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Griechenland
nicht einmal den Hauptpunkt, die Wahl eines neuen Souverams, erledigt hau?als die Ereignisse des Julius und der folgenden Monate das weitere Schicksal desunglücklichen Griechenlands völlig in Vergessenheit brachten. Prinz Paul vonWürtemberg wurde zwar unter mehren deutschen Fürstensöhnen als derjenige ge-nannt, welcher die ihm vorzüglich auf Rußlands Betrieb angetragene Souveraine-tat wirklich, obgleich ebenfalls bedingungsweise, angenommen habe; allein dasGerücht verlor sich im Laufe des Jahres unter der Masse unerwarteter Ereignisse,welche die Thätigkeit der Diplomaten und die Aufmerksamkeit des Publicum sosehr in Anspruch nahmen. Bald kam es dahin, daß Griechenland in öffentlichenBlattern kaum dann und wann einmal genannt wurde, und wenn es geschah, soglichen die von dorther kommenden Nachrichten über die täglich steigende Noch derRegierung und die mehr und mehr um sich greifende Gahrung im Volke fast mneinem trostlosen Hülferufe, der im politischen Getümmel des Westens und Nordensungehört verhallte.
Der Eindruck und die Folgen von der Resignation des Prinzen Leopold,welche dem Präsidenten im Julius durch eine gemeinschaftliche Note der Residen-ten der vermittelnden Mächte mit der Bitte bekannt gemacht wurde, daß er aufseinem Posten bis zu weiterer Entscheidung verbleiben möchte, konnten in Grie-chenland selbst nur höchst nachtheilig sein. Sogar die begeistertsten Verthcidigerdes Grafen Kapodistrias vereinigen sich in der Meinung, daß vorzüglich seit dieserZeit die griechische Regierung, unter dem Drange und der Ungewißheit der Ver-hältnisse, die sichere Haltung verloren, und die meisten Fehltritte begangen habe,welche man ihr mit Grund zur Last legen könne. *) Die Opposition, welche dieAbdankung des Prinzen, ihrem Systeme getreu, den Machinationen des Präsiden-ten allein zuschreiben zu müssen glaubte, ward erbitterter als je vorher, weil sie jetztihren Zweck, die Entfernung Kapodistrias' und feines verhaßten Anhangs, auslange Zeit vereitelt sah, und auch jenem gemäßigtem Theil der Nation, welcher sichaus gewissen Privatinteressen der Wahl Leopolds nicht sehr geneigt gezeigt hatte,konnte jetzt seine Entsagung schon deshalb nicht genügen, weil durch sie die Übel-stände, von welchen jene begleitet gewesen war, nicht einmal gehoben wurden. DieVorstellungen des Senats gegen die Beschränkung der Grenzen des griechischenStaats, die Räumung des griechischen Gebiets von Seiten der Türken, und um-gekehrt des türkischen von Seiten der Griechen, und endlich die so sehnlich erwarteteGarantie der beabsichtigten Anleihe von 60 Millionen Fr., schien die Conferenzals unwesentliche Dinge für jetzt einer weitern Beachtung nicht würdigen zu wol-len. Wenigstens ließ die erwähnte Note der Residenten in Griechenland die Negie-rung hierüber völlig in Ungewißheit. Etwas später las man zwar in englischen undfranzösischen Blättern ein angeblich am 27. Jun. erlassenes Schreiben der Bevoll-mächtigten zu London an den Grafen Kapodistrias, worin ihm nicht nur die befrie-digendste Erledigung jener Punkte durch ein neues Protokoll zugesagt, sondern auchdie Erlaubniß ertheilt wurde, gegen die Unruhstifter in Griechenland die bewaff-nete Macht der verbündeten Höfe in Anspruch zu nehmen („Allgemeine Zeitung"1830, Nr. 265); allein der ganze Ton desselben verrieth es sogleich als dasschlecht berechnete Machwerk einer Partei, deren sich sogar die Regierung zu ihrenZwecken bedienen zu wollen schien, da sie die Ausnahme jenes Schreibens in die cf-
*) So z. B. Lagarde, welcher an der wissenschaftlichen Expedition der Franzo-sen in Morea Theil nahm, und nach der Ermordung des Präsidenten ihn in eineman Eynard geschickten Schreiben gegen die Angriffe seiner Gegner zu vertheidigcnsucht. (Vergl. die angeführten „Uettres et lleeumens" S. 266): „Oll peew ie-mariner gue, «Ie ee moment surtout, Ie Gouvernement Aree «e montrn jusleinent inczuiet et embnrrns->6, et eommit In plupart «les fnutes gu'on peut Ie» >eprocker avec gnelgue raison."
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