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welche sich aus dem Stamme der altbrabantischen und fürstbischöflichen Periodegebildet und von der jesuitischen Congregation in Paris die Richtung empfan-gen hatte. Offenbar ging diese Richtung in Belgien auf die Leitung aller öffent-lichen Angelegenheiten, und nur als letztes Auskunftsmittel auf eine wirkliche Re-volution. Man hielt den Sieg der Ideen in Frankreich, wie sie Lamennais ver-folgte, für sicher, und so glaubten viele gewandte Manner im südlichen Nieder-land, welchen die oranische Herrschaft und alle Berührungen mit Protestantismusund Liberalismus aus Ehrgeiz, Bigotterie, Überzeugung oder Nachsucht nicht ge-fielen, daß eine endliche Vereinigung mit Frankreich den Triumph ihrer Ansichtenherbeiführen und in Belgien dem Klerus und Hochadel dasjenige Übergewichtwieder verschaffen würde, welches ihm der erste Aufruhr in Brabant für einigeZeit gegeben, Napoleons Herrschaft aber und die Restauration oder vielmehr dieEinverleibung in das Königreich der Niederlande geraubt hatte. Diese Männer,mit den Liberalen, sowol den vom Anfang an conspirirenden als der aufrichtig le-galen Fraction, in vielfachem Kampfe, hatten namentlich bei Erlassung der Ver-ordnungen von 1825 den heftigsten Widerstand gegen die Regierung entwickelt.G. stand als sichtbares Organ an ihrer Spitze. Er war bereits mit den Haupternder Congregation im genauesten Einverständnis und da das Ministerium ihn be-sonders durch Verweigerung einer erledigten Professur gereizt hatte, so trat er sy-stematisch in Zeitungen und Flugschriften gegen dasselbe auf und bewies der Regie-rung, daß er ein furchtbarer Gegner war. Zu derselben Zeit, wo er den Iesuitis-mus als ein bloßes Gespenst der Furcht und des Mistrauens hinzustellen bemühtwar, sandte er seine Söhne in das berüchtigte Jesuitencollegium zu Freidurg inder Schweiz und bestätigte dadurch nur um so mehr die Behauptung seiner Geg-ner. Er stand mit Barett (dem Großvicar), van Bommel (dem nachmaligenBischof von Lüttich), Kersten, den Brüdern Stas, mit Duvivier u. A. in engenVerhältnissen und half ihre Unternehmungen leiten. Als die Opposition 1828ihren Angriffen größere Kraft als früher gab, geriech G. plötzlich auf den Gedan-ken, die Liberalen und die Apostolischen zu einer Coalition gegen die Regierung zuvereinigen. Dieser Gedanke ward nach verschiedenen Unterhandlungen, nament-lich mit den Liberalen in Lüttich, ins Leben gerufen, und der Grund zu der be-rühmten Union gelegt. G.'s Wahl zum Deputirten von Lüttich war das erste ge-fährliche Zeichen des Sieges dieser Coalition, das aber die Minister allzu leichtnahmen. Alle fernem Unterhandlungen zwischen den beiden bisher tödlich sich has-senden Parteien wurden nun durch G. geleitet. Seine Verdienste in dem bekann-ten Proceß um Gre'try's Herz und seine Reisen nach Paris hatten ihm, der indeßauch Mitglied der Stadtregenz geworden und dadurch zu neuem Einflüsse gelangtwar, allgemeinen Credit verschafft, und seine bei der darauf veranstalteten Feiergehaltenen Reden die Aufregung noch erhöht. In den Generalstaaten bildete seindurch Ruhe und Klarheit doppelt gewichtiges Redncrtalent eine der furchtbarstenBatterien gegen das herrschende System, welches er auf jede Weise, besondersdurch seine Declamationen gegen die Maßregeln für den öffentlichen Unterricht unddie Gesetzgebung, zu untergraben wußte. Um diese Zeit war er das Haupt der bel-gischen Abtheilung des neu hergestellten Jesuitenordens, welchem er schon früherangehörte. Er strebte nun, als die Professur ihm entgangen war, nach einemhöhern Ziele, nach einem Platz im Ministerium, und sein Hauptjournal, der„(lourrier e!e la Neuse", gab die Notwendigkeit, ihn, als den Würdigsten, zuröffentlichen Verwaltung zu berufen, deutlich genug zu erkennen. Als die Conces-sionen ansingen die Herrschaft des Königs Wilhelm zu untergraben, spielte G.eine Hauptrolle. Die verächtliche Begegnung, welche der Monarch wahrend sei-ner Anwesenheit zu Lüttich im Sommer 1829 den Factionsmännern zeigte, undwelche ganz besonders auch G. traf, hatte seine Empfindlichkeit aufs äußerste ge-Conv.-Lex. der neuesten Zeit und Literatur. II. 11