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gemeine Grundlage einer wissenschaftlichen Ausbildung für alle Zweige der Ge-werbthätigkeit angesehen, und wie sie vorgetragen werden müssen, hat man nochkeineswegs gründlich gelöst. Man vergaß auf der einen Seite, daß der gesammteUnterricht für die Industrie ähnliche Abstufungen erhalten muß, wie sie in denübrigen wissenschaftlichen Lehranstalten eingeführt sind, und auf der andern Seiteübersah man nur zu oft, daß der Unterricht eine wesentlich praktische Richtunghaben soll. Daher kränkeln die meisten Anstalten dieser Art; daher in Vielemwenig, in nichts etwas Tüchtiges. Die vielfältigen Erwägungen dieses Gegen-standes scheinen die Mehrheit der Stimmführcr für die Ansicht gewonnen zu haben,daß zu einer gründlichen technischen Bildung des Gewerbstandes zwei Classen vonLehranstalten Bedürfniß sind: eigentliche Gewerbschulen, welche hauptsächlich fürdie Bildung der Handwerker sorgen, und technische Lehranstalten, die einen wei-tem Kreis der Unterrichtsgegenstande umfassen, und die Zöglinge der Gewerbschu-len aufnehmen, die zu einer höhern industriellen Thätigkeit übergehen wollen.Die großen polytechnischen Anstalten haben dagegen hauptsachlich den Zweck, Vor-steher größerer Gewerbanstalten zu bilden.
Die Gewerbvereine sind hausig auch mit einem andern in neuem Zeiten ver-suchten Beförderungsmittel der Industrie, den öffentlichen Ausstellungen vonGcwerberzeugnissen, in Berührung gekommen und haben Einfluß auf die Leitungderselben gehabt. Diese Ausstellungen, die am großartigsten in Paris, Wien,Prag, Berlin sich bildeten, haben den Zweck, ein Bild der fortschreitenden Ent-wicklung der Betriebsamkeit eines Landes und des gegenseitigen Verhältnisses derverschiedenen Zweige der Gewerbthätigkeit zu geben und dadurch Wetteifer zu er-wecken. Die Erfahrung hat bewiesen, daß dieser Zweck nur dann erreicht werdenkann, wenn durch vielseitige Theilnahme eine solche Gcwerbschau zu einer würdi-gen Darstellung der industriellen Thätigkeit erhoben wird. Mit der, von zwei zuzwei Jahren stattfindenden Ausstellung zu Dresden wurde 1831 eine Verlosungverbunden, um auch auf diese Weise den Gewerbfleiß zu ermuntern, und das Ur-theil über die einzukaufenden Gegenstande ward einem Prüfungsausschusse über-tragen. Unter der gemeinschaftlichen Leitung des sächsischen Industrievereins undder ökonomischen Societat zu Leipzig wurde wahrend der Ostermesse 1832 eineAusstellung der, auf der Messe selbst verkauflichen Leistungen des sächsischen Ge-werbfleißcs veranstaltet, und der Erfolg bewies, wider die dagegen erhobenen Be-denkiichkeiten, daß diese Waarenschau für den inlandischen Gewerbflciß ebensoehrenvoll als für das Interesse des Gewerbbetriebes vortheilhaft war.
Ghert (P. van), ehemaliger Generalsecretair des Cultus im Depar-tement des Innern im Königreich der Niederlande, machte sich besonders durchseine Anstrengungen gegen die Umtriebe der jesuitischen Faction in Belgien undzum Theil auch im katholischen Holland während der Jahre 1825—28 bekannt.In einem Grenzdorfe zwischen Belgien und Holland um 1780 geboren, erhielter auf holländischen und deutschen Universitäten seine Bildung und für deutscheLiteratur und Philosophie eine entschiedene Vorliebe. Wie es heißt, soll er derTheorie vom Magnetismus sehr gehuldigt und das Studium der Hegel'schen Phi-losophie eifrig getrieben haben. Unter Falck zum Staatsdienste gebildet und mitvan Ewyck befreundet, wirkte er in mancher Hinsicht auch vielfältig auf den Un-terricht, und bei der Organisation des philosophischen Collegiums spielte er eineHauptrolle. Seitdem ward er ein Gegenstand der bittersten und leidenschaftlichstenAngrisse von Seiten der Apostolischen, welche ihm seinen germanischen Realismusnie vergaben, und später auch von Seiten der französisch Liberalen, welche in ihmein Hinderniß ihrer Zwecke sahen. Erstere hatte er, wie man behauptet, schon beiAnlaß des Urtheils gegen den Prinzen von Broglio, Bischof von Gent, welcherdie hochverräterischen Hirtenbriefe ausgegeben, sehr beleidigt; auch der Erzbischof