Gottfried
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ist der Lebensweg der G. Ihre Altern waren redliche Bürgersleute, in einem be-schrankten Kreise ein einfaches, stilles Leben führend. Sie hatten außer der nach-herigen G. nur noch einen Sohn. Auf die Erziehung der Tochter wendetensie mehr, als für den Stand des bloßen Handwerkers paßte; sie lernte Tanzen,Französisch, sie führte in Gesellschaft ihrer Freundinnen Komödien auf. Sie scheinteine zierliche Gestalt und angenehme Züge besessen zu haben, und galt für ebensosittsam als schön. Aber schon als Kind hatte sie kleine Unredlichkeiten an ihrer Mut-ter verübt, und im elften Jahre einer Hausgenossin ihrer Altern einen Thaler ent-wendet. Im zwanzigsten Jahre warb um sie ein angesehener junger Bürger, derSattler Miltenberg, der im fünfundzwanzigstcn Jahre schon Witwer war, und inder unglücklichen Ehe mit einem viel altern schandlichen Weibe den Rest moralischerHaltung verloren hatte, welcher ihm bei einer verzärtelnden Erziehung noch übriggeblieben war. Sie ward seine Frau, aber der rohe, liederliche und geschwächteMensch befriedigte weder die Sinne noch das Herz des jungen Weibes, und seingeringer Erwerb ebenso wenig die Gefallsucht der nun in eine höhere Vürgerclassegetretenen Madame Miltenberg. Sie entwendete ihrem Manne und dann auchihrem Liebhaber, dem Kaufmann Gottfried, die Summen, welche sie in Putz undGeschenken an Andere verbrauchte. Sie trat in ein ehebrecherisches Verhältnißmit einem verheiratheten Manne, und zu gleicher Zeit knüpfte sie eine sentimen-tale Liebelei mit dem Kaufmann G. an, einem geistig und körperlich schwäch-lichen Menschen, dessen zärtliche Lieder nicht rein aus dem Herzen kamen, son-dern der dabei auch seinen Vortheil wahrnahm. Sie hatte fünf Kinder (eins kamtodt zur Welt und eins starb früh, von dem fünften wurde sie nach MiltenbergsTode entbunden), als ihr Miltenberg durch ekelhafte Kränklichkeit und als Hin-derniß ihrer nähern Verbindung mit dem geliebten Gottfried unerträglich wurde; undin den letzten Wochen des Sept. 1813 brachte sie ihm zu zwei verschiedenen MalenGift, reines Arsenik, bei, woran er unter großen Schmerzen am 1. Oct. 1813 starb.Sie war damals 28 Jahr alt, und ihre äußere Erscheinung so gefallend, daß siewiederholte und darunter sehr vortheilhafte Heirathsanträge bekam; ihr Vaterbrachte den sehr zerrütteten Vermögensstand ihres Mannes in Ordnung; ihrSattlergewerbe wurde zweckmäßig eingerichtet, und sie hätte für ihre Classemehr als wohlhabend genannt werden können, wenn sie nicht in Geschenken,prunkender Wohlthatigkeit und sonst, wie es scheint, schon damals ihre Ein-nahme immer überschritten hätte. Allein ihr ganzes Bestreben ging dahin, G.'sGattin zu werden. Dazu wollten ihre Altern nicht stimmen, und sie selbst sahihre drei Kinder als ein Hinderniß an; sie vergiftete also zuerst ihre Mutter (EndeAprils 1815), dann ihr jüngstes Kind, ein 16 Monate altes Mädchen (9. Mai1815), gleich darauf (13. oder 14. Mai) ihre älteste elfjährige Tochter, imJun. 1815 ihren Vater, und endlich auch ihren fünfjährigen Knaben im Sep-tember 1815. Ihren unerwartet aus der Fremde zurückkehrenden Bruder räumtesie im Sommer 1816 gleichfalls durch Gift aus dem Wege. Ihren Haupt-zweck erreichte sie jedoch bei G. nur mit Mühe; sie ward schwanger, und G.hegte nicht ohne Grund Zweifel, ob er der Vater ihres Kindes sei. Er wurdezwar beredet, versuchte zurückzutreten, ließ sich aber doch mit ihr proclamiren, undnun vergiftete sie auch ihn im Sommer 181?. Auf dem Krankenbette lies; er sichnoch mit ihr trauen, und zwei Tage darauf starb er. Um diese Zeit hatte sie einneues Liebesverständniß mit einem reichen, aber verheiratheten Manne, der ihrin der Verlegenheit, in welche sie durch die Schulden G.'s versetzt worden war,zwar aushalf, jedoch, wie es den Anschein hat, nicht ohne gewinnsüchtige Ab-lichten und Bedingungen. Sie setzte ihr verschwenderisches Leben fort, nahmbedeutende Summen auf und wurde ihrem reichen Liebhaber mehre tausend Thalecschuldig. Einen neuen Heirathsantrag des Galanteriehändlers Zimmermann nahm
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