Hilfs-quellen unmöglich in demselben Grade wachsen konnte wie der Bedarf der fort-schreitenden Organisation. Um jedoch einer zu befürchtenden Lahmung in dieservorzubeugen, nahm die Regierung, da nach der Auszahlung jenes subsidiarischenVorschusses von 1,500,000 Fr. Verhältnisse eingetreten waren, welche die wirk-liche Eröffnung der Anleihe von 60 Mill. Fr. völlig in Vergessenheit gebracht zuhaben schienen, ihre Zuflucht zu der höchst mislichen Maßregel der Steuererhöhung,deren materieller Erfolg in jedem Falle höchst precair erscheinen mußte, während
1831", und einen Theil des ,,Oourner äe la tüiece" von1831. Repräsentier dieser, seinem officiellen Charakter zufolge, nur die Gesinnun-gen und wlane der Regierung, so haben jene Schriften dagegen zu sehr die Farbeeiner heftigen Opposition, als daß wir sie in jeder Beziehung als lautere Quellenbetrachten dürften Insofern sie jedoch über Mehres wichtige thatsächliche Aufschlüssegeben, verdienen sie für jetzt vorzügliche Berücksichtigung.