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det, deren jeder einen Vorstand hat. Es bestehen vier bleibende Ausschüsse vonVereinsgliedern zur Berathung aller in ihren Wirkungskreis gehörenden Gegen-stände, für Gewerbsverhaltnisse überhaupt, für die Technik und die mathcmati- >sehen und physikalischen Wissenschaften in ihrer Beziehung auf Industrie, fürHandelsangelegenheiten, hinsichtlich des Verkehrs des Inlandes mit dem Aus-lande, des damit in Verbindung stehenden Abgabenwescns und aller den Handelderührenden Hülfsanstalten im Staate, und für die Veröffentlichung der Ver-handlungen des Vereins. Die Zahl der, jährliche Beiträge zahlenden Mitgliederbetrug 1832 über dreihundert. Dieser Verein hat zwar, wie ähnliche Gesell-schaften, den Zweck, die Gewerbsamkcit durch begünstigende Einrichtungen undWegräumung von hindernden Einflüssen zu heben und den Gewerbstand zu bilden,aber er erhielt bei seiner Gründung sogleich eine höhere Stellung, indem die Re-gierung bekeits 1829 nach der Bestätigung der Statuten desselben versprach, beivorkommenden, auf Belebung des Fabrikwesens und des Handels abzweckendenVerwaltungsmaßregeln das Gutachten des Industrievercins zu verlangen, und sohat sich derselbe bald zu einer berathendcn Behörde ausgebildet und als „ein öffent-liches Organ des Gewerbstandes" sich auch berufen gefühlt, während der Verhand-lungen über den Verfassungsentwurf bei der Ständeversammlung im Mär;1831 auf eine wirksamere Vertretung der gewerblichen Interessen anzutragen.(Vergl. Sachsen.) Das neue Staatsgrundgesetz hat diesen Anspruch aner-kannt, und 1832 wurden von dem Vereine Vorschläge zu den für die künftigeWahl der Vertreter des Handels - und Fabrikwescns festzusetzenden gesetzlichen Be-stimmungen gefodert. (Vergl. die Berichte des Jndustrievereins für 18>-9 und1831 und „Mittheilungen deS Industrievereins für das Königreich Sachsen",1832, erste bis dritte Lieferung.)
Die Thätigkeit der Gewerbvereine gab fast überall Anregung, Gewcrbschu-len anzulegen oder solche Anstalten, wo sie bestanden, für die Förderung der In-dustrie wirksamer zu machen. Das Gewerbeinstitut zu Berlin, ganz verschiedenvon den großen polytechnischen Anstalten in Wien und Prag, ist auf die Ausbil-dung derjenigen Gewerbe berechnet, welche nicht zu den Fabrikunternehmungcngehören, vorzugsweise eine Gcwerbschule, und der Verein zur Beförderung desGewerbfleißes in Preußen war gleichfalls thatig, Provinzialgewerbschulen zugründen. In Baiern ist in neuern Zeiten für diesen Zweck nicht minder thatizgewirkt worden, obgleich auch hier, wie in andern Ländern, für die Mehrheit dugewerblichen Bewohner von den ersten Elementen bis zur Vollendung des Unter-richts sich Lücken- zeigen. Der sächsische Industrievcrcin hat seit seiner Stiftungdiesem Gegenstände besondere Sorgfalt gewidmet, von welcher sich um so mehr diegünstigsten Erfolge erwarten lassen, da die Regierung die Absicht hat, der nächstenStandeversammlung einen Entwurf über die Begründung zweckmäßiger Unter-richtsanstalten für die allgemeine Verbreitung technischer Bildung vorzulegen.Manches Erfreuliche ist indeß bereits ins Leben getreten, wie die 1832 eröffneteWeberschulc in Chemnitz, welche aus dem Gewerbsiande selbst hervorgegangen ist,der das Bedürfniß einer theoretischen Grundlage für die praktische Fertigkeit er-kannt hat. Betrachten wir indeß, was in neuern Zeiten für das Gewerbschul-wesen geschehen ist, so sehen wir, daß man es fast in allen Ländern in der wissen-schaftlichen Förderung der Industrie nur erst zu Anfangen gebracht hat. Zwar istüberall erkcumt worden, daß man der Industrie den Beistand der Wissenschaft ge-währen, daß man sie in Stand setzen muß, den auf Naturgesetze gegründetenZusammenhang ihrer Verfahrungsweisen mit Klarheit zu erkennen, weil es denHandwerkern bei aller technischen Fertigkeit an den Kenntnissen gebricht, von wel-chen der rationnelle Betrieb der Gewerbe in ihrer möglich größten Vervollkomm-nung abhängt; aber die große Frage, welche Lehrgegenstande es sind, die als all-