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Zweiter Band (1833) F bis L
Entstehung
Seite
176
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178 Gioja

kes und Murray's, des Verlegers, Verbindungen mit einflußreichen Männern undseine Freigebigkeit verschafften demHuarterl/ revievv" geschickte Mitarbeiter, undG. war durch seinen unermüdeten Fleiß, seine Kenntnisse, sein treffendes Urtheil,ein ausgezeichneter Herausgeber. Wenn auch ohne tiefe Gelehrsamkeit, ohne um-fassenden Geist, so war er doch gewandt und in dem gewöhnlichen Kreise geistigerBestrebungen ungemein scharfsinnig, und Niemand harte einen feinern Takt, dieSchwachen und Blößen eines Schriftstellers mit der Waffe des Spottes oder desTadels zu züchtigen. Er verleugnete jedoch nie seine Bitterkeit, und wiewol er seinefrühere Schmähsucht sich abgewöhnt hatte, so war er doch in der Beurtheilung ver-dienstlicher Werke, wenn sie seinen politischen Parteiansichten entgegentraten, oftungerecht und selbst unredlich. Er besorgte die Herausgabe bis 1824, wo seine zu-nehmende Kränklichkeit ihn nöthigte, sie aufzugeben. Er hatte für dieses Geschäftnie einen bestimmten Gehalt bedungen, und erhielt anfänglich 200, später MPfund jährlich, nicht stiren aber gab er seinem Verleger Geld zurück, mit der Äuße-rung, die empfangene Belohnung sei zu freigebig. So sehr er durch dencolnn" und dasHuarterl^ revierv" den Mannern am Staatsruder genutzt hatte,wie wol kein anderer Gelehrter seit Burke, so erhielt er doch außer der Besoldung fürein geschaftslosts Amt keine Belohnung von der Regierung, und nicht lange vorseinem Tode machte er, wie so viele andere politische Schriftsteller, die Erfahrung,daß die Gunst der Regierungen eigennützig ist, als sein Gesuch um eine kleinePfründe für einen armen Verwandten seines ersten WohlthaterS von einem Mini-ster abgewiesen wurde. Wir sehen noch andere Lichtseiten seines Charakters. G.,der bittere Kritiker, war im Lebensverkehr wohlwollend und anspruchlos, seinenFreunden treu ergeben und gern unter Kindern. Seiner Magd setzte er einenDenkstein, zum Dank für ihre treuen zwanzigjährigen Dienste. Von allenSchriftstellern, die er strenge gezüchtigt hatte, griff Keiner je seinen sittlichen Cha-rakter an, und selbst Byron, den er nicht zu schonen pflegte, schätzte ihn sehr. Nieverheirathet, setzte er den Sohn seines ersten Wohlthäters zum Erben seines an-sehnlichen Vermögens ein und bestimmte die Zinsen eines Capitals zur jährlichenVertheilung unter die Armen seiner Heimath. Er starb am 81. Der. 18M.Sein Jugendleben hat er in dem Vorworte zu seiner Ubersetzung des Juoenalanziehend erzählt.

Gioja (Melchiorre), der Vater der neuern Statistik bei den Italienern,wurde am 20. Sept. 1767 zu Piacenza geboren. Frühzeitig seiner Altern beraubtund mit vielen Geschwistern der Aufsicht eines mütterlichen Oheims übergeben,mußte er es für ein Glück ansehen, daß er eine Freistelle in dem CollegiumAlberoni bei Piacenza erhielt, wo den Alumnen ein neunjähriger Studiencursusertheilt wird. Eifrigst ftudirte er dort unter den Missionsgeistlichen, welche dasSeminarium leiten, Mathematik und Philosophie. Er verließ 1793 als ge-weihter Priester die Anstalt und lebte nun zurückgezogen bei einem Bruder, ei-nem Kaufmanne von Piacenza, bis das Einrücken der Franzosen in Italien ihnaus seinen bisher unfruchtbaren Meditationen weckte. Er lernte seine Kräftekennen, als man seine eingesandte Antwort auf die Frage:Welche Art vonfreier Staatsverfassung eignet sich am besten für Italien ?" krönte. G. glaubtesich daher,zur publicistischen Thätigkeit berufen, siedelte 1797 nach Mailandüber und trat dadurch in sein wahres Lebenselement ein. Es war der Augen-blick jener großen Bewegungen, welchen unthatig zuzusehen allen Bessern fastunredlich schien. Auch G. blieb nicht fern stehen und wurde bald durch den Titeleines Staatsgeschichtschreibers ausgezeichnet. Ein.Aufsatz über die Auläffigksitder Ehescheidungen.'leoria civile e pönale ckel llivorzüo, ossia necesslla,cause, nuova maniera cki oi-FninziZürrZa" (Mailand 1803), war der Grund, daßman diesen Titel ihm nahm. Dafür übertrug man ihm die Leitung des sta-