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stattete G. kurz darauf Bericht über Baude's Vorschlag ab, welcher zum Zweckehatte, die Verbannung der ehemaligen Königsfamilie verfügen zu lassen. Im Na-men der Eommission und besonders in seinem eignen trug G. darauf an, daßman nicht von Verbannung, sondern bloß von Ausschließung reden solle. MMitglied der Wahlgesetzcommission ließ er sich nicht, wie Andere, vom Ministeriumzur Nachgiebigkeit verleiten. Übrigens stimmte er, wiewol er auf der linken Sei-te saß, gewöhnlich mit dem Centrum. Bei den letzten Wahlen von Neuemzum Abgeordneten ernannt, gehörte er zu Denen, welche das Ministerium zurPräsidentschaft befördern wollte, und Perier bot Alles auf G. zu begünstigen,bloß um Lafsitte auszuschließen. Beim Abstimmen der Kammer wurde G. miteiner Mehrheit von einer Stimme zum Präsidenten ernannt. Anfangs fast un-parteiisch, zeigte er bald die größte Vorliebe für das Centrum und die Minister,wovon er bei vielen Verhandlungen laut gerügte Beweise gab, weshalb er bei Hosein großer Gunst stand, während er sich mit der öffentlichen Meinung verfeindete.Nach dem Schlüsse der Sitzung wurde G. Minister des öffentlichen Unterrichts,bei der Bildung des neuen Ministeriums aber, am 11. Ott. 1832, trat er ausund wurde zum Pair ernannt. (15)
Giulay (Jgnaz, Gras von), östreichischer Feldzeugmeister und Präsidentdes Hofkriegsrathes, geboren 1765, war der Sohn des Generals Grafen Sa-muel Giulay und von der Wiege an der Liebling des in großer Hofgunst stehen-den Feldmarschalls, Baron Joseph Alvintzy, eines der schönsten und geschmei-digsten Männer seiner Zeit. Noch an der Grenze des Jünglingsalters zeichnetesich G. an der Spitze des serbischen Freicorps aus, war einer der gesürchtet-sten Parteigänger a-m Rheine und fast in allen merkwürdigen Tagen Wurmser'sund des Herzogs Albert von Sachsen-Teschen. Der Feldzug von 1796 erprobtevollends sein großes Talent in Führung des Vortrabs und noch weit mehr derStreifzüge. In allen Feldzügen des Erzherzogs Karl am Oberrhein wird G.'sName rühmlich genannt. In dem unglücklichen Feldzuge von 1805 war er mit >Mack in Ulm, aber auch dort ein Theilnehmer der verhängnißvollcn Halbheitvieler, sonst verdienter östreichischen Generale, die weder zu gehorchen verstanden,noch nach den Kriegsartrkeln den bcklagenswerthen Mack abzusetzen und zu ver-haften. G. ließ sich von Napoleon mystisiziren, welcher die Triplealliance vonOstreich, Rußland und Preußen um jeden Preis trennen wollte, er glaubte inallem Ernst an Napoleons Friedensantrage, und suchte diesen Glauben auch beimKaiser Franz und bei dem Ministerium fortzupflanzen. Napoleon hatte mit ei-ner persönlichen Zusammenkunft in Wolkeredorf geschmeichelt, die nie zu Standekam, so bereitwillig auch die Minister Grafen Collorcdo und Eobenzl sich dazuanschickten. Graf G. sollte nun gemeinschaftlich mit dem, inzwischen in Wieneingetroffenen Botschafter, Grafen Philipp Stadion, und dem preußischen Staats-minister Grafen Haugwitz den Frieden unterhandeln. Rasch trat die austerlitzerSchlacht und in deren Folge der vertragmäßige, ganzliche Rückzug der Russen da-zwischen und der preßburger Friede war nicht mehr abzuhalten. Ihn unterzeichnete iG. mit dem edeln Fürsten Johann Lichtenstein. Für die Angelegenheiten Deutsch- Ilands war ihnen der Freiherr von Hormayr beigegeben. G. wurde Banus von Croa- !tien und einer der Großbeamten der ungarischen Krone. Als Ostreich mit seinen Völ-kern Napoleon 1809 den Handschuh hinwarf, war G. beim Heere des ErzherzogsJohann in Jnneröstreich und Italien. Sein militairischer Ruhm wuchs nicht
in diesem Feldzuge; er galt vielmehr als der Urheber jener verderblichen Halbheilund Lauheit, welche die Verfolgung des Feindes nach dem Siege bei Sacile undden strategisch großen Entschluß verhinderten, Jnneröstreich nur durch eine minderstarke Abtheilung zu decken, mit dem Kern des Heeres aber sich nach Tirol zuwerfen und nach Baiem vorzudringen. In seinen Folgen noch verderblicher als