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Zweiter Band (1833) F bis L
Entstehung
Seite
185
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Goderich 185

kern, und ist Verfasser der „Versuche über die Wirkungen des Baryts, Strontiansu. f. w.", der Untersuchungen über den Dolomit, und vieler andern in verschiedenenZeitschristen. Für die Entdeckung der chemischen Bestandtheile des UltramarinSerhielt er 1829 von der würtembergischen Regierung den landwicthschaftlichenPreis. Die beiden Söhne Johann Georgs, des altern russischen Reisen-den, zeichneten sich ebenfalls aus. Christian von G., geboren 1750, warein Rechtslehrer von glänzendem Vortrag, erst zu Erlangen, spater zu Tü-bingen, wo er als ordentlicher Professor der Rechte und Hofrath 1820 starb.Sein Bruder, Eberhard G., geboren 1751, gestorben um 1808 als Oberamts-arzt zu Heilbronn, ward durch seine Schriften über den thierifchen Magnetis-mus berühmt. Der dritte Sohn des Stammhalters endlich, PhilippFried-rich G., verpflanzte den Ruf der Gelehrsamkeit ebenfalls auf Söhne und En-kel. Dessen ältester Sohn Johann Friedrich G., geboren 1748, gestorben alsHostath und ordentlicher Professor der Medicin zu Göttingen, machte sich durchviele Schriften, namentlich durch die Herausgabe der vierzehnten Auflage von Lin-nee's „Systems naturse" berühmt. Der zweite Sohn, Christian GottliebvonG., geboren 1749, gestorben 1818 als Professor der Rechte und Obertribu-nalrath zu Tübingen, war ein berühmter, äußerst fleißiger Criminalist, als Schrift-steller besonders bekannt durch seine vielfach aufgelegte „Ordnung der Gläubiger",und seine Schrift: „Grundsätze der Gesetzgebung über Verbrechen und Strafen".Drei seiner Söhne haben als Rechtsgelehrte eine öffentliche Laufbahn betreten.Der älteste, Christian Heinrich G., geboren 1780, ward als Professor derRechte nach Bern, später nach Tübingen berufen und starb 1824 als Oberjustiz-rath bei dem Gerichtshofe zu Ulm. Der zweite Sohn, Friedrich LudwigG., geboren 1784, jetzt Obertribunalrath zu Stuttgart, war eine Zeitlang Pro-fessor in Tübingen und ist feit 1815 Mitglied der zweiten Kammer der würtem-bergischen Stände, wo er namentlich in der Eigenschaft eines Ausschußmitgliedesan der Gesetzgebung seines Vaterlandes wesentlichen Antheil genommen hat. Inder politischen Aufregung der neuesten Zeit erfuhr er — während seine Vet-tern in Tübingen an der Spitze der Opposition stehen — sehr heftige Angrissevon Seiten der liberalen stuttgarter Journale. Der dritte Sohn Christian Gott-liebs, Ludwig Otto G., geboren 1786, war während des verhängnißvollenRückzugs aus Rußland 1812 und 1813 Oberauditor des würtembergischen Ar-meekorps; er ist jetzt Oberamtsrichter, und saß seither gleichfalls als Abgeord-neter in der würtembergischen Ständeversammlung. Vettern der cbengenanntensind die Söhne des göttingischen Professors, deren älterer, Eduard G., Ober-justizprocurator zu Tübingen ist; der jüngere, Leopold G., geboren zu Göttin-gen 1786, ist badischer geheimer Hofrath und ordentlicher Professor der Chemie zuHeidelberg, in großem Ruf durch sein mehrfach aufgelegtes „Handbuch der theoreti-schen Chemie" und viele zerstreute Abhandlungen. — Der berühmte Kupferste-cher Wilhelm Friedrich G. ist ein Seitenverwandter der hier aufgeführtenGelehrten. (43)

Goderich (Frederick John Robinson, Viscount), der jüngere Sohn desLords Grantham, ward am 1. Nov. 1782 geboren, und nachdem er in der Schulezu Harrow und in Cambridge seine wissenschaftliche Bildung erhalten hatte, kamer bereits 1804 als Privatsecretair seines Verwandten, des damaligen Statthaltersin Irland, Lord Hardwicke, in nähere Berührung mit dem politischen Leben. AlttPitt zwei Jahre später gestorben war, kehrte Robinson nach England zurück, wurdesogleich ins Parlament gewählt und begleitete 1807 Lord Pembroke auf einer diplo-matischen Sendung nach Wien. Im Anfange seiner politischen Laufbahn war erein eifriger Gegner der Emancipation der Katholiken und ein Verfechter des vor-herrschenden Grundherrninteresse; er zog jedoch erst 1809 Aufmerksamkeit auf sich