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Griechenland
Ergibt sich schon aus diesen Thatsachen, deren Wahrheit wir mit diplomati-schen Zeugnissen verbürgen können, daß der Eindruck, welchen die londoner Be-schlüsse in Griechenland selbst machten, den Betheiligten keineswegs vortheilhasiwar, und daß ihre Annahme weit mehr auf dem durch die Noch gebotenen Bedürf-nisse endlicher Entscheidung, als auf der freudigen Erwartung befriedigender Zu-kunft beruhte, so erhalten wir für diese untröstliche Wahrheit noch schlagendere Be-weise, wenn wir auf das Volk selbst sehen, dessen Gesinnungen durch die Handlun-gen der Regierung doch nur zum Theil repräsentirt wurden. Der Senat, weitmehr Organ der Regierung, als Vertreter der Interessen des Volkes, ward hartgetadelt, daß er die Wahl Leopolds und die Beschränkung der Grenzen durch seineZustimmung genehmigt habe, und an mehrenOrten kam es deshalb zu crnstlichcnAuf-tritten, deren üble Folgen die Regierung nur da abzuwenden vermochte, wo ihr dienoch gegenwärtigen französischen Truppen hülfreiche Hand leisten konnten. Schnellhatte sich die Meinung verbreitet, die Anordnungen in Bezug auf die Begrenzungstien der Selbstsucht des englischen Cabinets zuzuschreiben, welches seine Herr-schaft über die ionischen Inseln bis auf den Peloponnes ausdehnen und deshalb dasGebiet des griechischen Staats von allen Seiten offen haben wolle. In gleichemSinne ward daher auch die Wahl Leopolds betrachtet, welche vorzüglich den repu-blikanischen Parteien im Archipel misfällig zu sein schien, weil ein überwiegenderEinfluß Englands, den man von seiner Perstn unzertrennlich dachte, die Selb-ständigkeit des griechischen Handels zu gefährden drohte. Weit offener waren dieMotive des Unwillens in denjenigen Theilen, welche, wie die Inseln Samos, ScioSund Kandia, unter die Herrschaft der Osmanen zurückkehren sollten; und wenn dieOppositionspartei schon um deswillen der Umgestaltung der Dinge nicht abgeneigtweil dadurch der Herrschast des Präsidenten ein Ende gemacht werden
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so ward diese Hoffnung sogleich wieder insofern getrübt, als Kapodiflrias in seinenBriefen an den Prinzen Leopold nur zu deutlich den Wunsch ausgesprochen hatte,daß ihm eine seinen Erfahrungen angemessene Stellung beider griechischen Re-gierung verbleiben möchte.
Es dürste selbst jetzt noch schwer zu entscheiden sein, inwiefern dieser letztereUmstand dazu beigetragen hat, der späterhin weit verbreiteten Meinung, daß Kapo-distrias absichtlich darauf hingearbeitet habe, den Prinzen zur Resignation auf die be-reits angenommene Souverainetat zu bewegen, Glauben zu verschaffen und selbsteine gewisse diplomatische Wichtigkeit zu geben. *) Um sich die permanente Präsi-dentschaft, ja wol gar den Thron zu sichern, meinte man, habeKapodistrias dieSchwie-rigkeiten, mit welchen der neue Beherrscher des griechischen Staates zu kämpfenhaben würde, in viel zu grellem Lichte und mit offenbarer Verletzung der Wahrheilgeschildert, und sei dabei der Erreichung seines Zweckes um so mehr versichert ge-wesen, da die scheinbar selbständige, aber in der That ganz nach dem Willen derRegierung abgefaßte Denkschrift des Senats seinen Aussagen nur zur Bestätigunggedient habe. Berufen sich die Vertheidiger dieser Meinung, welche nur zu sehrdas Gepräge einer in ihren Wünschen getäuschten Opposition an sich tragt, auf denCharakter, die Plane und einzelne Äußerungen des Präsidenten, so darf dagegendas unbefangene Urtheil gewisse Thatsachen nicht aus dem Auge lassen, welche da-mit schwerlich in Übereinstimmung zu bringen sein möchten. Wir wollen hierzunicht einmal rechnen, daß dem Präsidenten das Lästige und Niederdrückende seinerungewissen Stellung, welches er, selbst bei der größten Befangenheit und Selbst-verleugnung, taglich mehr hätte empfinden müssen, eine Veränderung wünschend
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Noch nach der Ermordung des Präsidenten hat es Eynard für nöthig gcten, ihn gegen diese Beschuldigung zu verlheidigen. Vergl. „ll.ott.res et 6ocuwe>uotticiels releetiks aux (Zerniens ev^nemens 6e lee türece, yui ont präceäs et smvlmort üu oviats Laxoäistrias" (Paris 1831), S. 26.
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