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Zweiter Band (1833) F bis L
Entstehung
Seite
235
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Griechenland 235

als außerordentlichen Commissair in den Provinzen anvertraute Gewalt geltend zumachen suchte, dem W.Uten der Regierung den Schein einer fast systematischen Will-tür, welche mit den Interessen des Landes und mit den Hoffnungen des Volkes inoffenbarem Widerspruche stand. Das Beispiel Maurokordatos', welcher bereits imAugust 1828 aus Unwillen über die verkehrten Maßregeln der Regierung seinerStelle als Mitglied der Commisston für die Verwaltung der Kriegsvorrathe ent-sagt und für jetzt jede anderweitige Anstellung im Staatsdienste von sich gewiesenhatte, blieb nicht ohne Nachahmer und wirkte höchst nachtheilig auf die Stimmungdes Volkes im Allgemeinen. Die Klagen über die an sich natürliche Erhöhungder Abgaben, die Beschrankungen des Handels durch Sanitatsmaßregeln, welchedas Erscheinen der Pest auf einigen Inseln und an mehren Orten des Peloponnesnöthig gemacht hatte, vor Allem aber die Verzögerung der langst versprochenen Na-tionalversammlung, wurden von Tage zu Tage hausiger und bildeten, genährt durchdie erbitterten Angrisse des „(^onerier <te 8m) rne" aufden Präsidenten, gleichsam denMittelpunkt der verschiedenartigsten Beschwerden, welche die mehr und mehr um sichgreifende Unzufriedenheit mit dem Bestand der Dinge begründeten.

Um so mehr ersoderten entscheidende Schritte die Vorsicht der Regierung;und als ein solcher war die Berufung einer Nationalversammlung zu betrachten,welche über die wichtigsten Interessen der Nation wo nicht entscheiden, doch wenig-stens zur Berathung gezogen und Wunsch und Witten des Volkes an den Tag le-gen sollte. Um daher dem ungestümen Verlangen seiner Gegner einigermaßen zugenügen, ernannte der Präsident noch im December 1828 eine Commission,welche im Verein mit dem Panhellenion die Vorbereitungen zu der durch den unge-ordneten Zustand vieler Provinzen sehr erschwerten Wahl der Repräsentanten tref-fen sollte. Bereits im März waren die Arbeiten derselben, welche vorzüglich inAnfertigung von Instructionen an die Gouverneurs der Provinzen, die außeror-dentlichen Eommissaire und die Demogcronten über die Formen der vorzunehmen-den Wahlen bestanden, so weit gediehen, daß der Präsident in dein Einberufungs-decret der Repräsentanten vom 16. desselben Monats die Eröffnung des CongrcsscSauf den 27. Mai festsetzen zu können glaubte. Bei den Wahlen selbst mußte ihmum so mehr daran liegen, wenigstens der Mehrzahl nach Repräsentanten zu erhal-ten, welche den Grundsätzen und Maßregeln der seitherigen Verwaltung nicht ab-geneigt sein würden, je bestimmter die Übeln Folgen davon vorauszusehen waren,wenn sich gerade bei den Verhandlungen der Nationalversammlung ein ausfallenderZwiespalt zwischen Volk und Regierung offenbart hatte. Ob sich Kapodistrias da-mals wirklich zur Erreichung dieses Zweckes der verwerflichen Mittel bedient habe,welche ihm seine Gegner zur Last legen wollen, müssen wir so lange unentschiedenlassen, als uns zur Beurcheilung der damaligen Zustände aus der einen Seite nurdie Berichte des „Oourrier cke und einiger nicht ganz vorurtheilsfreicn

Reisenden, auf der andern die nicht minder einseitigen Nachrichten einiger Grie-chenfrcunde zu Gebote stehen, welche den Präsidenten ganz über die Möglichkeitmenschlicher Schwächen und Fehltritte erheben möchten. Gewiß ist, daß das Ein-berufungsdecret selbst, sowie die zu gleicher Zeit erlassene Proklamation an dieHellenen und das besondere Rundschreiben an die außerordentlichen Eommissaireund provisorischen Gouverneurs der Provinzen („Allgemeine AeitUng", 1829,Nr. 125 Beilage, 126 B., 163 B., 164 B.) im Allgemeinen einen für denPräsidenten sehr günstigen Eindruck zurückließen. Dasselbe gilt von der persönli-chen Gegenwart des Präsidenten auf Hydra, Spezzia und in den Hauptorten desPeloponnes, welche er im Marz und den folgenden Monaten besuchte, um sich überihre Lage und ihre Bedürfnisse für die Zukunft genauer zu unterrichten. Der Um-stand, daß diese Reise gerade in die Zeit der Wahlen zur Nationalversammlungsiel, verschaffte freilich dem, von der Opposition sorgfaltig ausgestreuten Gerüchte,