Gissord
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er benutzte den Unterricht desselben mit so regem Eifer, daß sein Lehrer ihn nachzwei Iahren für reif erklarte, seine Studien auf der Universität fortzusetzen. SeinGönner verschaffte ihm die Stelle eines Bibelvorlesers im Exetercollegium zu Oxford,deren Ertrag mit den Unterstützungen wohlwollender Freunde hinlänglich war, ihmseinen Unterhalt auf der Hochschule zu sichern. G. hatte bereits auf Anregung sei-nes Lehrers, unter andern Beschäftigungen mit den Elassikern, dem Juvenal mitVorliebe sich zugewendet, und eine Übersetzung der zehnten Satire versucht, die mitso ermunterndem Beifall aufgenommen wurde, daß er sich nach und nach an anderewagte. Auf den Rath seines Gönners überreichte er seine Arbeit einem Lehrer inOxford, und die günstige Aufnahme, welche sie fand, ermunterte G., den Winkseines Freundes befolgend, seine Übersetzung zu vollenden und auf Unterzeichnungherauszugeben. Er kündigte 1781 seine Arbeit an, ließ eine Probe drucken, undW. die Unterzeichnung hatte guten Fortgang. Der Tod seines Wohlthaters zog ihnauf einige Zeit von seiner Beschäftigung mit Juvenal ab, und als er endlich,U? durch vertrautere Bekanntschaft mit den Elassikern und durch das Studiumder neuern Sprachen zu reiferer Bildung gelangt, zu feinen Versuchen zurück-kehrte, sah er, daß die Leichtigkeit, mit welcher er Verse schrieb, und die parteilichenUrtheile seiner Freunde ihn verführt hatten und daß zu einer Übersetzung des Ju-venal mehr gehörte als er leisten konnte. Sein Entschluß war schnell gefaßt. Erlegte keine unreifen Versuche auf die Seite, um sie später einer sorgfältigem Über-arbeitung zu unterwerfen. Bald nachher verschaffte ihm ein glücklicher Zufall dieGunst des Lords Grosvenor, der den talentvollen jungen Mann in sein Haus auf-nahm und ihm die Führung seines Sohnes, des Lords Belgrave, des jetzigen Marquisvon Westminster, anvertraute, mit welchem G. mehre Jahre hindurch verschiedeneLander Europas bereiste. Nach seiner Rückkehr nahm er seine Jugendarbeit wie-der vor, weil er sich durch Verpflichtungen gebunden hielt, die er einmal eingegan-gen war, und endlich erschien 180Z die vollständige Übersetzung des römischen Sa-tirikers, die einen bittern, aber nicht grundlosen Angriff erfuhr, und allerdings wedertreu ist, noch hinsichtlich des Tons das Original wiedergibt, das sie zu tief in Ge-meinheit herabzieht. Schon 1794 gab G. eine Nachbildung der ersten Satire desPersius heraus: „1Ae öaviack", gegen eine unbedeutende poetische Coterie gerich-tet, die sich anmaßend in der literarischen Welt vordrängte. Wie später als Kriti-ker, machte er auch in jener Spottschrift seine Angriffe mit giftiger Bitterkeit undpersönlicher Schmähung. Seine spatere literarische Satire: „1Ae Naeviuck"(1795), gegen die dramatischen Dichter jener Zeit, war ebenso persönlich, doch min-der grob. Bald nachher ward er Herausgeber der gegen den Demokratismus ge-richteten Zeitschrift: „1Ae ^nti-lacokm", die vom 20. Nov. 1797 bis zum 9.Jul. 1798 erschien und von Canning, Ellis und Frere ihre besten Beiträge erhielt.G., der durch dieses Geschäft mit jenen Männern und andern Freunden Pitl's innähere Verbindung kam, ward ein entschiedener Verfechter ihrer politischen Grund-satze, wiewol auf seine Ansichten mehr die Berechnung seines Vortheils als eineselbständig gewonnene Meinung Einfluß gehabt zu haben scheint. Nach dem Auf-hören des „^nti-lacodin" widmete G. seine Muße vorzüglich den ältern englischenDramatikern und lieferte zuerst 1805 eine neue Ausgabe von Massi'nger's und1816 von Ben Jonson's Werken; seine Ausgaben von Ford's und S'hirley'sSchauspielen aber erschienen erst nach seinem Tode. Diese Bemühungen sind nichtohne Verdienst, obgleich seine Kritik in der Berichtigung des Textes nicht immerbefriedigend ist. Das seit 1802 erschienene „Lckinbur^ll revierv" hatte unter derLeitung seines geistreichen Herausgebers ein so glänzendes Glück gemacht, daß G.glaubte, eine nach demselben Plane angelegte, aber auf entgegengesetzte politischeAnsichten gegründete kritische Zeitschrift werde Beifall finden. Der Versuch wurde1809 gewagt, und der Erfolg übertraf die Erwartung. Die Parteisarbe deS Wer-Conv.-Lex. der neuesten Zeit und Literatur. II. 12