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Zweiter Band (1833) F bis L
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Griechenland .

als ob der Präsident dabei vorzüglich einen unmittelbaren Einfluß auf die Abstin,-mung der Wähler beabsichtigt habe, um so mehr Glauben, je auffallender der Er-folg dafür zu sprechen schien. Nicht weniger als 36 Wahldistricte hatten den Prä-sidenten selbst zu ihrem Stellvertreter gewählt: eine Wahl, welche Kapodistssizzwar mir Dank zurückweisen mußte, die ihm aber doch eine seinen Zwecken entspre-chende Stimmung der Repräsentanten im Voraus verbürgte, zumal da eine zweiteWahl zum größten Theile Männer aus dem Mittelstande traf, welche sich den Be-stimmungen eines leitenden Willens leicht fügen mochten.

Die Eröffnung derNationalversammlung, durch unerwartete Schwierigkeitenbei den Wahlen abermals verzögert, geschah am23.Iul. in dem Amphitheater zu Ar-gos, wohin die Regierung auf die Dauer des Congreffcs ihren Sitz verlegt hatte. E§wurde mit Misfallen bemerkt, daß der Präsident bei der Eröffnung in russischer Uni-form und mit russischen Orden geschmückt erschien: ein an sich gleichgültiger, aberdn-mals nicht unbedeutender Umstand, weil dadurch die immer lauter werdende Mei-nung der Opposition, daß der Präsident im Interesse Rußlands handele, nur anGlaubwürdigkeit gewinnen konnte. In einer mit großer Umsicht und Bestimmt-heit abgefaßten Rede, welche der Präsident nach kurzer persönlicher Begrüßungder Deputirtcn von dem Staatssecretair verlesen ließ, gab er über die Grund-sätze seiner Verwaltung, die Schwierigkeiten, welche er bei ihrer Anwendung zuüberwinden gehabt, und Das, was ihm bisher zu erreichen möglich gewesen, genaueRechenschaft, und foderte die Versammlung auf, sowol über das Geleistete frei ihreMeinung zu sagen, als auch durch treuen Rath für die Zukunft die Plane der Re-gierung zu unterstützen. Der feierlichen Stille während des Lesens folgte der allge-meine Beifallsruf der versammelten Menge. Tags darauf begannen die Depu-taten nach der Wahl eines Sprechers und der Secretairs ihre Arbeiten mit einervorläufigen Dankadresse an den Präsidenten, welcher nach Verlauf von acht Tageneine zweite ausführlichere folgte, worin sie ihm nicht nur ihre völlige Zufriedenheilmit den einzelnen in der Eröffnungsrede entwickelten Punkten zu erkennen gaben,sondern ihn auch von der Ernennung einer Commission benachrichtigten, welchebei der ihr übertragenen Prüfung der dem Congresse vorgelegten diplomatischenVerhandlungen und Staatsakten vorzüglich auf den Beistand des Präsidentenrechne. *) Daß nach solchen Schritten, welche dem Präsidenten den unmittelba-ren und wesentlichsten Einfluß auf den Fortgang der Verhandlungen gestatteten,in der Nationalversammlung selbst die Opposition, wenn sie auch wirklich ein Or-gan unter den Deputirten gehabt hätte, nicht rege wurde, war nur natürlich. Allevon Seiten der Regierung gemachten Vorschlage wurden ohne Einwendung ange-nommen. Durch ein ausdrückliches Decret des Congreffcs wurde die am 18.Jan. 1.828 vom gesetzgebenden Corps auf Ägina erlassene Acte, welche dem Präsi-denten die executive Gewalt in ihrer weitesten Ausdehnung anvertraut hatte, nichtnur bestätigt, sondern auch noch durch neue Zusätze vermehrt, die keinen andernZweck zu haben schienen, als dem Präsidenten eine diktatorische Unabhängigkeit zusichern. Dies gilt namentlich von der Errichtung des Senats an der Stelle desPanhellenions. Von den 2? Mitgliedern dieses neuen Staatsrates sollte, nachdem Beschluß der Nationalversammlung, der Präsident 21 aus einer Liste von ö'iCandidaten, die 6 fehlenden aber selbst ohne diese Beschrankung ernennen; undwas hatte es nun wol noch bedurft, um den Senat fast nur zu einem Werkzeugsin den Händen des Präsidenten zu machen, dessen er sich je nach Willkür zur Errei-chung seiner Zwecke bedienen konnte ? Allein man ging noch weiter. Wahrend indem einen Artikel des Decrets als Haupbestimmung des Senats festgesetzt

*) Die Rede des Präsidenten und die darauf erfolgten Adressen, Alles sehr wich-tige Aktenstücke, findet man in der ,,Allgemeinen Zeitung", 1829, Nr- <46 a'-ißcr-crtcntüche Beilage, 247 B., 248 B., 249 B-, 272 B./L7Z B., 274 B.