Griechenland
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^ wie möglich zu verbergen. Es zeigte sich ja selbst unter den Senatoren, von wel-chen mehre durch ihre zu Paris lebenden Söhne fast gleichzeitig ausführlichereSchilderungen des Heldenkampfes de: Pariser erhalten hatten, eine ungewöhnlicherM Aufregung. Was wäre nun wol zu erwarten gewesen, wenn die Regierung esgewagt hatte, der Begeisterung, mit welcher jene Nachrichten von der Oppositionund der Masse des Volkes aufgenommen und verbreitet wurden, mit misbilligen-der Kalte zu begegnen, oder vielleicht gar Schranken setzen zu wollen? Brenn-barer Stoff, welcher sich bei der ersten heftigen Reibung furchtbar entzündet habenwürde, fehlte damals wahrhaftig nicht. Schon lange vor den revolu'üonnairen Be-wegungen im Westen hatten sich namentlich in Morea sehr bedenkliche Symptomevon dem Dasein einer gewissen republikanischen Partei gezeigt, welche die Entfer-nung des Präsidenten vorzüglich deshalb zu verlangen schien, weil seine Verwal-tung zu sehr von monarchischen Grundsätzen ausgehe. In Maina war die Unzu-friedenheit des Volks, angeblich durch misvergnügte Chefs, welche sich jetzt in denStand einfacher Privatleute versetzt sahen, genährt, schon in den ersten Tagen desIul. in einen förmlichen Aufstand ausgebrochen, welcher noch im Entstehen nurdurch das unerwartet schnelle Erscheinen lind das muthvolle Benehmen des Präsi-denten unterdrückt worden sein soll. Allein daß hier das einmal angefachte Feuer desAufruhrs im Verborgenen fortglimmcn würde, bis die Verhältnisse seine freiereEntwicklung begünstigen mochten, konnte der Regierung nicht entgehen; und sowar es wahrscheinlich nur eine Vorsichtsmaßregel, welche der Präsident der Erhal-tung der öffentlichen Ruhe schuldig zu sein glaubte, als er im Aug. das Corps desihm ergebenen Kolokotroms in Morea durch Ll)()0 Rumelioten verstärken ließ.Zu gleicher Zeit suchte er der in allen Theilen des Landes herrschenden Aufregungder Geister durch die Bekanntmachung zu begegnen, die Bevollmächtigten der verbün-.beten Höfe seien beschäftigt, ein neues Protokoll nach einem ausgedehntem Planeabzufassen, welcher den Wünschen des griechischen Volkes vollkommen entsprechenund namentlich die Grenzen des Festlandes bis über die Linie zwischen Arta undVolo ausdehnen werde. Leider entsprachen jedoch diese Schritte ihrem Zweckenicht. Das angeblich zu erwartende Protokoll blieb aus, und das Erscheinen derRumelioten in Morea mußte nur die Erbitterung des Volkes steigern, weil sie baldkeineswegs zur Erhaltung der Ruhe, sondern, gleichviel ob mit oder ohne Wissendes Präsidenten, zur gewaltsamen Beitreibung der Steuern gebraucht wurden, de-ren ungemeine Erhöhung die vornehmlich gegen das Ende des Jahres wachsendeRoth der Regierung geboten hatte.
Es möchte, zumal bei der mangelhaften Beschaffenheit der uns jetzt erst zuGebote stehenden Quellen *), vergebliches Bemühen sein, von der Vtimnmng des
*) Wir glauben zu unserer eignen Rechtfertigung bemerken zu müssen, daßwir um diese Zeit und später fast nur an die unvereinbarsten Angaben gewisserZeitblätter gewiesen sind, denen zur Unparteilichkeit entweder der Wille oder dieMittel, oft wol auch beide zugleich entgingen Entwirft uns der „t'oni-rier lle(den wir im Original benutzten) von dem damaligen Zustande Griechen-lands das grellste Bild der äußersten Zerrüttung, des höchsten Misvergnügens ei-nes durch unnatürliche Gewaltherrschaft niedergedrückten Volkes, so erfahren wirum dieselbe Zeit über Genf und München, daß in Griechenland „Alles recht gutgehe", daß „die Ruhe durch nichts gestört werde", daß das Volk „eine exempla-rische Folgsamkeit" beweise, wahrend nur „misvergnügte Archonten und Kapitanisim Verein mit zahllosen Abenteurern und Tauchenichtsen" vergeblich eine kraftloseOpposition gegen die Regierung bildeten, u. f w. — Außer den bereits angeführ-ten Quellen benutzten wir noch Trant's „I^arranv« os a zuurnezr tlnauKÜ ölreecoin 1650"; die 1650 — ZI zu Paris erschienenen Dialogen unter der Aufschrift:
welchen der wacker? Korais wahrscheinlich wesentlichen Anrheil hatte; die