Griechenland
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schast, welche den Präsidenten selbst zu ihrem Teilnehmer zählte und einen Fondsvon spanischen Thalern hatte. Kurz darauf ward Hydra von der Regie-
rung auf fünf Jahre zu einem Freihafen erklärt, eine Begünstigung, welche frei-lich die Nachtheile einer andern Maßregel der Regierung, nämlich die von augen-blicklicher Roth gebotene Erhöhung der Aus- und Eingangszölle, nicht wiederaus-wog. Zur Zeit der türkischen Herrschast hatten die gesetzlichen Abgaben von ein-gebrachten und ausgeführten Waaren für Franken durchgängig nur drei Proceut,für Unterthanen der Pforte deren fünf betragen ; der Präsident hatte sie dagegengleichmäßig auf 12 Procent festgesetzt. Diese Maßregel verfehlte aber ihrenZweck, die Vermehrung der Staatseinnahme, um so gewisser, je nachtheiliger sieauf den Handelsverkehr, ohne Zweifel die ergiebigste Quelle des Nationalreich -thums, einwirken mußte. Ebenso zweckwidrig war ein anderes Decret des Prä-sidenten, dem zufolge die Kaufleute in zwei Elasten mit gewissen Bevorrechtungeneingetheilt werden sollten. Eine selche Beschrankung der bisherigen allgemeinenHandelsfreiheit, die am Ende nur zum Nachtheil der ärmern Elaste den reichernEapit -listen gewisse Privilegien sichern mochte, mußte überall den gerechtesten Un-willen erregen, und veranlaßte bereits am 24. April 1830 zu Syra, welches davonam meisten betroffen wurde, einen förmlichen Aufstand. Die Art, wie er unter-drückt wurde, brachte die Gemüther nur um so mehr in Währung, je mehr sie überPlane und Absichten der Regierung Gewißheit gab. Nachdem durch die Negie-rungsbeamten die Ruhe längst wiederhergestellt war, erschien der Präsident am29. April auf Syra, stellte über das Vorgefallene selbst eine summarische Unter-suchung an, und schleppte die Rädelsführer mit sich nach Nauplia zu weitererVerantwortung. Der Proceß gegen die Schuldigen, 13 an der Zahl, warddann dem auf der Insel Mykoni errichteten Tribunal übergeben, und war mit sol-chen Weitläufigkeiten verknüpft (wozu namentlich die höchst lästigen Verhöre derZeugen, welche alle persönlich und auf ihre Kosten erscheinen mußten, ja zumTheil mit Gewalt von Syra abgeführt wurden), daß er sich bis in das folgendeJahr verzog.
Nächst Ackerbau und Handel waren es vornehmlich Kirchen und Schulen,die die Aufmerksamkeit und Kürsorge der Regierung in Anspruch nahmen. DieUnwissenheit und zum Theil auch moralische Versunkenheit der griechischen Geist-lichkeit hatte schon zu häusig Anstoß gegeben, als daß nicht die Nothwendigkeit ei-ner durchgreifenden Reform, namentlich mit in Bezug auf die äußere Stellung derKirchendiener, allgemein gefühlt worden wäre. Was die Regierung bis jetzt dafürgethan hatte, waren freilich nur die ersten, aber doch entscheidende Schritte. Umdie Überfüllung mit müßigen Priestern und Mönchen für die Zukunft zu verhin-dern, ward die Ordination von der Regierung unter besondere Aussicht genommenund die Ernennung der Priester durch Einziehung der geistlichen Ländereien, derenErtrag aus zweckmäßigere Weise theils zur Besoldung der Geistlichen, theils zurVerbesserung des öffentlichen Unterrichts und der Erziehung angewendet werdensollte, von dem Willen der obersten Staatsbehörde abhängig gemacht. Die Fixi-rung des Einkommens der Geistlichkeit war davon unzertrennlich, konnte aber we-gen der Menge kleinlicher Ansprüche und Interessen dabei, welche gleichwol nichtunbeachtet bleiben durften, nur erst nach und nach bewerkstelligt werden. Bisherwar das Einkommen der Priester höchst unsicher, und selbst im besten Falle meistenslehr gering gewesen. Die jährliche Einnahme der Pcovinzialbischöfe z. B. be-schränkte sich aus eine zweimalige Sammlung von freiwilligen Beiträgen an be-stimmten Festtagen, welche im Ganzen höchstens einen Ertrag von tausend Pia-stern gab, auf die wenigen Accidenzien von Trauungen, Begräbnissen und andernkirchlichen Handlungen, und einen geringen Antheil an den der Kirche gehörigenLandereien. Daher beschäftigten sich fast alle Geistliche mit Landbau, wodurch