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Zweiter Band (1833) F bis L
Entstehung
Seite
239
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Griechenland 239

so zuversichtlicher entgegensehen, da er sich schon von den nicht unbedeutenden Be-^ soldungen der Senatsmitglieder (der Präsident erhielt monatlich 1500, jedes or-deutliche Mitglied 1000 und die Secretairs je 800 Piaster) und der Regierungs-beamten einen nicht ungünstigen Einfluß auf die leicht bestechlichen Gemürher der^ Hellenen versprechen durste. Der Erfolg wird lehren, inwiefern er sich hierin^ ^ tauschte. Bei der Besitzung der obersten Staatsämter ging Kapodistrias natürlich^ kj mit der größten Vorsicht zu Werke. Präsident des Senats ward der Sprecher derNationalversammlung zu Argos, Georg Sissinis; Staatssicretair des Innern^Mx Nikolaos Spiliadis, welcher bereits im Februar an der Stelle des edlen und talent-Mel, ^ vollen Spiridion Trikupis das Negierungssecretariat (/

'Um ,',^«05) übernommen hatte und folglich in die Plane der Negierung völlig einge-in weiht war; Staatssicretair der Justiz der der Familie des Präsidenten befreundeteKorsiote Genatas; Staatssicretair der geistlichen Angelegenheiten und des össent-lichen Unterrichts Nikolaos Chrysogelos, Secretair bei der 9tationalversammlungHutzU von Argos; Staatssicretair der auswärtigen Angelegenheiten der durch seine!>ti diitz Schriften über neugriechische Geschichte und Literatur bekannt gewordene Iakovakitinch«, Rizos Neroulos, welcher mit dem Präsidenten nach Griechenland zurückgekehrtteinWj war und die Stelle des ersten Secretairs bei der Nationalversammlung von ArgosUF W verwaltet hatte. Mitglieder der Finanzcommission wurden Kondostavlos, StaurosÄM und Papadopulos, der Rechnungs- und Controlekammer Ekonomidas, Spanio-lakis und Tassika.

^ seinen Die Wirksamkeit sammtlicher neu eingerichteten Behörden sollte am 1. Oct.UM- beginnen. Die heilsamen Folgen, die man sich davon wenigstens auf Seiten derRegierungspartei und im Auslande für die Befestigung der öffentlichen Ruhe undM^l- Ordnung, sowie des gegenseitigen Vertrauens versprach, konnten bei dem immerlmm noch sehr zerrütteten Zustande des Landes und namentlich bei der Beschaffenheit desMA Personals, welchem zum Theil Gewandtheit und Neigung, sich den Unbequemlich-keiten eines strenggeordneten Gefchaftslebens zu fügen, entgehen mochte, freilich erstmit der Zeit bemerkbar werden. Je weniger und je spater sie sich aber fühlbarmachten, desto mehr gaben die neuen Einrichtungen der Regierung der Opposition,M Un- welche sie nur als ebenso viel Schritte zu einer systematischen Despotie darzustellenbemüht war, Gelegenheit zu heftigen und scheinbar gegründeten Angriffen auf de-ren Urheber, den Präsidenten und feinen Anhang. Und leider fanden die kühnstenAnklagen, wahr oder nicht, fast in allen Theilen des Staates einen fruchtbaren Bo-^ ^ den, worin sie um so üppiger fortwucherten, je eifriger die Regierung daran arbei-AM sie entweder sogleich im Entstehen zu unterdrücken, oder wenigstens ihre Ver-breitung nach Kräften zu verhindern, wie z. B. die oft wiederholte aber völligKM Zweckwidrige Polemik des Präsidenten gegen den „Eourrier cle Sm^rne" bewies,^ M bei welcher er sogar im März 1830 den Beistand der Residenten der drei vermit-telnden Machte auf ofsiciellem Wege, wie es scheint mit wenig Erfolg, nachsuchte.Denn es fehlte auch im Laufe des Jahres 18.29 nicht an Thatsachen, welcheBeweis genug gaben, daß sich die Lage und Stimmung der einflußreichsten Elastendes Volkes eben noch nicht sehr verbessert hatten. Dies gilt vorzüglich von den in".2 verschiedenen Theilen des Festlandes stationirten Truppen, welche zwar fortwäh-5 ^ rend im Dienste der Regierung blieben, aber weder den ihnen versprochenen Solderhielten, noch sich geneigt zeigten, auf die beabsichtigte regelmäßige Organisationdes gesammten Militairs einzugehen. Schon zur Zeit der Nationalversammlung^ zu Argos war die Unzufriedenheit über die verzögerte Auszahlung des rückständigen! ^ Soldes bei dem Truppencorps in Ostgriechenland in offenen Aufstand ausgebro-^ chm, welcher nur dadurch auf einige Zeit gestillt werden konnte, daß der Bruder'des Präsidenten, Augustin Kapodistrias, bereits im Februar zum bevollmächtigtenStellvertreter der Regierung und Armeecommissaic auf dem Festlande ernannt, mit