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Zweiter Band (1833) F bis L
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Griechenland

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nommen, nicht länger zu verschieben." Daß diese gehaltlose Erklärung, welchedie Punkte, auf die es eigentlich ankam, nicht einmal berührte, geschweigedenn erledigt hätte, den Prinzen in seinem Vorsatze, zu resigniren, nur bestärkenkonnte, liegt auf der Hand. Schon am 21. Mai kündigte er der Eonferenz durcheine zweite Note an, daß er nach Berücksichtigung aller Urnstände fest entschlossensei, die Souverainetat des griechischen Staats nicht anzutreten. Alles beweiseja, daß die wirkliche und ungcschwächte Meinung des griechischen Senats undVolkes den Entscheidungen der verbündeten Machte fest und unwiderruflich feind-selig sei; er sei nie Willens gewesen, die griechische Religion anzunehmen, wieman, nach den Äußerungen des Präsidenten, in Griechenland zu erwarten scheine;die Eonferenz habe nie Schritte gethan, einen förmlichen, gehörig ratificirten Ver-trag abzuschließen, der ihm und dem griechischen Volte die nöthige Sicherheit ge-wahre, und wozu die Protokolle von ihm stets nur als die erste Grundlage betrach-tet worden seien; er habe das ehrenvolle Anerbieten der Souverainetät des griechi-schen Volkes nur mit dem Wunsche in Erwägung gezogen, von diesem selbst fre!und einmüthig anerkannt, und als Freund bewillkommt zu werden, durch dessenVermittlung die schwer erkämpfte Unabhängigkeit eine sichere und dauerndeGrundlage erhalte; jetzt aber könne er sich nur als einen Delegaten der verbündetenMächte betrachten, der ausersehen wäre, Griechenland durch die Gewalt ihrerWaffen in Unterwerfung zu halten; ein solcher Auftrag würde ebenso sehr seinenGefühlen widerstreben als seinen Charakter blosstellen, da derselbe in geradem Wi-derspruche mit dem Inhalte des Tractats vom 6. Iul. stehe, nach welchem sichdie drei Machte vereinigt hatten, die Pacisication des Ostens zu bewirken. („All-gemeine Zeitung", 1830, Nr. 160 B.) Zwei Tage später, den 23. Mai, über-schickte Leopold zu seiner Rechtfertigung dem Grafen Aberdeen noch die oben er-wähnte Denkschrift des Senats von Griechenland, und am 24. ward dem Par-lamente darüber die Anzeige gemacht, welche die Vorlage der die griechischen Ange-legenheiten betreffenden Papiere und lange Debatten zur Folge hatte, womit aberder Sache selbst um so weniger gedient sein konnte, weil man über nutzlosen Erör-terungen den eigentlichen Zweck, eine befriedigendere Anordnung der griechischenVerhältnisse, bald aus dem Auge verlor. Dasselbe gilt von den langen Diatri-ben in ministeriellen und Oppositionsblättern, welche je nach ihrer Farbe dieSchuld des völligen Mislingens des gleich im Entstehen verfehlten Plans theilsder Wankelmüthigkeit des Prinzen Leopold, theils der Unredlichkeit der Ministesund der Unkenntniß der Bevollmächtigten zuschreiben wollten.

DieserAusgang der so viele Erwartungen erregenden Unterhandlungen war vor-züglich deshalb für Griechenland selbst höchst traurig, weil damals die eigenthümlicheEonstellation der politischen Verhaltnisse im Westen die Aufmerksamkeit der Cabi-nete viel zu sehr in Anspruch nahm, als daß man den griechischen Angelegenheiten,bei deren Anordnung man sich sichtlich übereilt hatte, um sie nur zu beseitigen, fürjetzt sogleich eine zweite, und zwar genügendere Erörterung hätte widmen mögenund können. Die französische Expedition nach Algier, von deren Ausgang eineneue Gestaltung der Verhaltnisse im Mittelmeere überhaupt abzuhängen schien;die Gährung im Innern Frankreichs, bei welcher man die unvermeidliche Noth-wendigkeit einer entscheidenden Krise schon nicht mehr verkennen konnte; selbst derTod des Königs von England, an welchen sich neue Hoffnungen und Besorgnisseknüpften: all Dieses wirkte zusammen, der unmittelbaren Erledigung der griechi-schen Sache in den Augen der höhern Diplomatie nur eine untergeordnete Wichtigkeitzu geben. Der Herzog von Wellington soll in diplomatischen Cirkeln geradezuerklart haben, man werde die Angelegenheiten der Griechen so lange „in statu yrw"lassen, bis die Verhältnisse Frankreichs und Algiers geordnet waren; und so wares nur natürlich, daß man, ungeachtet fortgesetzter Cvnfcrenzen zu London, noch

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