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Zweiter Band (1833) F bis L
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Griechenland

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einen Zufluchtsort in Griechenland zu suchen, die Mittel zur Subsi'stenz anzubie-ten, d'e sie keineswegs von ihren Stammgenossen im östlichen Griechenland undim Peloponnes erwarten dürften. Überdies solle man nie vergessen, daß die achtunter ottomanischcm Joche verbleibenden Provinzen, Akarnanicn, Vonitza, Wal-tos, Vlochos, Agrapha, Kravasi, Karpenissa und Patradschik, eine christliche Be-völkerung von 80— 100,000 Seelen enthalten, allein beinahe zwei Drittheile zurgriechischen Armee liefern, niemals den Türken ganz unterworfen gewesen waren,und sich in dem Kampfe seit 1821 durch ihre Tapferkeit fast am meisten ausge-zeichnet hätten; es sei natürlich zu fürchten, daß die Truppen jener Gegenden,welche jetzt im Dienste der Regierung standen, sobald sie wieder unter die Herr-schaft der Osmanen kommen sollten, sich abermals dem alten Gewerbe der Arma-toten und Klephten ergeben würden, was für Griechenland selbst um so gefährlichersein dürfte, da sie bei ihren dauernden Händeln mit den Türken auf keinen Fall eineGrenzlinie refpectiren könnten, welche zrach den Bestimmungen der londoner Con-ferenz dem neuen Staate nicht die geringsten Mittel zu natürlicher Verteidigungan die Hand gäbe. Schließlich und in einem zweiten gleichzeitig abgesendetenSchreiben bemerkte Kapodistrias, daß die beschleunigte Ankunft des Prinzendas einzige Mittel sei, die Krisis, in welche Griechenland durch die Ausfüh-rung der londoner Beschlüsse und namentlich die Feststellung der neuen Gren-zen abermals versetzt werden müßte, zum Besten zu wenden; konnte aber dabeisein Bedauern darüber nicht verhehlen, daß man die Entscheidung der vermitteln-den Mächte den Hellenen weit eher aufdringen zu wollen scheine, als daß man dieAnnahme derselben auf gesetzlichem Wege veranlaßt habe; sowie es denn überhauptbefremdend sei, daß die Protokolle vom Februar kein einziges Wort über die öffent-lichen Rechte der Hellenen enthalten, ein Umstand, der zu der Voraussetzung nö-thige, daß der souveraine Fürst jene Rechte entweder in sich aufnehmen und vereini-gen, oder durch eine im Augenblicke feines Regierungsantritts zu erlassende Er-klärung anerkennen solle. In Bezug hierauf fügte der Präsident endlich noch hin-zu, daß es einen dem Prinzen höchst vortheilhaftcn Eindruck auf die Nation ma-chen werde, wenn er seinen Übertritt zur griechischen Kirche, die Annahme und Be-achtung der bestehenden constitutionnellen Formen und seine Zustimmung zu dervon dem Congreß zu Argos geleisteten Garantie der gesetzmäßigen Federungen allerBürger, welche während des Krieges große Opfer gebracht hätten, vorläufig offenzu erkennen geben wolle.*) Zwei Tage nach der Abfassung dieser Schreiben, am 8.April, wurden dem Präsidenten die londoner Protokolle auf ofsiciellem Wege durchdie Residenten der vermittelnden Mächte mitgetheilt, und am 16. erklärte er ineiner Note an die genannten Residenten zwar die dankbare Annahme der definitivenBeschlüsse, konnte aber nicht umhin, hier ebenfalls auf die Schwierigkeiten auf-merksam zu machen, welchen die beabsichtigte Gebietsabgrenzung unterliegen müsse.Eine acht Tage später, am 21. April, von Seiten des Senats erlassene Denkschriftgab den Punkten, welche der Präsident bereits in seinen Briefen an Prinz Leopolderörtert hatte, eine weitere Ausführung, während um dieselbe Zeit Kapodistriasein drittes Schreiben an den Prinzen abgehen ließ, worin er ihn von der Annahmeder Protokolle mit der Bitte benachrichtigte, seine Abreise um so mehr zu beschleu-nigen, je dringender die mit seiner Ankunft jedenfalls zu erwartende Geldhülfewürde; eine Million Francs sei allein nöthig, um die zu Anfange des Monats Maifällige dreimonatliche Soldzahlung zu berichtigen, deren Verweigerung in einem sokritischen Augenblicke die traurigsten Folgen nach sich ziehen würde.

*) Vgl. die Briefe Kapodistrias', „Allgemeine Zeitung", 1830, Nr. 165 nebst B.und Nr. 166 B. Gleichen Inhalts war auch ein Brief des Präsidenten an RitterEynard, welchen dieser spater zur Rechtfertigung Kapodistrias' im „Nonkeur" ab-drucken ließ. Vgl. „Allgemeine Zeitung", 18Z0, Nr. 167 B.