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Zweiter Band (1833) F bis L
Entstehung
Seite
184
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186 Goderich

als er die kräftige Fortsetzung des Krieges in Spanien nachdrücklich empfahl. Bali!nachher machte ihn Castlereagh, damals Colonie- und Kriegsminister, zum Unter-staatssecretair, und als jener wegen der im Cabinet entstandenen Zwiste seineStelle niederlegte, trat auch Robinson zurück, obgleich Perceval, der an die Spitzeder Verwaltung kam, ihm vortheilhafte Antrage machte. Nachdem jedoch sein Ver-wandter Pocke 1810 erster Lord der Admiralität geworden war, nahm er eineStelle unter ihm an, die er bis 1812 behielt, wo er unter Liverpool's MinisteriumMitglied des geheimen Raths und Vizepräsident des Handelsbureau (Loc>räyftrade) wurde. Die erste wichtige Maßregel, die er in diesem Amtsverhältnissevor das Parlament brachte, war das Getreidegesetz von 1815, durch welches dieGrundherren bei den gesunkenen Kornpreisen das Agrieulturinteresse zu fördernhofften, und bei dem überwiegenden Einfluß, den sie in dem Parlamente harten,wurde der die Einfuhr des auslandischen Weizens beschrankende Gesetzvorschlogam 16. März 1815 trotz dem kraftigsten Widerspruche, mit großer Stimmen-mehrheit angenommen. So laut der Verthcidiger des Vorschlags betheuerte, daßer die Maßregel nicht unterstützen würde, wenn er den Landbesitzern die Absicht zu-schreiben könnte, die Kornpreise zum Nachtheil der Gesammtheit auf eine unna-türliche Höhe zu treiben, so sehr er sich bemühte, die Bestimmung des Gesetzes,daß die Einfuhr aus dem Auslande nicht eher gestattet werden sollte, bis der Preisdes Weizens auf 80 Schillinge gestiegen wäre, als eine den Ackerbau schützendeVorkehrung zu rechtfertigen, so war doch dieses Gesetz so verhaßt, daß furchtbareAufstände in London ausbrachen, wobei der Pöbel Robinson's Haus angriff undbesonders auch seine reiche Gemäldesammlung zerstörte. Am folgenden Tage be-setzte er sein Haus mit Soldaten, die bei einem wiederholten Angrisse Feuer gabenund einige der Aufrührer tödteten. Er ging jedoch keineswegs von der Absicht aus,die Beschränkungen des Getreidehandels als eine bleibende Maßregel einzuführen,und widersetzte sich später mit Nachdruck jeden. Versuche, dieselben zu vermehren,wie er denn überhaupt schon zu jener Zeit die Meinung aussprach, daß es Eng-lands wahre Politik sei, die Fesseln der Handelsverbote so bald als möglich zu zer-brechen. In Übereinstimmung mit diesen Ansichten ward in dem 1815 mit den Verei-nigten Staaten abgeschlossenen Handelsverträge die Gegenseitigkeit aller Säßff-fahrtsabgaben festgesetzt, eine Bestimmung, die seitdem auch in die Handelsver-träge mit andern Staaten überging. Mochte er indeß glauben, daß die öffentlicheMeinung auf wesentliche Veränderungen in dem britischen Handelssystem erst vor-bereitet werden müsse, oder noch zu abhängig von den Ansichten der vorherrschen-den Machthaber, Liverpool's und Castlereagh's, sein, er widersetzte sich noch 1L16dem Antrage Brougham's, der eine freisinnigere Handelspolitik empfahl, aber wieer schon damals die von diesem ausgesprochenen allgemeinen Grundsätze anerkannte,erklärte er sich noch entschiedener für dieselben, als Naring 1820 diesen wichtigenGegenstand noch einmal in das Parlament brachte. Kein Theil des britischenHandelssystems bedurfte mehr einer Verbesserung als der Verkehr der Colonien, so-wol unter sich als mit andern Weltgegenden, da die Gesetzgebung über diesen Ge-genstand während des Krieges schwankend und unbestimmt geworden war, und eszeigte sich wenige Jahre nach dem Frieden, daß die Verhältnisse in den ehemaligenspanischen Colonien, der neue Zustand Brasiliens und die ganzlich veränderte Lage >der Handelswclt mit der Fortdauer der Ausschließung des auswärtigen Handels jvon den britischen Colonien unvertraglich waren. Diese Umstände bewogen Ro-binson endlich 1822, dem Parlamente Maßregeln vorzuschlagen, welche den Colo-nien eine freiere Theilnahme an dem Welthandel gewährten, und es gelang ihmdie Mehrheit zu gewinnen. Er wurde 1828 auf Liverpool's Empfehlung Kanzlerder Schatzkammer, und von den Umstanden begünstigt, war es ihm möglich, mehreAbgaben abzuschaffen oder herabzusetzen, ohne daß, bei gleichzeitiger Einführung