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sie zwar ihre äußern Umstände etwas verbessern mochten, zugleich aber auch vonder höhern Ausbildung für ihren Beruf abgehalten wurden. Um diese zu beför-dern, hatte der Präsident ein Priesterseminar auf Ägina errichtet, das aber 1830erst 12 Zöglinge zahlte. Da die Selbständigkeit des griechischen Staates auchin kirchlicher Beziehung eine gewisse Unabhängigkeit zu erheischen schien, wardals oberste geistliche Behörde ein Kirchenrath errichtet, welcher aus drei Bischöfenbesteht und in allen äußern Angelegenheiten der Kirche sich für unabhängig vondem Patriarchen zu Konstantinopel erklärt, dagegen in geistlichen Dingen ihn nochferner als letzte Instanz anerkennen will. Auch in der letztern Beziehung wünschtund hofft man allgemein eine Trennung, welche die Wahl eines geistlichen Ober-hauptes der Kirche in Griechenland selbst nöthig machen würde. Allein ganz abge-sehen davon, daß dabei vielleicht ein Schisma in der griechischen Kirche zu befürch-ten wäre (denn ungefähr 3,250,000 asiatische Griechen würden fortwährend dieAutorität des Patriarchen von Konstantinopel anerkennen, während sich in Grie-chenland selbst nur etwa 750,000 griechische Christen befinden), so widersetzt sichauch die höhere Geistlichkeit aus allen Kräften einer solchen Scheidung, weil siedurch die fernere Verbindung mit dem Patriarchen zu Konstantinopel eine unab-hängigere Stellung gegen die Regierung behaupten zu können glaubt.
Der öffentliche Unterricht ward auf den Grundlagen weiter gebildet, welchebereits im vorigen Jahre gelegt worden waren. Das Waisenhaus, welches zu Ende1829 gegen 500 Zöglinge aufgenommen hatte, und die Centralschule auf Ägina,vorzüglich zur Bildung von Lehrern für die Schulen des gegenseitigen Unterrichtsbestimmt, sowie die Militairschule zu Nauplia, die um diese Zeit 50 Schülerhatte, und die erwähnte Vorbereitungsschule für Geistliche auf Ägina machten denMittelpunkt sämmtlicher Bildungsanstalten aus, welche unter unmittelbarer Aus-sicht der Regierung standen. Die Provinzialschulen zerfielen in zwei Elasten, näm-lich die Elementarschulen für die gewöhnliche Volksbildung, meistens nach demSysteme des gegenseitigen Unterrichts organisirt, und die Schulen für die höhereBildung, in welchen man das Altgriechische als Hauptgegenstand des Unterrichtsbetrachtete und auch ansing, die lateinische und ausländische lebende Sprachen zulehren. Noch im December 1829 wurde von Seiten der Regierung die Anferti-gung oder Revision allgemein einzuführender Schulbücher besondern Commissio-nen übergeben, welche sich zunächst mit der Bearbeitung eines Gebetbuches und ei-nes Katechismus, einer griechischen Grammatik nebst Anthologie, und der für dengegenseitigen Unterricht nöthigen Werke beschäftigen sollten. Wir werden im Fol-genden Gelegenheit haben, noch Einiges über die Vermehrung, den Charakter unddie Mängel der griechischen Unterrichtsanstalten zu erinnern, und bemerken daherhier nur noch, daß die Regierung nicht verabsäumte, auch die übrigen ihr zu Ge-bote stehenden Bildungsmittel der Nation zu pflegen und zu heben. Wir rechnenhierher die Errichtung einer Bibliothek, eines mineralogischen Cabinets, des Na-tionalmuseums für Antiken und der Regierungsdruckereien, deren Anlage undOberaufsicht, zugleich mit der Direktion des Waisenhauses, ebenfalls schon im No-vember 1829, dem als Gelehrten bekannten Korft'oten Mustoxidis anvertrautwurde. Alle diese Anstalten waren natürlich erst im Entstehen und konnten buden geringen Mitteln der Regierung auch nur langsam erweitert werden, und wasdie Druckereien betrifft, so konnten sie für die Nation im weitern Sinne schon des-halb nicht ein Mittel zu erhöhter und freierer Bildung werden, weil es leider imSysteme der Regierung lag, sie fast ausschließlich zum Organe der Kundmachungihres Willens zu gebrauchen, wie die beiden während des Jahres 1829 erscheinen-den Zeitungen, der „0onrr!kw ck'Onent", in französischer Sprache, an bestenStelle seit dem 13. November der „(lourrler de 1a trat, und die „Allge^
meine Zeitung von Griechenland" (/7i',x,) m neu-